Aldama-Interview: Vorwürfe, Angst und Nebelkerzen

Aldama berichtet im Radio über vier Treffen mit Spaniens Vizepräsidentin Ribera. Er behauptet Zahlungen an PSOE-Politiker, liefert aber keine Beweise.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Aldama-Interview: Provisionen, Angst und Nebelkerzen

Carlos Herrera interviewt Víctor de Aldama im Radiosender COPE. Der Mittelsmann spricht von Treffen mit der Vizepräsidentin Teresa Ribera, Zahlungen an Funktionäre der PSOE und Angst vor Vergeltung. Das Interview endet ohne neue Namen und ohne Beweise für die Anschuldigungen.

Was Aldama im COPE-Interview sagte

Das Interview zwischen Carlos Herrera und Víctor de Aldama stand im Mittelpunkt des Interesses. Aldama behauptete, sich bis zu viermal mit Vizepräsidentin Teresa Ribera wegen der Initiative „España Vaciada“ (Leeres Spanien) getroffen zu haben. Er bestand auch darauf, dass jedes ihm widerfahrene Übel direkt auf die Regierung zurückzuführen sei. „Natürlich habe ich Angst, irgendwie. Aber das wird mich nicht davon abhalten, weiterzumachen und zu beweisen, was ich beweisen muss“, erklärte er. Bezüglich Santos Cerdán und María Jesús Montero deutete er an, dass jemand, der so empört reagiert, wenn man ihn nach Geld fragt, nicht nein gesagt hat. Die Transkription des Interviews zirkulierte schnell unter den Hörern.

Verbindung zu Zapatero und dem Fall Guaidó-Maduro

Einer der meistdiskutierten Momente war die Erwähnung der „Narcozolana“-Verbindung. Laut dem Interview wechselte Sánchez seine Meinung zwischen Guaidó und Maduro, um schließlich wieder bei Maduro zu landen. Herrera versuchte, den ehemaligen Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero in dieses Geflecht einzubinden, aber Aldama sagte, er wisse nichts davon. Das heißt, der Mittelsmann bestätigte die Verwicklung des Ex-Präsidenten nicht. Viele interpretierten sein „weiß im Moment nichts davon“ als „wenn man ihn unter Druck setzt, weiß er etwas“. Das Interview ließ mehr Fragen als Antworten offen.

Reaktionen: Nebelkerze oder Anfang vom Ende?

Die Meinungen spalteten sich sofort. Einige argumentierten, Aldama habe eine laute, aber juristisch wirkungslose Nebelkerze gezündet, nur um zu verhandeln. Andere sahen darin den Anfang vom Ende dessen, was sie den Krebs nennen, der Spanien plagt. Manche erinnerten daran, dass es keine Koffer gab, bezogen auf materielle Beweise. Andere wiesen darauf hin, dass Dinge, die unter Ermittlungen der Staatsanwaltschaft stehen, nicht öffentlich gemacht werden können. Die häufigste Schlussfolgerung war, dass noch sechs Jahre Chaos bevorstehen, wobei ironisch angemerkt wurde, dass der Lärm nichts ändert.

Profil des Mittelsmanns: Opportunist oder Mechaniker der Macht?

Die häufigste Beschreibung war die eines Mittelsmanns, der durch die öffentlichen Verwaltungen tingelt, Freundschaften mit hochrangigen Beamten schließt und sich durch die Abteilungen schlängelt, um zu sehen, was er bekommen kann. Angesichts seiner Ausdrucksweise erwarteten viele eine direktere Einbindung der Regierung. Die Rollen waren klar verteilt: Koldo als der Dumme, Ábalos als der korrupte Politiker, Aldama als der clevere Mechaniker und Begoña als die ambitionierte Emporkömmling. Ein Foto eines Treffens mit Mexikanern, bei dem Aldama als Verbindungsmann fungierte, wurde als schockierend beschrieben, ähnlich einem Treffen von Mafia-Bossen.

Die „revolutionäre Steuer“ und die Mafia-Kasse

Die wiederkehrende Schlussfolgerung war, dass man für Geschäfte mit der Verwaltung neben Steuern auch eine „revolutionäre Steuer“ zahlen muss. Das heißt, man muss durch die Kasse der Mafia gehen. Unternehmer werden erpresst und fügen sich: Entweder du zahlst, um das Geschäft zu machen, oder du bekommst nichts mehr. Der Vergleich mit dem Fall Urdangarin lag auf der Hand: Dort musste kein Politiker ins Gefängnis. Und Berechnungen über die Provisionen dieser Unternehmen, falls bekannt, wären erschreckend.

Die Berechnung, die niemand schriftlich festhält

Die Aufschlüsselung der Provisionen, die angeblich über große spanische Unternehmen gezahlt wurden, um Verträge im Ausland und andersherum zu sichern, ist das heikelste Material. Die vollständige Berechnung, Posten für Posten, zeigt eine überraschende Differenz. Diese steht jedoch nicht im Interview. Sie befindet sich in den Notizen, die der Mittelsmann angeblich übergeben hat und die noch nicht vollständig öffentlich gemacht wurden.

Warum Aldama auf freiem Fuß ist

Es gibt zwei Sichtweisen, warum diese Figur frei ist. Erstens: Er kooperiert mit der Justiz, weshalb die Staatsanwaltschaft, deren Loyalität bekannt ist, sich nicht widersetzt. Zweitens: Damit er nicht auspackt, widerspricht die Anklagebehörde seiner Entlassung nicht. Die Mehrheit neigt zur zweiten Option. Die wiederholte Warnung lautet: Er ist schlau; er weiß, dass sein größtes Interesse darin besteht, lebend herauszukommen und so wenige Jahre wie möglich abzusitzen. Er sagt weder die ganze Wahrheit, noch stimmt alles, was er sagt. Er ist ein Krimineller, der sich verteidigt.



Das Interview endete ohne neue Namen, ohne Koffer und ohne unwiderlegbare Beweise. Der Mittelsmann bleibt auf freiem Fuß, die Regierung bleibt an der Macht und die Wähler wählen weiter. Die einzige beunruhigende Tatsache ist, dass die Kruste des Sanchezismus nach sechs Jahren immer noch intakt ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (129 Antworten).

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