Paraguays Bankenrettung belastet Sparer

Die Intervention der Zentralbank zur Deckung des Lochs einer Privatbank lässt drei Millionen Sparer im Ungewissen und entfacht die Debatte neu.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Paraguays Bankenrettung belastet Sparer
Paraguay rettet Banken mit Steuergeld und lässt Sparer im Stich

Wer zahlt, wenn eine Bank pleitegeht? In Paraguay beginnt die Antwort einen Namen zu bekommen: der Steuerzahler. Die Intervention der Zentralbank von Paraguay (BCP) zur Deckung des Defizits eines privaten Instituts hat bei Einlegern Alarm ausgelöst und die alte Debatte darüber wieder entfacht, wer Verluste trägt, wenn das Privatbankwesen zusammenbricht. Laut Kritikern sollen drei Millionen Paraguayer ihre Ersparnisse gefährdet gesehen haben, einschließlich Renten aus gemischten Systemen.

Das Thema sprang mit einer Geschwindigkeit von Asunción nach Madrid, die viel über den politischen Moment aussagt. Die spanische Opposition weist seit Monaten auf Paraguay als Spiegelbild ihrer Wirtschaftsvorschläge hin. Nun wirft dieser Spiegel ein unbequemes Bild zurück.

Was geschah mit der intervenierten Bank in Paraguay?

Die BCP hat Gelder eingefroren und ist zur Rettung eines problematischen Instituts eingesprungen, eine Operation, die allzu sehr an das erinnert, was vor drei Jahrzehnten in Spanien mit Banesto geschah. Der Unterschied damals war, dass die Banco de España die Operation unter einem anderen regulatorischen Rahmen überwachte. Die schmerzhafteste Ähnlichkeit: Gewinne waren privat, Verluste wurden vergesellschaftet.

Nach Ansicht der schärfsten Kritiker ging der Intervention keine Verlängerung oder geordnete Rettung voraus, die zunächst die Einleger geschützt hätte. Das Loch stopft die Zentralbank durch Gelddrucken oder Bürgschaften zulasten des Steuerzahlers, der nichts unterschrieben hat. Gelddrucken zur Deckung von Einlagen ist keine Magie: es ist eine stille Steuer für jene, die ein paar Pesos unterm Kopfkissen verstecken.

Teilreserve: der Mechanismus, den niemand sehen will

Der Fall Paraguay erinnerte an ein grundlegendes Prinzip des Finanzsystems: das Teilreservesystem. Banken behalten nicht das gesamte Geld ihrer Kunden; sie verleihen den Großteil. Wenn alle Einleger einer Institution gleichzeitig ihr Geld abheben würden, bräche die Bank zusammen. Dies ist keine paraguayische Hypothese: es ist das Design des Systems, auch in Spanien.

Daher fragen sich einige, ob es sinnvoller wäre, von Banken einen Kassenkoeffizienten von 100 % für Sichtguthaben zu verlangen. Der Vorschlag hat theoretische Befürworter, aber nur wenige praktische. Nicht einmal die radikal-liberalsten Regierungen wagen so etwas.

Die Rettung, die sich als Verstaatlichung tarnt

Die Diskussion über die Sprache ist nicht belanglos. Verstaatlichen bedeutet Kaufen, wenn auch zu einem Aufpreis, für etwas, das weniger wert ist als der gezahlte Preis. Retten bedeutet Geld verschenken. Die Unterscheidung ist wichtig, weil sie markiert, wer die politischen Kosten der Operation trägt. In Paraguay wurde wie an vielen anderen Orten der zweite Weg gewählt und das Wort sorgfältig vermieden.

Währenddessen prüft die paraguayische Regierung, die Kassen der Bank aufzufüllen, um den Sparern ihr Geld zurückzugeben. Irgendjemand muss ihnen das Geld für das Loch leihen. Und dieser Jemand stellt früher oder später die Rechnung.

Der politische Effekt in Spanien: der unbequeme Spiegel

Das Timing könnte für jene, die Paraguay als ethisches und wirtschaftliches Vorbild gesetzt hatten, nicht unbequemer sein. Die Nachricht trifft mitten im Vorwahlkampf und während der Rentendebatte noch heiß ist. Gemischte Rentensysteme, die öffentliche Umlagefinanzierung mit privater Kapitaldeckung kombinieren, sind genau das Modell, das von bestimmten Foren verteidigt wurde. Zu sehen, wie drei Millionen Paraguayer ihre Ersparnisse in diesem Schema gefährdet sehen, liefert Munition für Kritiker.

Die Grunddiskussion ist nicht paraguayisch. Sie ist dieselbe wie immer: ob der Staat insolvente private Institute retten sollte oder den Markt seine Arbeit machen lassen soll. Die Antwort ist in der Praxis fast nie die, die in Handbüchern steht.

Am Ende bleibt nicht die Frage, wer die Rettung bezahlt. Es ist die Frage, warum Rettungen immer vor Erklärungen kommen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (39 Antworten).

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