Aktionärsstruktur von Libertad Digital im Fokus

Ein Forum-Thread analysiert die Eigentümerverhältnisse des spanischen Medienunternehmens Libertad Digital, einschließlich Verbindungen zur schwarzen Kasse der PP.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Aktionärsstruktur von Libertad Digital im Fokus
Libertad Digital: Wer steckt hinter dem Medium von Jiménez Losantos?

Die Aktionärsstruktur von Libertad Digital war nie ein Geheimnis, aber selten wurde öffentlich darüber gesprochen. Das im März 2000 gegründete digitale Medium entstand durch eine Kapitalaufteilung zwischen der Grupo Intereconomía und einem Team um den Ökonomen Alberto Recarte García-Andrade und den Journalisten Federico Jiménez Losantos. Fast zwei Jahrzehnte später tauchen Spuren dieser Eigentümerverhältnisse weiterhin in gerichtlichen Akten, Berichten über die schwarze Kasse der Partido Popular (PP) und in Aufsichtsräten großer Unternehmen auf. Die Frage ist nicht, ob Geld hinter der redaktionellen Linie steht, sondern wessen Geld.

Wer gründete Libertad Digital und mit welchem Kapital?

Der Start von Libertad Digital stützte sich auf zwei Säulen. Zum einen die Grupo Intereconomía unter der Leitung von Julio Ariza, damals PP-Abgeordneter im katalanischen Parlament und heute der Vox nahestehend, die ihre Anteile 2005 verkaufte. Zum anderen das Team um Alberto Recarte, wirtschaftlicher Berater von Adolfo Suárez, Kurator der FAES, Vizepräsident des Círculo de Empresarios, Aufsichtsratsmitglied der Caja Madrid und Präsident der Fundación Hispano Cubana. Recarte war bis November 2011, als er das Amt des Präsidenten niederlegte, das wirtschaftliche Fundament des Projekts.

Die Konsolidierung des Mediums erfolgte unter dem Schutz der Partido Popular, die ihm nicht nur Lizenzen vergab, sondern auch Liquidität für das Projekt bereitstellte. Laut der Aussage von Luis Bárcenas nutzte die PP 446.000 Euro aus ihrer schwarzen Kasse, um den Kauf von Wertpapieren der Libertad Digital zu finanzieren, nachdem Jiménez Losantos und Recarte die Parteiführung gebeten hatten, an der Kapitalerhöhung von 2004 teilzunehmen. Diese Transaktionen wurden unter anderem vom damaligen Schatzmeister Álvaro Lapuerta und Bárcenas' Ehefrau durchgeführt, ohne dass das Geld an die Partei zurückgezahlt wurde.

Der Aufsichtsrat und seine geschäftlichen Verflechtungen

Gemeinsam mit Recarte verließ 2013 der Unternehmer Moisés Mauricio Toledano Marqués den Aufsichtsrat. Er war ehemaliger Kurator der FAES und Präsident des multinationalen Konzerns Eurofinsa, einer führenden Baugruppe mit Präsenz in Dutzenden Ländern. Eurofinsa hält laut veröffentlichten Daten eine Beteiligung von 17,33 % an der Libertad Digital S.A. Der Generaldirektor ist Raphael Benatar Leitman, Sprecher und Sekretär der jüdischen Gemeinde in Madrid. Unter den Tochtergesellschaften von Eurofinsa sticht die IBT Group mit Sitz in Miami hervor, deren Verantwortliche Eduardo David Bensadon, Daniel Querub Perelis und Daniel Toledano Querub sind – letzterer Sohn von Mauricio Toledano und Mitglied des AIPAC.

Das finanzielle Bild wird durch die Ibercaja Banco abgerundet, deren Beteiligung über Manuel Pizarro Moreno lief, den Präsidenten des Instituts von 1995 bis 2004 und späteren Präsidenten von Endesa. Pizarro, wie Jiménez Losantos aus Teruel stammend, pflegte enge Beziehungen zu Recarte und dem Journalisten selbst. Endesa wurde, wie ein spezialisiertes Online-Medium berichtete, einer der größten Werbekunden von El Mundo.

Die „Black Cards“ und der Fall Caja Madrid

Recartes Abgang bei Libertad Digital fiel zeitlich mit seiner Anklage im Zusammenhang mit den sogenannten „Black Cards“ der Caja Madrid zusammen. Zwei Jahre nach seinem Rücktritt als Präsident berichtete El Confidencial.com über seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat und den Verkauf eines erheblichen Teils seines Aktienpakets, das fast 20 % betrug, wobei er nur einen symbolischen Anteil behielt. Die Justiz hat Libertad Digital nie wegen dieser Vorgänge verurteilt, aber der Name des Mediums taucht in Bárcenas’ Aussagen zur illegalen Finanzierung der PP auf.

Katalog pro-israelischer Autoren und Mitarbeiter

Die Analyse des Mediums wird durch die Spuren seiner Mitarbeiter vervollständigt. Rafael L. Bardají, Gründer der Grupo de Estudios Estratégicos (GEES), leitete diesen neokonservativen und pro-israelischen Think Tank, der eng mit US-amerikanischen Denkfabriken verbunden war, die die Grundlage für die Außenpolitik der Bush-Regierung legten. Bardají arbeitet für das Portal PorIsrael.org, gegründet von Doris Lustron. Carlos Bustelo y García del Real, ehemaliger Präsident der Comisión Nacional del Mercado de Valores (CNMV), ist einer der Förderer der Koalition Friends of Israel Initiative und Kurator des Vox-nahen Think Tanks Fundación Disenso.

Jiménez Losantos selbst stammt aus Teruel, ebenso wie Pizarro. César Vidal, ein regelmäßiger Mitarbeiter, wird in der Debatte als ethnisch jüdisch beschrieben, obwohl er in jüngster Zeit einige seiner Positionen zu Israel relativiert hat.

Was wird in der öffentlichen Debatte über dieses Geflecht diskutiert?

Manche argumentieren, dass die redaktionelle Linie von Libertad Digital den Interessen seiner Aktionäre dient und dass die Unterstützung Israels Teil dieser Unternehmensstrategie ist. Dem entgegen steht das Argument, dass das Medium seine redaktionelle Ausrichtung nie verschleiert habe und dass die Aktionäre öffentlich bekannt seien. Die optimistischste Sichtweise geht davon aus, dass redaktionelle Unabhängigkeit mit finanzieller Abhängigkeit vereinbar ist; die pessimistische Annahme besagt, dass die Eigentümerstruktur jede Leitartikelentscheidung zur Außenpolitik beeinflusst.

Die Diskussion über den Einfluss des pro-israelischen Lobbyismus in den spanischen Medien ist nicht neu, aber der Fall Libertad Digital hat eine Besonderheit: Seine Eigentümerstruktur ist in gerichtlichen Akten und Zeugenaussagen dokumentiert. Das allein beweist nichts. Aber es hinterlässt eine Spur, die andere Medien nicht haben.



Mit diesen Fakten ist es wahrscheinlich, dass die Debatte über die Finanzierung digitaler Medien in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Die Frage ist nicht, ob Libertad Digital Eigentümer mit spezifischen Interessen hat. Die Frage ist, wie viele andere Medien dieses Modell teilen, ohne dass jemand genau hingeschaut hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (171 Antworten).

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