Astún: 30 Verletzte und 80 Skifahrer hängen in Sessellift fest

Bei einem Unfall im Skigebiet Astún wurden mindestens 30 Menschen verletzt, während 80 Personen noch am Sessellift Canal Roya festhängen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Astún: 30 Verletzte und 80 Skifahrer hängen in Sessellift fest
Astún: 30 Verletzte und 80 Skifahrer hängen im Sessellift Canal Roya

Mindestens 30 Menschen wurden verletzt, darunter 17 schwer (neun sehr schwer und acht schwer), bei einem Unfall an einem Sessellift im Skigebiet Astún in den aragonesischen Pyrenäen. Laut Augenzeugenberichten aus sozialen Medien war der Vierersessellift „Canal Roya“ betroffen. Unter den Opfern befindet sich eine Frau, die ins Krankenhaus Miguel Servet in Zaragoza gebracht wurde; weitere Details sind nicht bekannt.

Das Wintersportzentrum wurde geschlossen, und die Krankenhäuser von Jaca, Huesca, Miguel Servet, Clínico Universitario, Royo Villanova und Barbastro wurden aktiviert. Der Rettungsdienst 061 verstärkte seine Kräfte und setzte vier Helikopter für Evakuierungsmaßnahmen ein, während die Regierung von Aragonien die Telefonnummer 976715980 für Angehörige der Verletzten bereitstellte. Währenddessen saßen immer noch Menschen auf den Sitzen.

Was ist über die Ursachen des Unfalls bekannt?

Die Ursache ist noch nicht geklärt. In den ersten Stunden kursierte die Hypothese eines Abrisses eines Sitzes aufgrund von Kabelproblemen, was jedoch durch keinen technischen Bericht bestätigt wurde. Der Präsident von Aragonien, Jorge Azcón, reiste zusammen mit Innenminister Roberto Bermúdez de Castro zum Ort des Geschehens, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Im Laufe des Tages schwankten die Erklärungen zwischen mechanischem Versagen und Kontrollversagen. Wer die Maschine betrachtet, sieht ein Lager; wer das System betrachtet, sieht eine Unterschrift auf Papier. Beide Lesarten passen zu demselben Unfall, und keine davon ist abgeschlossen.

Achtzig Menschen hängen im Sessellift fest

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk berichtete, dass mindestens 80 Menschen weiterhin im Sessellift festsaßen und auf ihre Rettung warteten. Die ersten Berichte kamen über soziale Medien: Ein Sitz lag im Bereich Canal Roya, Ambulanzen fuhren zur Anlage hinauf, Tragen wurden die Piste hinuntergebracht. Eine oft wiederholte Geschichte stammt von einem Skifahrer, der diese Anlage zwei Wochen zuvor genutzt hatte: „Ich habe vor 15 Tagen in Truchas Ski gefahren. Ich bin von Truchas zum Vierersessellift Canal Roya gegangen. Das ist der, der gestürzt ist.“

Mit den Stunden änderte sich der Ton. Von Solidarität mit den Verletzten ging es schnell über zu Verdächtigungen bezüglich der Wartung, und dann zur naheliegenden Frage: Wenn jemand etwas wusste, warum wurde die Anlage nicht gestoppt?

Wer prüft und wer haftet, wenn ein Sessellift versagt?

Laut Brancheninsidern schreibt die Gesetzgebung für Seilbahnen intensive vorbeugende Wartung vor: Nach bestimmten Betriebsstunden oder Jahren werden Räder demontiert, Lager gewechselt und Achsen sowie Schweißnähte überprüft, neben vielen anderen Checks. Das Problem sei nicht die papierbasierte Norm, sondern wer sie unterzeichnet und mit wie viel Sachverstand.

Wie mehrere Teilnehmer beschreiben, betreibt ein Unternehmen die Anlagen, während die Inspektionen von externen Prüfstellen durchgeführt werden, die akkreditiert sind und Protokolle an die Verwaltung senden müssen, welche wiederum die Überprüfung verlangt. Vor Ort wird argumentiert, dass dieses System zu einer Formalie geworden ist: geschlossene Checklisten, wenig Spielraum für technisches Ermessen und eine Haftungskette, die eher dem Schutz dient als der Erkennung von Verschleiß. Wenn etwas schiefgeht, liegt der Fokus auf dem unterschreibenden Inspektor, dem Betreiber und, falls dieser nicht reagiert, auf dem subsidiären Verantwortlichen.

Frühere Erfahrungen mahnen zur Vorsicht: Ein Hobby-Skifahrer erinnerte sich an einen anderen Eröffnungstag in einem anderen Resort, wo mehr als 100 Menschen stundenlang festsaßen, weil die Lifte mit Generatoren betrieben wurden und die Sitze manuell bewegt werden mussten, um die Leute zu evakuieren. Dies ist kein neues Szenario. Nur die Zahl der Verletzten hat sich geändert.

Lager, Bremsen und ein Kabel außerhalb seiner Führung

Unter den im Thread diskutierten Erklärungen deutet eine häufig genannte auf ein geplatztes Rollenlager hin, das das Kabel aus seiner Führung gedrückt haben könnte. Eine andere Theorie weist auf einen Stromausfall hin: Ohne Energie können die Sitze ohne Bremse fallen, obwohl diese Systeme über einen dieselbetriebenen Hilfsmotor für Stromausfälle verfügen. Es handelt sich um Hypothesen, nicht um Schlussfolgerungen.

Was laut einem Teilnehmer kaum Diskussion zulässt, ist, dass ein defektes Lager hörbar ist, bevor es bricht. Dieses Geräusch – die fast immer vorhandene Vorwarnung – hätte irgendwo im Prozess Alarm schlagen sollen. Zu finden, wo genau dies fehlgeschlagen ist, ist derzeit das eigentliche Ziel der Ermittlungen.

Skipass für 70 Euro und das Preisparadoxon

Der Unfall hat einen unbequemen Vergleich wiederbelebt: Skifahren in Spanien ist teurer als in Frankreich oder der Schweiz, so die unter Enthusiasten kursierende Einschätzung, wobei die wahrgenommene Qualität nicht immer mithält. Der Tagespass wird in einigen Resorts bei etwa 70 Euro genannt, ein Preis, den der Skifahrer zahlt in der Erwartung, dass die Anlage gewartet ist. Die Beschwerde wiederholt sich: Den Skipass zu Goldpreisen verkaufen für so etwas.

Einige fügen hinzu, dass der Wintertourismus ein Zirkus aus Materialverleih, Hotels und Drumherum für wenige Ferientage sei, und dass die Wartung genau der Teil ist, den niemand sieht und für den niemand zahlen will. Andere kontern, dass das Profil des spanischen Skifahrers weit vom Klischee entfernt ist: Es gibt Arbeiter aus Navarra und Guipúzcoa mit Tarifverträgen, die mehr als 45.000 Euro brutto pro Jahr vorsehen, sowie Schulskiausflüge von öffentlichen Schulen.

Wer bezahlt die Wartung eines Skigebiets?

Das Betriebsmodell steht im Zentrum der Debatte. Im Thread wird behauptet, das Skigebiet sei privat, woraus das am häufigsten wiederholte Argument folgt: Wenn die Anlage privat ist, zahlt der Unternehmer die Wartung, basta. Die öffentliche Variante der Debatte geht in eine andere Richtung: Wenn Betrieb oder Inspektion von der Verwaltung abhängen, enden Überprüfungen oft als Aktenzeichen, die nur zur Erfüllung der Formalitäten unterschrieben werden, und die tatsächliche Sicherheit wird zum Nebeneffekt.

Keine der beiden Versionen erklärt allein, wie ein Sitz, der die administrativen Kontrollen passiert hat, auf dem Boden landet mit 30 Verletzten. Genau diese Kluft trennt ein unterschriebenes Papier von einer funktionierenden Maschine.

Am selben Tag des Unfalls korrigierte der Präsident von Aragonien die Zahl der Verletzten nach unten und erklärte, der Sessellift habe die administrativen Kontrollen bestanden. In der Luft, auf ihre Rettung wartend, befanden sich immer noch Dutzende von Menschen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (208 Antworten).

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