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Aufstieg und Fall des spanischen Verfassungsgerichts (Juan Carlos Girauta in El Debate)
Juan Carlos Girauta analysiert in El Debate das spanische Verfassungsgericht und das Amnestiegesetz. Er kritisiert Conde Pumpido und beklagt seinen einstigen Glauben an Kelsen.
Juan Carlos Girauta schreibt in El Debate, dass das spanische Verfassungsgericht von einem angesehenen Rechtsprechungsorgan zu einem Gremium geworden ist, in dem eine Mehrheit bereit ist, eine Amnestie für verfassungsgemäß zu erklären. Er hält Conde Pumpido für unvereinbar mit der Demokratie.
Der Artikel von **Juan Carlos Girauta**, veröffentlicht in **El Debate** am **13. Oktober 2026** unter dem Titel «Aufstieg und Fall des Verfassungsgerichts», beginnt mit einem persönlichen Geständnis: Der Autor wurde im Respekt vor dem kelsenianischen Modell erzogen, jenem Modell, das ein Rechtsprechungsorgan jenseits der ordentlichen Justiz vorsah, das verfassungswidrige Gesetze aufheben kann. Der Beitrag ist weniger eine übliche juristische Analyse als eine Abrechnung mit einer Naivität, die der Autor bei sich selbst eingesteht.
## Das Modell des Artikels 159.2 und der Glaube an den politischen Filter
Girauta erinnert daran, dass **Artikel 159.2 der Verfassung** von den Richtern des Verfassungsgerichts verlangt, Juristen von anerkannter Kompetenz mit mehr als **fünfzehn Jahren** Berufserfahrung zu sein. Dieser Filter, kombiniert mit der Verteilung der Kandidaten auf Kongress, Senat, **CGPJ** (Spaniens Rat der Justiz) und Regierung, erschien ihm eine vernünftige Garantie. Nicht weil die Parteien tugendhaft waren, sondern weil er auf das institutionelle Urteilsvermögen derjenigen vertraute, die ihre Kandidaten vorschlugen.
Der Autor räumt ein, dass dieser Glaube heute wie ein schlechter Witz klingt. Er versteht, dass junge Menschen oder Menschen ohne juristische Ausbildung loslachen, wenn sie hören, dass jemand wirklich an die Vorzüge dieser Formel geglaubt hat. Er nimmt den Spott hin. Aber er verlangt Kontext: Ende der **siebziger Jahre** in einem Hörsaal der damaligen **Universidad Central de Barcelona** gesessen zu haben und einem Ordinarius zugehört zu haben, der einer der Väter der Verfassung war – das gehört dazu, um den gründenden Glanz jener Demokratie zu verstehen.
## Die Frage, die niemand stellte: Amnestie und Sektierertum
Der Text stellt eine unbequeme Frage. Wie konnte niemand daran denken, was geschehen würde, wenn das Gericht von einer Mehrheit von Schwindlern besetzt würde, die fähig ist, eine Amnestie für verfassungsgemäß zu erklären? Girauta nennt diese Vorstellung abscheulich für jeden, der ein wenig mit der Verfassung in der Hand nachgedacht hat. Zwei Minuten, schreibt er, hätten genügt, um dieses Szenario zu bedenken.
Er fragt sich auch, wie niemand vorhergesehen hat, dass die alternative Nutzung des Rechts von einer interessanten Debatte zu einer institutionellen und politischen Katastrophe werden würde. Die Überlegung ist nicht geringfügig: Der Autor spricht nicht von einem kleinen Rechenfehler, sondern von einem strukturellen Bruch, den die Zeit zur Realität gemacht hat.
## Conde Pumpido, das lebenslange Gehalt und der Bruch mit Kelsen
Der Artikel geht direkt auf **Conde Pumpido** ein. Girauta behauptet, der Präsident des Verfassungsgerichts antworte vor einem anderen Chef, **Sánchez**, und strebe nur nach einem unantastbaren Gehalt als lebenslanges Mitglied des **Consejo de Estado** (Spaniens Staatsrat, das oberste Beratungsorgan der Regierung). Er erwähnt auch die Unterbringung eines Sohnes, ohne weitere Details.
Die Kritik verschärft sich, als der Autor schreibt, Conde Pumpido halte sich selbst für das Maß der Demokratie. Girauta hält ihm entgegen, dass er mit ihr unvereinbar sei und dass alles wiederhergestellt werden werde. Nur nicht jener Glaube an **Kelsen** aus der Zeit, sagt er, als wir junge Idealisten waren. Der Schluss ist keine akademische Konklusion: Es ist die bittere Feststellung eines Menschen, der sieht, dass der Pakt, den er für gründend hielt, gebrochen ist.
Der Beitrag diskutiert letztlich weder ein konkretes Urteil noch eine einzelne Ernennung. Er stellt die Frage, ob der institutionelle Entwurf des Verfassungsgerichts noch dem Zweck dient, für den es geschaffen wurde, oder ob es sich im Gegenteil in ein Instrument im Dienst politischer Mehrheiten verwandelt hat. Es ist eine unterzeichnete Meinung, kein Gerichtsurteil, und sollte auch so gelesen werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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