Aragón streicht Arabisch- und Marokko-Kulturprogramm an zehn Schulen

Die Regionalregierung von Aragón in Spanien beendet das Programm für arabische Sprache und marokkanische Kultur an zehn Schulen. Die von Vox getragene Maßnahme befeuert die Integrationsdebatte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Aragón streicht Arabisch- und Marokko-Kulturprogramm an zehn Schulen
Vox stoppt Arabisch- und Marokko-Kulturunterricht in Aragón

Der Vizepräsident der Regierung von Aragón, Alejandro Nolasco, kündigte am Sonntag die Abschaffung des Programms für Arabische Sprache und Marokkanische Kultur an den zehn Schulen der spanischen Region an, an denen es unterrichtet wurde. Die Maßnahme, die in diesem Schuljahr in Kraft tritt, wurde mit einer Botschaft in den sozialen Medien begründet: «Nein zur Sarracinisierung Europas. Und nein zur Sarracinisierung Spaniens». Nolasco, von Vox, hat auch die wöchentlichen Zahlungen an unbegleitete ausländische Minderjährige gestrichen – Teil einer Linie des Abbaus von Programmen mit Migrationsbezug.

Eine Entscheidung mit politischem und wirtschaftlichem Hintergrund

Die Entscheidung ist nicht nur symbolisch. Dahinter steht ein Kampf um die Deutungshoheit über den kulturellen Kurs an öffentlichen Schulen. Während die einen eine Budgeteinsparung und einen Stopp dessen sehen, was sie als äußeren Einfluss betrachten, weisen andere darauf hin, dass ein Instrument der Integration verloren geht. Das Programm lief seit Jahren an zehn Schulen, mit öffentlicher Finanzierung und spezialisierten Lehrkräften. Seine Streichung lässt diese Schüler ohne einen Raum zum Erlernen ihrer Herkunftssprache und -kultur zurück.

Interessanterweise gibt es einen Alternativvorschlag: das Fach nutzen, um textkritische Auseinandersetzung mit dem Koran und mit der alawitischen Monarchie zu lehren, statt es abzuschaffen. Diese Idee kursiert in der öffentlichen Debatte, kollidiert aber mit der offiziellen Linie von Vox, die jeden Rest dessen beseitigen will, was sie als Indoktrination betrachtet.

Die Maßnahme fügt sich in die Agenda von Vox in der Koalitionsregierung mit der PP (Volkspartei) in Aragón ein. Kulturpolitik wird zum Konfrontationsfeld, während die Wirtschaftspolitik in den Hintergrund rückt. Die Frage ist, ob diese Entscheidung einem echten Wunsch der Familien entspricht oder einer Strategie der Wahlmobilisierung. Die Zeit wird es zeigen, aber die Zahl ist eindeutig: Zehn Schulen in Aragón unterrichten kein Arabisch und keine marokkanische Kultur mehr.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (26 Antworten).

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