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ATGM gegen Panzer: 50 Raketen pro Kampfunfähigem Fahrzeug
Ein Leopard 2 widersteht 1.000 mm Hohlladung, ein T-72 nur 450. Doch im Libanon-Krieg 2006 waren 50 Raketen pro ausgefallenen Panzer nötig.
Fünfzig Raketen für einen einzigen außer Gefecht gesetzten Panzer
Ein Infanterist trägt mit einem Javelin 22 Kilo — 16 für die Rakete und den Rest für das Startsystem —, zielt und feuert. Bei einem Treffer hat er gerade eine sechsstellige Rakete ausgegeben, um ein Fahrzeug vorübergehend kampfunfähig zu machen; es kann aus der Werkstatt zurückkehren und Wochen später wieder auftauchen. Die deutsche Entscheidung, Leopard 2 freizugeben, und der mögliche Versand von Abrams durch die USA haben den Kampfpanzer ins Zentrum der Diskussion gerückt. Damit stellt sich auch die unbequeme Frage: Ist ein 60-Tonnen-Panzer gegen eine Anti-Panzer-Rakete noch sinnvoll?
Welcher Schutz bietet ein Leopard 2 gegen Anti-Panzer-Raketen?
Die Zahlen in militärischen Analysen sind weniger episch als die Erzählung vermuten lässt. Der Leopard 2 bietet einen Schutz, der 700 mm gewalztem Stahl bei konventionellen Projektilen entspricht, und 1.000 mm gegen Hohlladungen, der Kategorie, in die die meisten Anti-Panzer-Raketen fallen. Der russische T-72 liegt bei 350 bis 450 mm. Das ist ein Generationsunterschied, kein Detail.
Hier liegt die erste Falle der Debatte. Einen Javelin mit einem Kornet zu verwechseln, ist nicht nebensächlich: Der Javelin wiegt 16 Kilo, 22 mit dem Rohr, während das Projektil einer Ataka rund 50 Kilo wiegt — es ist keine Infanteriewaffe, sondern eine für Fahrzeuge oder Hubschrauber. Den westlichen tragbaren Lenkflugkörper mit dem schweren russischen Arsenal zu vergleichen, bedeutet, zwei verschiedene Ligen zu mischen und daraus falsche Schlüsse zu ziehen.
Der Fall Libanon 2006: 1.000 Raketen für fünf Merkava-Panzer
Der Krieg zwischen Israel und Hisbollah 2006 ist das am häufigsten zitierte Laboratorium, wenn es um die realen Kosten geht, einen Panzer zu stoppen. Die kursierenden Berechnungen sind eindeutig: 1.000 abgefeuerte Raketen, fünf zerstörte Merkava-Panzer und etwa zwanzig beschädigte. Das ergibt rund 200 Raketen pro zerstörtem Panzer oder etwa 50 pro neutralisiertem Fahrzeug, wenn man die Beschädigten mitzählt. Bei dieser Quote lautet die Frage nicht, ob die Rakete den Panzer durchschlagen kann, sondern ob es sich lohnt, es überhaupt zu versuchen.
Die Rechnung hat noch eine andere Seite, die selten thematisiert wird. Ein Panzer braucht eine Woche zur Herstellung; die Ausbildung eines Soldaten dauert 18 Jahre. Die vollständige Aufstellung dieses Verhältnisses — Einheit für Einheit, Rakete für Rakete — zeigt eine Differenz, die überrascht, wer eine einfache Antwort erwartet.
Reichen 73 Panzer, um die Front zu verändern?
Zum Zeitpunkt des Berichts waren 73 Panzer zugesagt, von denen 40 bis 50 vor dem Sommer eintreffen sollten. Hinzu kommt, was keine Ankündigung löst: die Logistik für Bergung und Wartung, mechanische Probleme bei hastig aufbereiteten Fahrzeugen und die Ausbildung von Besatzungen, die vor einem Monat noch Desktop-Simulatoren spielten. Der Kampfpanzer ist keine Wunderwaffe. War er nie.
Die andere Strömung betont, dass das Problem nicht die Anzahl der Panzer sei, sondern die Doktrin. Panzer operieren, so das Argument, in gemischten Verbänden mit Schützenpanzern, Aufklärung, selbstfahrender Artillerie und eigenen Anti-Panzer-Waffen. Isoliert und ohne Luftunterstützung sind sie teure Ziele; integriert bleiben sie die beste bekannte Methode, großkalibriges direktes Feuer dorthin zu bringen, wo es benötigt wird.
Die angekündigte nukleare Bedrohung und die tatsächliche Warnung
Der Panzerversand wurde als Auslöser einer verbalen russischen Eskalation dargestellt. Die Überprüfung fiel weniger dramatisch aus als erwartet: Es handelte sich um eine Warnung auf einem OSZE-Forum über panzerbrechende Munition mit abgereichertem Uran, deren Lieferung als Einsatz „dreckiger Atombomben“ gegen Russland bezeichnet werden könnte. Nicht als Reaktion auf die deutsche Ankündigung, sondern in einem anderen Kontext und Zeitrahmen.
Manche behaupten, die Bedrohung habe existiert, andere weisen mit Datum darauf hin, dass nach der Freigabe nichts dergleichen geschah. Die Diskrepanz ist erheblich: Sie markiert den Unterschied zwischen einer Eskalation und einer Kommunikationsoperation. Auch sehen manche in dem gesamten Vorgang eine kommerzielle Manöver — den Leopard diskreditieren, um Abrams abzusetzen —, während andere daran erinnern, dass die USA nichts aus persönlichen Gründen tun, sondern nur aus Geschäftsinteressen.
Mit diesen Zahlen verschwindet der Panzer nicht vom Schlachtfeld. Er ist aber auch nicht die Festung, die sein Ruf versprach. Und wer die Leopard-Freigabe entschied, kaufte keinen Sieg: Er verwaltete eine Rechnung, die in Wochen der Werkstattzeit und 18 Jahren Soldatenausbildung bemessen wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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