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Protest vor La Moncloa: zwischen 300 und 1.000 Teilnehmer
Die um 20 Uhr vor La Moncloa einberufene Demonstration zog zwischen 300 und 1.000 Menschen an, unterstützt von Vox, mit Kritik an Feijóo wegen des ausbleibenden Misstrauensantrags.
Hunderte vor La Moncloa nach kurzfristiger Einberufung
Das Ziel war hochgesteckt: Um 20 Uhr vor La Moncloa gegen die Regierung protestieren. Die Schätzung, basierend auf der tatsächlichen Beteiligung, lag zwischen 300 und knapp 1.000 Personen. Weder der Ort, noch die Uhrzeit – ein Werktag – noch die kurzfristige Ankündigung halfen dabei, den Platz zu füllen.
Die Botschaft hinter dem Aufruf kannte keine Nuancen: Sie sprach vom Sturz des „Tyrannen“ und verglich den Tag mit dem Euromaidan, dem Arabischen Frühling und dem Ende der rumänischen Diktatur. Im Hintergrund stand der Verweis auf angebliche Audioaufnahmen, die laut den Organisatoren eine korrupte Führung der Exekutive belegen sollen; ihr Inhalt wurde unabhängig nicht verifiziert.
Wer unterstützte die Demonstration vor La Moncloa
Das Spektrum der Unterstützer spiegelte das Umfeld der Partei Vox wider. Es tauchten studentische Gewerkschaften wie Voces Libres und Alternativa Estudiantil auf, Parteikader – Ignacio Garriga, Javier Ortega Smith, Carlos Quero, Sprecher José Antonio Fuster –, Plattformen wie Hazte Oír sowie Stimmen aus dem gleichgesinnten Medienumfeld, zusätzlich ein ehemaliger Vizepräsident von Kastilien-León.
Der Aufruf wurde mit wenig Vorlaufzeit verbreitet. Dieses Detail, das die Organisatoren als Stärke sehen konnten, wurde zum Hauptkritikpunkt der Skeptiker: Ohne Zeit, Busse aus anderen Provinzen zu chartern, hing die Veranstaltung von dem Publikum ab, das sich bereits an einem Werktag in Madrid befand.
Wie viele kamen: von 300 bis knapp 1.000
Hier beginnt das Hin- und Herschieben der Zahlen. Die am selben Nachmittag veröffentlichten Schätzungen reichten von einem „Flop mit 300 Personen“ bis zu „wir waren fast 1.000“, dazwischen lag eine mittlere Berechnung von „mehr als 500“. Keine stammte von offiziellen Quellen. Hinweise vor Ort deuteten auf einen abgesperrten Polizei-Perimeter und überlastete Zugänge hin, während einige Videos zeigten, dass die Teilnehmer nur einen bescheidenen Raum einnahmen.
Es gab auch lokale Spott: Wer den Vergleich mit dem üblichen Trubel in der Gegend zog, wer scherzte, dass „alle in ein Taxi passen“, und wer die Dichte der Beamten bemerkte – „ein Undercover-Agent pro zwei Demonstranten“ –, ein Verhältnis, das bei kaum einer anderen Protestaktion zu finden ist.
Der Misstrauensantrag, den Elisa Beni von Feijóo forderte
Eine politische Nebenwirkung des Tages war der Druck auf den Oppositionsführer. Die Journalistin Elisa Beni kritisierte Feijóo scharf dafür, keinen Misstrauensantrag einzubringen: „Das ist Feigheit“, schrieb sie, bevor sie argumentierte, dass es, wenn die Situation unhaltbar sei, die politische Pflicht sei, das geeignete Instrument zu nutzen, um sie zu stoppen.
Das Argument hat seine verfahrenslogische Berechtigung: Der Misstrauensantrag ist der reguläre Weg, um im Parlament einen Regierungswechsel zu versuchen. Dagegen spricht die Arithmetik – ohne die nötigen Mehrheiten würde der Versuch scheitern – und die gegenteilige Lesart, die darin einen Gefallen für den Gegner sieht. Dieses Dilemma, zwischen Geste und Kalkül, schwebte über dem gesamten Nachmittag.
Der Fokus wanderte zum Freund von Ayuso
Während der Protest verebbte, lieferte die Justiz ein neues Schlagzeilenthema: Richterin Inmaculada Iglesias stellte Alberto González Amador, den Partner der Madrider Präsidentin, wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung gegenüber Hacienda (spanische Finanzverwaltung) in Höhe von 351.000 Euro für die Geschäftsjahre 2020 und 2021 sowie wegen Urkundenfälschung vor Gericht. Die Nachricht, unabhängig vom Aufruf, nährte den Verdacht, dass der Protest mit anderen Themen um Aufmerksamkeit konkurrierte.
Die Debatte darüber, ob Demonstrieren etwas bringt
Die Diskussion lenkte sich auf eine ältere Frage als der Protest selbst: Wozu dient es, sich vor der Macht zu versammeln? Eine Strömung behauptete, die Mobilisierung sei ein Geschenk für die Regierung gewesen, da sie gleichgesinnten Medien erlaubte, die Unzufriedenheit auf eine Handvoll Fanatiker zu reduzieren. Eine andere verteidigte genau das Gegenteil: Jede Aktion, die das Informationsmonopol bricht, hat Wert, auch wenn nur 500 Menschen kommen.
Dazwischen mischten sich Vorschläge aller Art, von der Verwandlung des Drucks in Besuche bei offiziellen Veranstaltungen bis zum Vertrauen darauf, dass die Überdrüssigkeit mit der Zeit wächst. Und historische Referenzen, mehr oder weniger passend, zu Revolutionen, die klein begannen.
Mit einer Zählung, die niemand bestätigt, und einer Ursache, die ihre Initiatoren als offensichtlich ansehen, lässt der Protest eine offene Frage zurück: Bewirkt die Unzufriedenheit ein Transparent oder macht sie nur Lärm?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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