Almodóvar klammert sich an öffentliche Gelder für sein Kino
Warum braucht der Filmemacher, der mit internationalem Kassenerfolg prahlt, dass der Staat seine Filme bezahlt? Am 5. November 2026 nannte Pedro Almodóvar die Möglichkeit, dass PP und Vox nach den Wahlen am 29. November die Regierung übernehmen, „furchteinflößend“ und warnte vor einer „Wüstenwanderung“ für die Branche. Der Grund für diese Panik ist nicht künstlerisch: Die Parteien von Feijóo und Abascal haben versprochen, die öffentlichen Filmhilfen zu überprüfen, beginnend mit Kastilien-León, wo die Finanzierung von Filmen, die „ideologische Indoktrination, parteipolitische Propaganda oder ausdrückliche Unterstützung konkreter politischer Optionen“ beinhalten, bereits untersagt ist.
Was der Regisseur aus La Mancha Zensur nennt, ist in Wirklichkeit die Möglichkeit, zur Rechenschaft gezogen zu werden für ein System, das laut wiederholter Kritik seit Jahrzehnten eine sehr spezifische Art von Kino finanziert. Die Debatte ist nicht trivial: Laut Berechnungen, die im Diskurs kursieren, erhalten geförderte Filme durchschnittlich 355.763 Euro, erreichen aber nicht einmal 1.000 Zuschauer im Kino. Acht dokumentierte Fälle. Mit diesen Zahlen stellt sich nicht die Frage, warum Almodóvar Angst hat, sondern warum der Steuerzahler es vorher nicht hatte.
Das Geschäft mit der spanischen Filmförderung
Die Architektur des Systems hat lange Tradition. Die Reform von Pilar Miró in den Achtzigern verwandelte ein Kino, das vom Kassenerfolg lebte, in eine von öffentlichen Haushalten abhängige Industrie. Seitdem hat jede Regierung den Mechanismus verfeinert: Produktionszuschüsse, Verleihförderung, Festivals, Goya-Preise. Ein Geflecht, das laut wiederholter Kritik immer denselben Namen zugutekommt und jene bestraft, die nicht der jeweiligen Erzählung folgen.
Das offizielle Argument lautet, es gehe um Kulturförderung, genau wie bei Konzerten oder Ausstellungen. Das Problem ist, dass diese Förderung in der Praxis zu einem Propagandainstrument geworden ist. Die Landesregierung von Kastilien-León hat dies schriftlich festgehalten: Keine Finanzierung von Filmen mit politischem Aktivismus. Und genau dort wurde Almodóvar nervös, weil er ahnt, dass der Hahn zugedreht werden könnte.
Wie viel öffentliches Geld geht an gefördertes Kino?
Die im Diskurs kursierenden Zahlen sind eindeutig. Acht spanische Filme, die eine durchschnittliche Förderung von 355.763 Euro erhielten, erreichten keine tausend Zuschauer. Das bedeutet, dass die Kosten pro Sitzplatz über 355 Euro pro verkaufter Karte liegen. Jeder private Unternehmer, der sein Geschäft so führen würde, wäre insolvent. Aber hier passiert nichts: Das Geld kommt jedes Jahr.
Die dahinterliegende Frage ist, warum Kino eine Ausnahme sein muss. In anderen Ländern ist die audiovisuelle Industrie rentabel und schafft Arbeitsplätze, ohne dass der Staat die Party zahlt. In Spanien hingegen ist es normalisiert worden, dass Steuerzahler Filme finanzieren, die dann die Hälfte des zahlenden Publikums beleidigen. Und wenn jemand vorschlägt, das Modell zu überprüfen, lautet die Antwort immer gleich: Zensur.
Kulturelle Linke und Angst vor dem Verlust des Megafons
Almodóvar steht mit seinem Kreuzzug nicht allein da. Ministerin Elma Saiz tweetete, was in Kastilien-León geschehe, sei „eine Warnung für ganz Spanien“ und dass es „nicht egal ist, wer regiert“. Übersetzt: Wenn man am Filmhahn dreht, dreht man am ideologischen Megafon der Pogre. Deshalb haben die PSOE und ihre Satellitenparteien die Verteidigung der Subventionen zu einer nationalen Sache gemacht.
Das Problem ist, dass diese Rhetorik nicht mehr zieht. Die Bürger sehen, wie Mittel für Gesundheit oder Infrastruktur gekürzt werden, während weiterhin Filme finanziert werden, die niemand sieht. Und vor allem sehen sie, wie dieselben, die kreative Freiheit fordern, seit Jahren jene blockieren, die anders denken. Kohärenz fehlt in diesem Fall völlig.
Was geschähe, wenn die Filmförderung gestrichen würde?
Das Szenario, das die Rechte skizziert, ist nicht das Verschwinden des spanischen Kinos, sondern seine Rückkehr zum Markt. Wenn ein Film gut ist, zahlt das Publikum dafür. Wenn nicht, dann nicht. Das ist die Regel, die für jeden anderen Sektor gilt. Und nein, das ist kein Faschismus: Es ist grundlegende Ökonomie. Was passiert, ist, dass viele Schöpfer so lange von öffentlichen Haushalten gelebt haben, dass sie vergessen haben, wie Wettbewerb funktioniert.
Die Paradoxie besteht darin, dass Almodóvar, der mit internationalem Kassenerfolg prahlt, keine Fördergelder braucht, um zu drehen. Er braucht, dass das System sich nicht ändert, denn das System garantiert ihm ein Polster. Und dieses Polster ist mittlerweile eher ideologisch als wirtschaftlich. Die Wüstenwanderung, die er fürchtet, ist nicht der Mangel an Geld: Es ist der Mangel an Publikum, das über seine Witze lacht.
Am Ende geht es nicht darum, ob Almodóvar recht hat oder nicht. Die Frage ist, warum der Staat seine Filme bezahlen muss. Und die Antwort lautet, egal wie sehr er weint, nicht Zensur: Es ist der Markt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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