Atlético: 25 Punkte aus 10 Spieltagen und der Schatten von Julián Álvarez

Atlético de Madrid hat 25 Punkte aus 10 Spieltagen, der drittbeste Start der Vereinsgeschichte, während der Fall Julián Álvarez und der Januar-Transfermarkt die Saison prägen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Atlético: 25 Punkte aus 10 Spieltagen und der Schatten von Julián Álvarez
Atlético startet mit 25 Punkten, der Fall Julián bleibt offen

Fünfundzwanzig Punkte aus zehn Spieltagen. Es ist der drittbeste Saisonstart der Geschichte von Atlético de Madrid, laut den Unterlagen, die in der Diskussion kursieren, und trotzdem wird die Saison weiterhin mit der Lupe auf die Kabine betrachtet. Das Team reiht Sieg an Sieg, Oblak rettet, was der Angriff nicht abschließt, und die Debatte über Julián Álvarez' Einsatzbereitschaft — öffentliche Entschuldigung inklusive — will nicht enden.

Die Zahl ist kein Kleinkram: Nur zwei Spielzeiten in der gesamten Vereinsgeschichte hatten zu diesem Zeitpunkt mehr Punkte. In der Saison 2013-14, der Meistersaison unter Simeone, standen es 27 Punkte nach zehn Spielen. Auch 1995-96 startete man darüber. Mit Zamora auf der Bank, 1941-42, gab es 8 Siege und 2 Niederlagen; mit Luis, 1991-92, 9 Siege und 1 Unentschieden. Den absoluten Rekord hält Otto Brumbel in der Saison 1964-65: 9 Siege und 1 Unentschieden, 28 von 30 möglichen Punkten. Keine dieser beiden letzten Spielzeiten endete mit dem Meistertitel.

Julián Álvarez: vom Machtkampf zur öffentlichen Entschuldigung

Die Lage des argentinischen Stürmers war der rote Faden eines Großteils der Saison. Cerezo war in Aussagen, die aufgegriffen wurden, unmissverständlich: „Er ist ein Spieler von Atlético de Madrid und wird auch ein Spieler von Atlético de Madrid bleiben." „Auch wenn es Angebote gäbe, wir wollen ihn nicht abgeben", fügte der Präsident hinzu. Die Haltung des Vereins, so die kursierende Erzählung, ist es, trotz des Lärms keine Tür für einen Abgang zu öffnen.

Der Lärm kam von weit her. Zuerst die Weltmeisterschaft: Josema Giménez schied aus dem Turnier aus, ohne eine einzige Minute gespielt zu haben, der erste Rojiblanco, der raus war. Dann die Art und Weise. Ein Teil der Atlético-Anhängerschaft meint, der Spieler habe wenig Einsatz gezeigt und sollte die Saison auf der Bank beginnen; andere erinnern daran, dass Gil ihm Dinge versprochen hatte, die er dann nicht hielt. Die Kontroverse spitzte sich bis zur Entschuldigung zu: Julián bat die Fans um Verzeihung für seine Äußerungen während der WM, räumte ein, es sei „ein Fehler" gewesen, und gelobte Besserung. Der Rückzieher, wie er in der Diskussion getauft wurde, kam spät, aber er kam.

Der Markt: Sorloth, Gyökeres und die 20 Prozent von Villarreal

Sportlich hat der Markt mehr Bewegung gebracht, als es scheint. Der Fenerbahçe legte ein erstes Angebot für Sorloth über 35 Millionen vor, konzipiert als Leihe mit Kaufoption. Das Detail ist wichtig: Wird es als Leihe formalisiert und der Verkauf erst in der nächsten Saison vollzogen, würde Villarreal die 20 Prozent der Wertsteigerung nicht erhalten — ein Recht, das mit dem Ende dieses Sommertransferfensters abläuft. Die Juventus prüft laut Tuttosport ein Angebot von 30 Millionen für den Norweger im Januar, mit Jonathan David — an Atlético ausgeliehen — als Tauschobjekt, um die Positionen anzunähern. Der Unterschied zwischen beiden Bewertungen liegt bei rund fünf Millionen.

Gyökeres will derweil im Januar den Arsenal verlassen, mangels Spielzeit. Der Londoner Klub hat 25 Punkte aus zehn Spielen, der drittbeste Wert seiner Geschichte. Manche würden lieber Sorloth behalten, als den Schweden zu holen; andere entgegnen, dem Norweger fehle es an Charakter und er wandele in zu vielen Spielen über den Platz.

Der Kader: Grimaldo, Baena und das Loch im Zentrum

Grimaldo ist der beste linker Fuß für Freistöße im Team geworden, mit einem Schuss, der präzise fliegt und kurz vor dem Tor sinkt. Baena hat fünf Tore erzielt und ist Torschützenkönig. Kang-in Lee und Lookman haben sich oben festgesetzt, Giuliano Simeone liefert, was er liefert, und Barrios kehrt ins Maschinenraum zurück. Die Stammaufstellung hat bereits Form: Oblak; Llorente, Pubill, Hancko, Grimaldo; Giuliano, Hjulmand, Barrios, Baena; Kang-in und Julián oder Lookman.

Die Kritik richtet sich auf die Verteilung der Mittel. Es wird hinterfragt, dass 25 Millionen für Ruggeri und weitere 15 für den sogenannten Cutis Romerales ausgegeben wurden, während der Ersatz für Lenglet — der zum Benfica wechselte — weiterhin fehlt. Pubill, Normando und Giménez decken die Außenbahn ab, doch das Zentrum hinkt. Die Frage, die in der Luft liegt: War es Priorität, dem Tottenham 40 Millionen für einen Flügelstürmer zu zahlen, und nicht 16 dem Racing für einen Innenverteidiger?

Die WM und das Unbehagen mit der argentinischen Fraktion

Das Nationalmannschaftsturnier hat Wunden hinterlassen. Ein Teil der Anhängerschaft behauptet, die Argentinisierung der Kabine habe die DNA des Klubs verändert, und Atlético gehöre nach Madrid, nicht nach Buenos Aires. Das Verhalten einiger Nationalspieler wird kritisiert — Schubser, Gesten, Jubel — und gefordert, dass keine weiteren Spieler dieser Nationalität kommen sollen. Eine andere Strömung erinnert daran, was die Argentinier dem Klub gegeben haben, besonders 1974, und warnt, dass es ein schwerwiegender Fehler ist, Kampfgeist mit Identität zu verwechseln.

Die Politik schleicht sich in die Kabine

Marcos Llorente unterzeichnete ein Statement an Óscar Puente, in dem er ihm seine Eisenbahnpolitik und seinen Umgang mit den sozialen Medien vorwarf: „Wird es nicht Zeit, dass du Twitter beiseite legst und dich auf die Arbeit konzentrierst, für die wir dich bezahlen?" Der Text, der viel kommentiert wurde, warf den Politikern vor, sich wie Dreizehnjährige zu verhalten. Der Klub selbst schloss sich der Trauer um die Opfer des Zugunglücks von Toledo an.

Das Spiel gegen Depor und die Tabellenführung in Reichweite

Atlético besiegte Deportivo mit 1-0 durch ein Tor von Grimaldo und eine späte Parade von Oblak. Depor vergab in der letzten Spielminute eine unverständliche Chance, so eine, die man nur vergibt, wenn das Selbstvertrauen fehlt. Mit dem Sieg liegt das Team zwei Punkte hinter dem Spitzenreiter. Die offene Frage ist, ob dieser Start der Belastung der Saison standhält oder ob, wie 1991-92 und 1964-65, die Oktober-Zahlen als Fußnote enden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2428 Antworten).

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