Alkaline-Batterien lassen sich tatsächlich wiederaufladen

Ein Forumsnutzer lädt gebrauchte Alkaline-Batterien mit einem Tronic-Ladegerät von Lidl wieder auf; andere warnen, dass ein spezielles Ladegerät nötig ist und dass...

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Alkaline-Batterien lassen sich tatsächlich wiederaufladen
Gebrauchte Alkaline-Batterien lassen sich wiederaufladen, so mehrere Forumsnutzer

Lohnt es sich, ein Ladegerät für Batterien zu kaufen, die die Industrie als Einwegprodukte verkauft? In der Diskussion gibt es Stimmen, die das mit Einschränkungen bejahen. Mehrere Teilnehmer behaupten, dass ein Haushaltsladegerät mit Impulsstrom Alkaline- und Zink-Kohle-Batterien, die man längst aufgegeben hatte, wiederbeleben und sie über 10 bis 15 Zyklen hinweg nutzen kann, bevor sie an Kapazität verlieren. Das Verfahren sei seit Jahrzehnten bekannt, wurde vom Hersteller aber nie beworben.

Ausgangspunkt ist eine Behauptung, die seit Jahren kursiert: In Japan sei es einem Hersteller von Trockenbatterien offenbar verboten anzugeben, dass sie nicht wiederaufladbar seien – als Folge eines Gerichtsverfahrens von 1975. Die Hinweise „nicht wiederaufladbar“ oder „Wiederaufladen ist gefährlich“ seien auf japanischen Verpackungen verschwunden, wo das Wiederaufladen gefördert wird. Die Geschichte kommt ohne Link oder Urteil daher und sollte daher als das behandelt werden, was sie ist: eine oft wiederholte Erzählung ohne dokumentarische Überprüfung.

Was passiert, wenn man eine Alkaline-Batterie ins Ladegerät legt

Das Prinzip ist keine Zauberei. Ein spezielles Ladegerät für nicht wiederaufladbare Batterien legt keine Gleichstrom an, der den Elektrolyten erhitzen und die Batterie platzen lassen könnte, sondern unterbrochene Stromimpulse mit Temperaturkontrolle. Das verringert den Innenwiderstand und treibt den Elektrolyten auf das Maximum, regeneriert aber nicht die ursprünglichen chemischen Verbindungen. Die Kapazität sinkt mit jedem Zyklus, die Spannung bricht ein.

Der meistzitierte Heimtest in der Diskussion stammt von einem Tronic-Ladegerät aus dem Lidl. Vier Alkaline-Batterien von Ikea mit Ausgangsspannungen von 0,513, 0,955, 1,088 und 0,161 Volt kamen mit 1,563, 1,564, 1,568 und 1,731 Volt aus dem Ladevorgang. Drei Stunden später, in Ruhe, waren sie auf 1,395, 1,431, 1,463 und 1,589 gefallen. Die vollständige Rechnung, Batterie für Batterie, ergibt eine überraschende Spanne an Leistung.

Die Spannung misst nicht die tatsächliche Ladung einer Batterie

Das Messen mit einem Multimeter liefert ein trügerisches Bild. Eine unbelastete Batterie kann 1,5 Volt anzeigen und trotzdem keinen Strom liefern, sobald sie gefordert wird. Eine voll geladene Alkaline-Batterie liegt unbelastet bei etwa 1,7 Volt; unter 1,5 ist sie schon ziemlich entladen. Ohne eine kleine Last zu setzen, taugt der Wert nicht, um zu entscheiden, ob sie für eine Fernbedienung oder eine Taschenlampe reicht.

Das ist der Schlüssel zum praktischen Einsatz. Diese zwangsaufgeladenen Batterien leisten in Geräten mit geringem Verbrauch: Fernbedienungen, Uhren, Tastaturen, Mäuse. Bei höheren Anforderungen sind sie schnell leer. Manche meinen, ab dem siebten oder achten Zyklus verhalte sich die Batterie nicht mehr wie neu, und der zehnte oder fünfzehnte sei der letzte, den sie verkraftet.

Wann sich die Rechnung nicht mehr lohnt

Die Rechnung geht nicht für jeden auf. Ein spezielles Ladegerät kann nahezu 40 Euro kosten, und für dieses Geld bekommt man etliche gute Akkus. Moderne Akkus mit geringer Selbstentladung werden mit mehr als 2.000 Zyklen beworben, ein Viererpack AA oder AAA kostet rund 4 Euro. Wer wenige Batterien pro Jahr verbraucht, braucht ein Jahrzehnt, um das Ladegerät zu amortisieren.

Auch der Energieaufwand ist nicht gratis. Wenn das Wiederaufladen die Batterie erhitzt, landet ein großer Teil des Stroms als Wärme statt als nutzbare Ladung. Die Effizienz ist per Definition schlecht. Die vernünftige Frage lautet nicht, ob es funktioniert – es funktioniert –, sondern ob es sich im Vergleich zum Kauf von Akkus oder neuen Batterien lohnt.

Das ungeeignete Ladegerät und das reale Risiko

Nicht jedes Ladegerät taugt. Das übliche Ladegerät für Akkus ist nicht für Alkaline-Batterien ausgelegt und kann einen Brand verursachen. Man braucht ein spezielles Gerät mit Impulsstrom und Temperatursensor, denn beim Laden werden die Batterien deutlich warm. In Europa und Spanien sind sie im Laden schwer zu finden; die meisten Geräte auf dem Heimmärkt sind Importware.

Die Warnung ist kein Detail am Rande. Wer Batterien mit ungeeigneten Ladegeräten behandelt, riskiert, dass sich der Elektrolyt erhitzt, Gase entweichen und die Batterie platzt. Wer es ausprobieren will, sollte ein dafür vorgesehenes Gerät verwenden – nicht das Ladegerät, das ohnehin schon zu Hause steht.

Am Ende bleibt die alte Erkenntnis: Die Industrie verkauft ein Einwegprodukt, das länger halten könnte, und der Nutzer zahlt den Unterschied. Dass das Verfahren möglich ist, heißt nicht, dass es bequem, günstig oder für jeden zu empfehlen ist. Aber zu bestreiten, dass es funktioniert, heißt zu bestreiten, was jeder in seiner eigenen Küche messen kann.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (35 Antworten).

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