Mit dem Handy am Ohr an der Supermarktkasse bezahlen: die Geste, die den selbstverliebten Frotzler verrät
Ein Kunde kommt mit kabellosen Kopfhörern an die Supermarktkasse, spricht leise und nimmt seine Umgebung nicht wahr. Die Kassiererin fragt: "Wie bitte?" Die Antwort ist ein herablassendes Lächeln und ein "Tut mir leid, ich bin am Telefon." Die Szene, die täglich in jeder Kette zu sehen ist, hat eine hitzige Debatte über die Grenzen der Höflichkeit im Zeitalter der ständigen Erreichbarkeit ausgelöst.
Der eigentliche Vorwurf: null Respekt vor der Arbeit anderer
Die Hauptkritik richtet sich gegen die Haltung derjenigen, die ihr Telefonat – fast immer bedeutungslos – über die minimale Interaktion mit der Kassiererin stellen. Es sei kein Notfall, so das Argument: wäre es einer, würden sie ihren Einkauf kurz beiseitelegen. Das Gefühl ist ein "Ich, ich, ich", das die Kassiererin zu einem Möbelstück macht. Ein erfahrener Kellner gesteht, diese Kunden inoffiziell zur Strafe mehr bezahlen zu lassen.
Das Phänomen konzentriert sich auf Städte und, wie angemerkt wird, auf bestimmte Typen: "Proleten und snobistische Angeber", "dämliche Yuppies", "Leute, die im Leggings aus dem Gym kommen". In einem Dorf, sagt man, sei die Szene undenkbar – dort plaudern die Leute sogar an der Kasse.
Ein Detektor für Unhöflichkeit – aber auch für Klassen
Die Debatte geht über die Anekdote hinaus: Das Telefonat an der Kasse wird als Statussymbol gedeutet. Wer nicht zehn Sekunden lang auflegt, sagt "meine Zeit ist mehr wert als deine". Die Kassiererin, die keine Provision bekommt, erträgt es stoisch, während der Kunde sich Zeit lässt. Manche schlagen drastische Lösungen vor: erst abkassieren, wenn aufgelegt wird, oder mehr verlangen. Aber die meisten sind sich einig: Das Problem ist nicht das Handy, sondern die fehlenden Manieren.
Unterdessen wiederholt sich das Bild im Aldi an der Méndez Álvaro in Madrid. Wie ein Beobachter sagt: "Ich hoffe nur, so schnell wie möglich aus dieser Scheißstadt wegzukommen."
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