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Amazon klagt über Fachkräftemangel in Spanien: Gehälter sind das Problem
Eine AWS-Managerin beklagt den Mangel an Tech-Talenten in Spanien. Die Branche kontert mit niedrigen Löhnen von 24.000 Euro im Vergleich zu US-Gehältern.
Amazon klagt über Fachkräftemangel in Spanien: Die Branche zeigt auf die Gehälter
Eine Führungskraft von Amazon Web Services argumentiert, dass Angebot und Nachfrage im spanischen Technologiesektor nicht im Gleichgewicht stehen und es schwierig sei, Profile mit der erforderlichen Qualifikation zu finden. Diese Aussage, die zum Schlagzeilenstoff wurde, hat eine Debatte wiederbelebt, die sich in der Branche bei jeder Einstellungsperiode wiederholt: Ob es wirklich an Talenten fehlt oder ob es am Willen mangelt, sie angemessen zu bezahlen. Die überwiegende Mehrheit antwortet mit Letzterem.
Das dominierende Argument bestreitet nicht, dass Stellen unbesetzt bleiben. Es bestreitet die Ursache. Mit einem Bruttojahresgehalt von 24.000 Euro lockt man keine Spitzenkräfte, fasst eine häufige Analyse über den Bankensektor zusammen, der von Profilen mit mittlerer Vergütung geprägt ist, die nicht mit internationalen Muttergesellschaften konkurrieren können. Der Vergleich mit Amazon wird am häufigsten zitiert: 50.000 bis 60.000 Euro pro Jahr in Spanien gegenüber 150.000 Euro im Hauptsitz in Seattle, mit Auswahlverfahren, die bis zu sieben Interviews umfassen. Für dieselbe Arbeit die Hälfte zu zahlen und dies als Talentmangel zu bezeichnen, hat einen Namen.
Was kostet das gesuchte Talent?
Die am weitesten verbreitete Berechnung ist einfach. Ein Senior-Profil, das Cloud-Ökosysteme, Automatisierung und mehrere Programmiersprachen beherrscht, kostet mindestens 250.000 Euro brutto jährlich, wenn man einen etablierten Spezialisten wirklich abwerben will. Diese Zahl wird als Provokation lanciert, ordnet aber die Debatte: Wenn das Budget nicht ausreicht, liegt das Problem nicht am Angebot an Fachkräften, sondern am Gehaltsangebot.
Es gibt eine zweite Ebene. Der spanische Technologiesektor funktioniert mit einer Kostenstruktur, die Betriebszugehörigkeit belohnt und Anstrengung bestraft. Ein etablierter Senior, der nur seine Pflicht erfüllt, verdient etwa 50.000 Euro. Ein anderer, der Zertifizierungen absolviert, Überstunden macht und eigene Projekte pflegt, um nicht veraltet zu wirken, kommt auf 60.000 Euro. Nach Abzug der Steuern beträgt der Unterschied etwa 400 Euro pro Monat. Geteilt durch die Überstunden kann der Zweite pro Stunde weniger verdienen als der Erste. So zerstört man die Motivation eines ganzen Teams, ohne jemanden zu entlassen.
Ausbildung, für die niemand zahlen will
Die häufigste Kritik lautet nicht, dass Genies fehlen, sondern dass Unternehmen nicht investieren, um ihre bestehenden Mitarbeiter zu guten Fachkräften weiterzubilden. Es wird darauf hingewiesen, dass ein fünfstündiger Grundkurs in Analysetools die gesamte Weiterbildung darstellt, die einige in zehn Jahren erhalten haben. Der alternative Vorschlag ist klar: Unvollkommene Profile einstellen und ausbilden, statt auf einen kompletten Spezialisten zu warten, der bereit ist, wenig zu verlangen.
Die Diagnose des spanischen Unternehmensgewebes ist noch härter. Viele Firmen setzen Softwareverbesserungen nur um, wenn etwas kaputtgeht oder wenn Subventionen im Spiel sind. Produktivität und Prozessoptimierung stehen nicht auf ihrer Prioritätenliste. Man beschreibt Büros, die Excel-Dateien von 40 Megabyte hin- und herschieben, und 32-Bit-Anwendungen, die auf 64-Bit-Prozessoren laufen. Der Sprung zur künstlichen Intelligenz trifft sie ohne Grundlage.
Der Vermittler, der alles verteuert
Ein Teil der Analyse richtet sich gegen Beratungsunternehmen als Marktverzerrer. Ihnen wird vorgeworfen, teure Dienstleistungen und mittelmäßige Lösungen zu Goldpreisen zu verkaufen, mit Servern für 20.000 Euro, deren Hardware die eines Heimcomputers nicht übertrifft, die als ökologisch wegen ihres geringen Verbrauchs verkauft werden und an zusätzliche Lizenzen gebunden sind. Der Kunde zahlt für Pfusch, und der Pfusch rechtfertigt den nächsten.
Im öffentlichen Sektor wiederholt sich dieses Muster mit einer anderen Schuldzuweisung. Beamte mit 50.000 Euro Jahresgehalt beaufsichtigen Subunternehmer, die nach Tarifvertrag weniger als 30.000 Euro verdienen, wobei es häufig Vorwürfe bezüglich der Haltung oder der Qualifikationen des externen Personals gibt. Einige behaupten, die Arbeit scheitere an Entscheidungen der öffentlichen Seite und nicht des Auftragnehmers, aber die Kritik fällt immer auf dieselbe Seite.
Abwanderndes Talent und Bleibendes
Die häufigste Schlussfolgerung ist migrationsbezogen. Wer Talent hat und mobil sein kann, geht. Wer bleibt, rechnet, ob sich der Einsatz für 400 Euro im Monat lohnt oder ob er sich der Kultur des minimalen Aufwands anschließt. Der Hintergrundverdacht lautet, dass Talent nicht nur schlecht bezahlt wird, sondern auch unbequem ist. Es wirft Schatten auf jene, die ohne Verdienst aufgestiegen sind, und macht den Hervorstechenden zum Problem für seinen Chef.
Genau hier stockt die Analyse. Wenn die Gehaltsdiagnose korrekt ist, müsste man nur die Angebote erhöhen, um offene Stellen zu besetzen. Und dennoch veröffentlichen Unternehmen weiterhin dieselben Bedingungen und geben dem Markt die Schuld. Etwas in dieser Gleichung passt nicht, und niemand erklärt genau, was.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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