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Anwalt meldet erfundene Urteile des Obersten Gerichtshofs
Eine Kanzlei behauptet, es gebe Urteile in unter 24 Stunden mit erfundenen Paragrafen und Präzedenzfällen. Der CGPJ und die Justizverfehlung stehen im Zentrum der Debatte.
Urteile in 24 Stunden mit erfundenen Gesetzen und Supreme-Court-Entscheidungen
Kann ein Richter am Tag der Verhandlung urteilen, ohne medizinische Gutachten gelesen oder Zeugen gehört zu haben? Eine Familienkanzlei für Zivil-, Arbeits-, Strafrecht und Scheidungen behauptet, dass dies bereits geschieht: Entscheidungen gegen die Verwaltung innerhalb von weniger als 24 Stunden, mit Artikeln aus nicht existierenden Gesetzen und Urteilen des Tribunal Supremo (Oberster Gerichtshof), deren Aktenzeichen und Daten offiziell klingen, aber im CENDOJ nicht auffindbar sind. Der Vorwurf lautet, dass KI ohne Aufsicht in die Justiz eingedrungen ist und niemand die Spuren beseitigt.
Der Bericht des Insiders ist detailliert. In den PDFs der Urteile finden sich Fettungs-Sterne, Code-Blöcke und Copy-Paste-Symbole, die den Ursprung des Textes verraten. Der Richter war angeblich nicht im Saal: Die Entscheidung wird aus den vorbereitenden Schriftstücken erstellt, sodass neue Zeugenaussagen oder Dokumente während der Verhandlung ignoriert werden. Daraus resultieren ständige Anträge auf Nichtigkeitserklärung und zusätzliche Kosten für den Mandanten, der um seine Rente oder sein Haus kämpft, während jemand hastig unterschreibt.
Was sagt der CGPJ und was riskiert ein Richter?
Die häufigste institutionelle Gegenreaktion ist: Dafür gibt es den Consejo General del Poder Judicial (Allgemeiner Rat der Richtergewalt), und ein Richter, der eine Entscheidung mit erfundenen Präzedenzfällen unterzeichnet, riskiert seinen Posten. Das ist kein leichtgewichtiges Argument. Die richterliche Laufbahn hat ein Disziplinarsystem, und Justizverfehlung ist eine Straftat; die Frage ist also nicht, ob es möglich ist, sondern ob das System es erkennt und sanktioniert. Manche erinnern daran, dass in den letzten Jahrzehnten nur wenige prominente Richter aus dem Dienst entfernt wurden, was das Gefühl der Straflosigkeit nährt.
Das Gegenargument besagt, dass KI nichts Neues erfunden hat: Das Kopieren juristischen Ballasts und Füllargumente gab es schon vor ChatGPT. Neu sind die Geschwindigkeit und die digitale Spur. Früher wurden Argumente erfunden; heute werden Präzedenzfälle erfunden. Der Unterschied ist, dass ein erfundenes Urteil in zwei Minuten überprüfbar ist, ein schlechtes Argument nicht.
Der Anwalt, der Prozesse mit Datenbanken gewinnt, und derjenige, der den Chat nutzt
Die Diskussion lenkt auf ein unbequemes Thema: Es sind nicht nur die Richter. Es gibt Anwälte, die zugeben, wie üblich zwei juristische Datenbanken zu nutzen, und andere, die laut Kollegen unkontrolliert Chats verwenden. Die gegenseitigen Anschuldigungen zwischen Pflichtverteidigern und Privatanwälten sind klassisch: Einige sagen, die Vergütung sei schlecht, daher werde wenig Zeit investiert; andere antworten, der Preis rechtfertige keine Pfuscherei. Im Mittelpunkt steht der Verdacht, dass das Problem nicht das Werkzeug ist, sondern der Mangel an Aufsicht.
Das auffälligste Detail betrifft unsichtbare Zeichen. Wer digitale Dokumente prüft, findet in den Entscheidungen Formatierungssymbole, die dort nichts verloren haben. Dies beweist, dass der Text ungefiltert eingefügt wurde. Ein Richter kann sich irren; was nicht tragbar ist, ist, wenn der Fehler mit dem Copy-Paste-Wasserzeichen daherkommt.
Ist dies ein Massenphänomen oder ein Einzelfall?
Es gibt keine offiziellen Zahlen in dem Material. Was es gibt, sind Augenzeugenberichte, einige sehr konkret, und eine klare Spaltung zwischen denen, die es als verbreitete Praxis sehen, und denen, die es für unwahrscheinlich halten. Die digitale Justiz 2.0 erlaubt bereits die Unterschrift per Klick; die Frage ist, wie viele Klicks ohne Lesen erfolgen. Solange es keine Statistik über aufgehobene Urteile wegen inexistenten Präzedenzfällen gibt, bleibt die Diskussion im Bereich des begründeten Verdachts.
Die abschließende Ironie liefert das System selbst: Wenn die KI Gesetze halluziniert und der Richter ohne Lesen unterschreibt, ist der Einzige, der in der Kette arbeitet, der anrufende Anwalt. Und dieser verdient Geld.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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