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American Pie ist schlecht gealtert: Das Porträt von 1999 trägt nicht mehr
Die Komödie von 1999 zeigte eine Teenagerwelt ohne soziale Medien und Tinder. Diese Welt ist heute unerkennbar – die Frage ist, wer sich verändert hat: der Film oder das System.
American Pie ist schlecht gealtert: Ein Porträt von 1999, das niemand mehr wiedererkennt
Fünfundzwanzig Jahre später ist die Welt, die American Pie (1999) zeigte, verschwunden. Was damals eine derbe Komödie über das sens Erwachen einer Gruppe von Highschool-Schülern war, ist heute ein archäologisches Dokument: das frühe Internet zu Hause, verschlüsseltes Prono auf Canal+ und eine männliche Angst, die man heute mit einer App lösen würde. Der Film ist nicht schlecht gealtert, weil seine Witze schlecht sind; er ist schlecht gealtert, weil sein Rohstoff – das Geheimnis und die Demütigung der Teenagerzeit – nicht mehr existiert.
Der zerbrochene Spiegel der analogen Adoleszenz
Die häufigste Diagnose ist eine technologische. 1999 hatte ein Fünfzehnjähriger weder soziale Medien noch YouTube: Das einzige Fenster zu fremden Körpern waren Magazine, die Venca-Kataloge (der von 1985 prägte eine ganze Generation) und mit Glück eine verschlüsselte Szene im Fernsehen. Diese Ökonomie der Knappheit war der Motor des Films. Die Austauschschülerin, die im berühmtesten Moment des Films die Hauptrolle spielte, hätte heute ein Abo-Content-Konto, und der Hype, den sie auslöste, würde gar nicht erst entstehen. Man argumentiert, die Figur der Nadia wäre mit der heutigen Technik einfach eine Content-Creatorin unter vielen, kein Mythos.
Die Zerstörung des Geheimnisses betrifft alle Figuren. Jim, der Protagonist, wäre auf Dating-Apps ignoriert worden und hätte hunderte Videos von angeblichen „Gewinnern“ gesehen, die gedemütigt werden. Der Schlauberger, der sich Eroberungen ausdachte, könnte die Lüge mit einem Profil ohne Trinc nicht aufrechterhalten. Die rothaarige Flötenspielerin wäre nicht mehr lustig, weil jeder alles schon als Kind gesehen hat. Die Technologie hat nicht nur die Regeln geändert: Sie hat das Spielbrett zerschlagen.
War es der Film oder war es die Welt?
Aber es gibt Stimmen, die die technologische Diagnose ablehnen. Schlecht gealtert ist mehr als der Film die Welt im Allgemeinen. Damals wollten Teenager erwachsen werden; heute wollen Erwachsene für immer Kinder bleiben. Diese Umkehrung der Werte hat Hollywood nicht verursacht. Eine Strömung führt sie auf die Finanzrettung von 2008 zurück, die den Aufbau einer Farce aus Sozialingenieurskunst erzwang, um ein Schuldensystem zu stützen. Der Film hätte niemanden verdorben; das Geldsystem hätte die Drecksarbeit erledigt.
Der Kontrast ist interessant: Die einen sehen American Pie als Agent des Wandels, die anderen als bloße Aufzeichnung. Die ersten glauben, die Komödie habe zur Normalisierung bestimmter Verhaltensweisen beigetragen; die zweiten entgegnen, alles sei längst erfunden gewesen und das Kino habe nur widergespiegelt, was die amerikanische Jugend seit den 1950ern erzählte. Beide Lesarten stimmen in einem Punkt überein: Der Film ist ein Dokument seiner Zeit – nur nutzen ihn die einen als Spiegel und die anderen als Protokoll.
Ein Genre, das schon 1999 alt war
Man sollte sich daran erinnern, dass American Pie das Genre nicht erfunden hat. Porky's von 1981 hatte das zwanzig Jahre zuvor getan – und mit weniger Scham. Die Version von 1999 wird oft als entkoffeinisiertes Produkt beschrieben, eine Kopie für eine Generation mit weniger Selbstbewusstsein. Schon der Titel des Films verweist auf eine Tradition, die bis in die 1950er zurückreicht: das sens Erwachen amerikanischer Teenager mit derbem Humor darzustellen.
Das Genre ist heute tot. Die letzte Komödie, die an den Kinokassen durchbrach, war Hangover von 2009 – und das ist schon 17 Jahre her. Seitdem war keine Teenagerkomödie mehr ein Phänomen. Die Streamingplattformen haben das Publikum fragmentiert, und Demütigungshumor ist in einer Kultur, die Grenzüberschreitung bestraft, unangenehm geworden. Die Frage lautet also nicht, warum American Pie schlecht gealtert ist, sondern warum er heute nicht mehr erscheinen könnte.
Die Diskussion bleibt an einem Punkt hängen: Hat der Film die Generation verändert, oder hat das System den Film verändert? Es gibt keinen Konsens. Das Einzige, was klar ist: American Pie kann man nicht mehr so ansehen wie früher – nicht wegen Zensur, sondern weil die Welt, die er beschrieb, unerkennbar ist. Und das ist vielleicht der beste Beweis dafür, dass die Zeit vergeht: Das Geheimnis ist vorbei, und nur die Nostalgie bleibt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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