Allein reisen: mehr Freiheit, höhere Kosten und die Angst vor Belästigung

Alleinreisen bietet mehr Freiheit, ist aber teurer bei Unterkunft und Transport. Viele fürchten, aufdringlich zu wirken.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Allein reisen: mehr Freiheit, höhere Kosten und die Angst vor Belästigung
Allein reisen: mehr Freiheit, höhere Kosten und die Angst vor Belästigung

Allein zu reisen ist teurer, riskanter und je nach Erzähler langweiliger. Trotzdem empfehlen viele, die es ausprobiert haben, diese Erfahrung, auch wenn sie nicht für jeden geeignet ist. Die Paradoxie zieht sich durch ein Gespräch, das mit einer einfachen Frage beginnt: Freunde heiraten, man möchte niemandem zur Last fallen und fragt sich, ob sich die Erfahrung lohnt. Die Antwort kehrt oft zurück: Viele tun es wieder. Und an anderer Stelle: Es ist nichts für alle.

Vom Berg im Kurdistan bis zu neun Wochen in Nicaragua

Die Erfahrungen reichen von Anekdotischem bis Radikalem. Manche bestiegen einen Berg im Kurdistan und beschreiben es als sehr positiv. Andere sind seit zwei Wochen in Nicaragua mit sieben weiteren geplant und fassen es zusammen als „sein eigenes Ding machen“, ohne von anderen abhängig zu sein. Wieder andere bereisten in sechs Jahren die Schweiz, Süddeutschland, Österreich, Norditalien und Frankreich von Norden nach Süden und Osten nach Westen – viermal allein, zweimal begleitet – mit klarem Fazit: Die alleinigen Reisen waren deutlich besser.

Das Muster wiederholt sich: Die Freiheit, sich zu bewegen, ohne jeden Schritt abstimmen zu müssen, ist der größte Vorteil. „Du reist wohin, wann und wie du willst“, fasst jemand zusammen. Der Gegenpol, ebenfalls häufig genannt, sind die Kosten. Ein Mietwagen ist für eine Person viel teurer als geteilt. Hotels und Hostels werden ebenfalls teurer, wenn die Buchung individuell erfolgt.

Ein Fall bricht alle Muster: Jemand fuhr mit dem Motorrad von Madrid nach Neapel per Fähre, ohne Kabine reserviert zu haben, schlief auf Sitzen. Das Motorrad ging kaputt und wird nun von einem Nachbarn im spanischen Viertel repariert, wo er unterkommt. Sein Fazit: Er hat keine Stadt gesehen, die so lebenslustig wirkt.

Angst vor Aufdringlichkeit: Die wahre Hürde ist nicht die Logistik

Eines der am meisten genannten Hindernisse ist weder Geld noch Sicherheit, sondern die Angst, lästig zu fallen. „Das Gefühl, ein Plaggeist zu sein, wenn man versucht, mit Leuten ins Gespräch zu kommen“, sagt der Initiator des Threads, der sich selbst als wenig extrovertiert beschreibt. Die Reaktion ist zweifach: Manche bestätigen diese Angst mit der Anekdote eines Reisenden, der sich an eine Gruppe hängte und den man heimlich mied, während andere das Gegenteil durch ihre Erfahrung widerlegen.

„Wenn du allein gehst, wirst du dort immer tausend verrückte Einzelgänger sehen, genau wie du, die Leute kennenlernen wollen“, antwortet ein anderer. In Hostels, argumentiert er, lernt man viele Menschen kennen. Etwas Besonderes, allerdings.

Hostels oder Isolation? Zwei unvereinbare Arten des Alleinreisens

Hier liegt die interessanteste Kluft. Für manche besteht das Ziel der einsamen Reise gerade darin, nicht zu sozialisieren. „Wenn ich reise, suche ich Abstand von den Leuten“, sagt jemand, der halb Europa allein durchquert hat. „Vor Spaniern, die im Ausland Tourismus betreiben, flüchte ich.“ Ein anderer treibt es auf die Spitze: Zehn Tage in einem Hotel in Benidorm, eine Woche lang kein Wort mit jemand anderem als dem Kellner gewechselt, und glücklich.

Für andere ist die Sozialisation die Reise. Hostels, Reisende-Plattformen, Anmeldung zu Aktivitäten. „In Hostels lernt man viele Leute kennen.“ Die Empfehlung wiederholt sich: In Hostels übernachten, nicht in Pensionen, wenn man Gesellschaft sucht.

Der Widerspruch ist real und lässt sich nicht auflösen. Wer allein reist, um oberflächliche Gespräche zu vermeiden, und wer allein reist, um sie zu finden, leben im selben allgemeinen Rat weiter.

Geschlechterunterschiede: Vorsichtsmaßnahmen, verbotene Länder und ein wunderbares Spanien

Eine Teilnehmerin stellt es unverblümt fest: Als Frau gibt es Länder, die man „nicht mal mit der Kneipe“ betreten würde. Eine andere bestätigt dies aus Erfahrung: Im Hochgeschwindigkeitszug (AVE) mit 18 Jahren sprachen mehrere Personen sie an, warum sie allein reise, und eine Familie wurde aufdringlich, dass sie doch bei ihnen bleiben solle. Die praktische Schlussfolgerung: Auto, Straße und Decke, sowie sichere Ziele.

Die männliche Wahrnehmung ist anders. „Ihr Männer habt es besser“, räumt eine weibliche Stimme ein. Und manche gehen ins Soziologische mit einer scharfen Trennung zwischen „abhängigen Frauen“ und „unabhängigen Männern“, eine Verallgemeinerung, die der Autor selbst als ohne Vorurteilsabsicht gemacht präsentiert.

Was kostet es, allein zu reisen?

Die Mehrkosten sind einer der am häufigsten genannten Aspekte. Ein Mietwagen für eine Person ist viel teurer als geteilt. Einzelzimmer verteuern den Aufenthalt. Der Vorteil, so heißt es, sei, dass Rabatte oder Verbesserungen leichter zu verhandeln sind, wenn man für sich selbst fragt, als wenn man für mehrere fragt.

Auch die Sicherheit spielt eine Rolle. Manche raten dazu, alles vor der Abreise aus der EU abzusichern. Und manche warnen, dass in Einzelhaft eine große Notlage schwieriger zu lösen ist.

Die Welt ist nicht so gefährlich, wie sie dargestellt wird

Gegen die Erzählung von permanenter Risiko behauptet eine erfahrene Stimme – Osteuropa, Russland, Südostasien, Australien im Anhalter – keine „einziges Problem“ gehabt zu haben. Seine größte Sorge, sagt er, sei der Verlust des Gepäcks. Die Schlussfolgerung: Die Welt ist nicht so gefährlich, wie sie dargestellt wird, und allein zu reisen zeigt, dass man stärker ist, als man dachte.

Dies ist die Gegenthese zu der Behauptung, dass allein zu reisen stressiger, riskanter, langweiliger und deprimierender sei. Zwei unvereinbare Erzählungen über dieselbe Erfahrung.

Die Reise, die man nicht macht, wenn man sie nicht allein macht

Es gibt ein Argument, das den Kreis schließt: Es gibt Reisen, die man entweder allein macht oder nie machen wird. Dieser Satz fasst die zugrunde liegende Logik zusammen. Es geht nicht darum, dass allein zu reisen besser ist. Es geht darum, dass mit zunehmendem Alter die Kalender sich entkoppeln, Freunde Paare bilden und sich Chancen verengen. Die echte Wahl ist nicht zwischen allein und begleitet reisen. Sie ist zwischen allein reisen und zu Hause bleiben.

Lohnt es sich? Es hängt davon ab, was man sucht. Wer Gesellschaft will, findet sie in einem Hostel. Wer Stille will, findet sie in einem Hotel in Benidorm. Es gibt keine einzige Formel.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (145 Antworten).

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