Aldama auf Kaution frei: Belastet Sánchez, Ábalos und Koldo

Víctor de Aldama kommt nach Aussage gegen spanische Spitzenpolitiker unter Auflagen frei. Er behauptet, offizielle Dokumente zu besitzen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Aldama auf Kaution frei: Belastet Sánchez, Ábalos und Koldo
Aldama auf Kaution frei und belastet Sánchez sowie Ábalos

Víctor de Aldama verließ das Gerichtsgebäude auf freiem Fuß mit Auflagen, nachdem er vor dem Richter ausgesagt und Pedro Sánchez, José Luis Ábalos und Koldo García im Zusammenhang mit öffentlichen Aufträgen während der Pandemie belastet hatte. Es war kein leiser Abgang. Er nutzte die Mikrofone auf der Straße, um anzudeuten, dass er über Unterlagen verfügt und diese nutzen wird. Ein Großteil der anschließenden öffentlichen Debatte drehte sich nicht um seine Aussagen, sondern darum, wie lange es dauern würde, bis er die Papiere zeigt.

Was Aldama bei seiner Aussage vor dem Richter sagte

Der meistzitierte Moment der Befragung war keine Anschuldigung, sondern eine Antwort. Der Staatsanwalt fragte ihn, ob er Geld an den Herrn Villalba gezahlt habe, einen untersuchten Guardia-Civil-Beamten, damit dieser ihn über die Existenz des Verfahrens informiere. Aldama bestritt dies und fügte hinzu, er wünschte, er hätte es getan, denn dann hätte er nicht das Erlebnis gehabt, das er danach beschrieb: 38 Beamte der Guardia Civil in seinem Haus, Gewehre, die auf seine Frau und seinen Kopf gerichtet waren, und seine Tochter mitten im Einsatz. Er erwähnte auch Schüsse auf sein Fahrzeug.

Aus seiner Anhörung ergibt sich ein Detail, das wichtiger ist als jeder Satz: Er belastet sich durch seine Aussage selbst. Dies ist das Argument, das in einigen Analysen angeführt wird, um seiner Version Gewicht zu verleihen – niemand geht freiwillig dieses Risiko ein – und auch das Gegenargument, das daran erinnert, dass ein angeklagter Vermittler eigene Anreize hat, Verantwortung zu verteilen.

Die Dokumente mit Briefkopf, Siegel und Unterschrift, die er zu haben behauptet

Hier liegt der Kern der Sache. Nach seiner eigenen Darstellung verfügte Aldama über offizielle Dokumente verschiedener Ministerien mit Briefkopf, Siegel und Unterschrift, mit denen er verschiedene Vermittlungen aushandelte. Es sind keine losen Blätter: Es ist der Beweis, der eine Aussage in eine Anschuldigung mit dokumentarischer Untermauerung verwandelt.

Der Venezuela-Fall dient als Testfall. Aldama soll sich der venezolanischen Regierung mit diesen Dokumenten präsentiert haben, um sie davon zu überzeugen, dass ihre Vizepräsidentin, Delcy Rodríguez, problemlos nach Spanien reisen könne. Zudem wird behauptet, dass spanische Sicherheitsdienste eine Studie über die Villa erstellt hätten, die Aldama zur Unterkunft für die Vizepräsidentin mietete – ein Detail, das, falls bestätigt, die Vermittlung innerhalb des institutionellen Rahmens und nicht am Rande des Schwarzhandels verorten würde.

2022: Die Verdienstmedaille und fünf Tage beim GAR

Es gibt zwei Daten von vor zwei Jahren, die schlecht zur Version des Geschäftsmanns passen, der auf eigene Faust operierte. Im Jahr 2022 verlieh das Innenministerium Aldama die Verdienstmedaille der Guardia Civil, wie die Zeitung ABC berichtete. Zu denselben Zeiten, so El Mundo, erhielt er einen als vertraulich eingestuften Besuch von fünf Tagen im Hauptquartier des GAR, der am strengsten geschützten Einheit der bewaffneten Institution, wo er sogar Tasers und den Kontrollturm benutzte.

Man muss das Argument nicht weiterspinnen: Ein Vermittler mit Zugang zu Elite-Einrichtungen und einer offiziellen Auszeichnung ist kein gewöhnlicher Privatmann, gegen den zufällig ein Verfahren läuft. Entweder öffnete der Staat ihm jahrelang Türen, oder jemand verwechselte höflichen Umgang mit einer Garantie. Keine der beiden Lesarten hilft demjenigen, der sie erklären muss.

Ein Netzwerk, das Parteifarben ignoriert

Der unbequeme Teil für alle ist die Geografie seiner Geschäfte. Ana Botella taucht in der Spur auf: eine Konzession zum Betrieb eines Restaurants und eines Cafés im Cuatro Torres Business Area für 40 Jahre. Sein Unternehmen erhielt auch einen Exzellenzpreis von einem Medium, das von einer bekannten Figur aus Talkshows geleitet wird, La Razón. Und in den Analysen des Falls wiederholt sich eine Zahl: sechs Millionen Euro Bruttogewinne, die durch sein Netzwerk bewegt wurden, unabhängig von der Farbe der regierenden Partei.

Das bricht die Erzählung von politischen Lagern. Wenn das Geflecht Hände unterschiedlicher politischer Couleur passierte, ist das Puzzle nicht eine Partei, sondern ein Vermittlungssystem. Wer versucht, daraus eine Angelegenheit ausschließlich einer Seite zu machen, wird nur die halbe Strecke kommen.

Wird all das zu Konsequenzen führen?

Skepsis dominiert die Stimmung. Mit bereits verabschiedeten Haushaltsplänen hat die Legislaturperiode noch viel Spielraum, und man erinnert sich nicht daran, dass ein amtierender Präsident auf der Anklagebank saß. Der am häufigsten gezogene Vergleich ist der mit der DANA (Starkregen-Katastrophe): viel verteilte Schuld, keine konkrete Verantwortung und weiter im Text.

Es kursiert auch die Idee, dass die Frau und die Tochter des Geschäftsmanns unter Schutz gestellt worden seien, was viel über das Bedrohungsniveau aussagt, das der Sache zugeschrieben wird. Und die These wird vertreten, dass all dies Teil einer breiteren Choreographie sei, damit Korruption im Staatsapparat schließlich als normaler Zustand akzeptiert werde.

Es wurde gesagt, Aldama könnte alles enthüllen und habe die Mittel dazu. Es wurde gesagt, nichts werde passieren. Beides kann gleichzeitig wahr sein, und genau dort stößt die Analyse an ihre Grenzen: nicht daran, ob die Papiere existieren, sondern wer die letzte Unterschrift trägt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (254 Antworten).

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