Asowstal: Das fünfstöckige Biologielabor, das nie auftauchte

Das Azowstal zugeschriebene fünfstöckige Biologielabor bleibt öffentlich unbestätigt: keine Anlagen, keine NATO-Generäle, keine überprüfbaren Spuren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Asowstal: Das fünfstöckige Biologielabor, das nie auftauchte
Was aus dem fünfstöckigen Biologielabor von Asowstal wurde

Wo sind die fünfstöckigen Biologielaboratorien, die dem Stahlwerk Asowstal zugeschrieben wurden? Die Frage kursiert seit Langem und bleibt ohne überprüfbare Antwort. Es wurde sogar behauptet, dort operiere ein von Soros finanziertes Netzwerk, mit NATO-Generälen in den Kellern und bis hin zu einem hohen französischen Befehlshaber. Nach dem Fall des Werks ist davon öffentlich keine Spur aufgetaucht. Die Diskussion hat sich inzwischen auf andere Schauplätze verlagert, ohne dass jemand den alten Vorgang abgeschlossen hätte.

Von den Kellern Asowstals nach Popasna: Eine Spur, die sich verliert

Die Geschichte der Biologielaboratorien hatte alle Zutaten einer guten Falschmeldung: unterirdische Anlagen, ausländische Finanzierung und versteckte Militärführer. Die Rede war von einem französischen General, einem angeblichen Patton in einem Untergeschoss mit einer vom Friedhof Arlington mitgebrachten Karte und diversen Admirälen. Keines dieser Elemente wurde bestätigt. Als das Werk fiel, sprang der Fokus der Berichterstattung zu Popasna, und die Sache blieb verwaist zurück.

Manche vergleichen es mit den Massenvernichtungswaffen im Irak: ein Argument, das eine Intervention rechtfertigt und sich später folgenlos auflöst. Der Vergleich ist kein Zufall. In beiden Fällen wurde eine biologische oder chemische Bedrohung beschworen, um eine Aggression zu stützen, und in beiden Fällen fehlte jede unabhängige Überprüfung.

Was geschah mit den Biologielaboratorien in der Ukraine?

Die kurze Antwort lautet: Es gibt keine öffentliche Bestätigung für die Existenz dieser fünf Etagen oder des Soros zugeschriebenen Netzwerks. Was es gibt, ist ein Muster: Der Vorwurf wird mit großem Aufwand erhoben, wird gehalten, solange die heiße Phase der Offensive dauert, und wird fallengelassen, sobald sich das Terrain ändert. Die Erzählung wird dann auf ein neues Ziel umgeleitet.

Die optimistischste Rechnung der Anhänger der ursprünglichen These geht davon aus, dass die Informationen weiterhin geheim eingestuft sind. Das skeptischste Szenario startet von der Annahme, dass es nie etwas zu zeigen gab. Zwischen beiden Extremen ist das Einzige, was überprüfbar ist, dass das Werk fiel und niemand die versprochenen Anlagen vorgezeigt hat.

Propaganda als zweischneidige Waffe

Die Diskussion verlagerte sich bald auf das Gebiet der Desinformation. Den nahen Medien der einen Seite wird vorgeworfen, jedes Gerücht ohne Prüfung zu verstärken, und der Gegenseite, genau dasselbe zu tun, wenn es ihr passt. Das Ergebnis ist ein Ökosystem, in dem die Überprüfung das Letzte ist, was zählt.

Die Episode hinterlässt eine unbequeme Lektion: Wenn eine so große Geschichte ohne Erklärung verpufft, leidet die Glaubwürdigkeit dessen, der sie verbreitet hat. Und auch die dessen, der sie ohne Belege dementiert hat.



Am Ende ist das fünfstöckige Labor von Asowstal zum Gast geworden, der nie zur Party kam. Es wurde mit großem Tamtam angekündigt, man wartete wochenlang auf sein Erscheinen, und als das Werk fiel, konnte sich plötzlich niemand mehr erinnern, es je habe eintreten sehen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (20 Antworten).

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