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AfD: 20 Prozent der Stimmen entfachen neue Debatte über das Nazi-Etikett
David Saavedras Analyse der AfD stellt die Frage neu: deutsche Rechtsextreme oder Wahlabstrafung einer Partei mit über 20 Prozent der Stimmen.
AfD: von der Randerscheinung zu den 20 Prozent, die Deutschland unbequem sind
Ist die AfD eine Nancy oder die Wahlabstrafung eines genervten Wählers? David Saavedras Analyse der deutschen Partei hat die Debatte über diese Frage neu entfacht. Die Diskussion ist nicht neu; entscheidend ist die Zahl, die sie trägt. Eine Partei, die viele ohne Differenzierung als nancy bezeichnen, vereint ein Fünftel der deutschen Wählerschaft. Mit solchen Zahlen wirkt das Etikett eher wie eine Parole als wie eine Analyse.
Das Argument: „Wenn die AfD Nancy ist, dann ist ein Fünftel Deutschlands Nancy“
Es gibt eine Analyselinie, die besagt, dass das Anheften des Nancy-Etiketts an die AfD der bequemste Weg ist, um weder über Migrations- noch über Energiepolitik zu debattieren. Die Überlegung ist einfach: Eine Partei mit über 20 Prozent an der Urne ist keine Ansammlung von Wirrköpfen, sondern eine Strafstimme einer müden Wählerschaft. Und dass in ihren Reihen vereinzelte Radikale sitzen, macht sie nicht automatisch zum Erben der NSDAP. Dagegen spricht das Gegenteil: Die Präsenz extremistischer Elemente impft die übrigen nicht dagegen ein, und die Normalisierung dieser Partei hat einen Preis. Das Video wird von beiden Seiten gelesen: Die einen werfen ihm vor, die Widersprüche der Partei weißzuwaschen, die anderen verteidigen es als Kritik an der herrschenden Erzählung. Es gibt keinen Konsens, und wer das behauptet, lügt.
Das schwedische Beispiel und der Preis der Demobilisierung
Als Beleg für das Argument wird der schwedische Fall zitiert. Vor vier Jahren ermöglichte die Demobilisierung der linken Wählerschaft nach acht Jahren linksgeführter Regierungen die Bildung einer bürgerlichen Regierung, gestützt von der extremen Rechten. Die Lehre daraus: Wenn die Mitte-links mobilisieren kann, füllt jemand anderes die Lücke. Es ist die Art von Zahl, die eine Etiketten-Debatte in eine Debatte über Mobilisierung verwandelt – und das passt nicht immer dem, der sie losgetreten hat.
Von der AfD zu Bildu: Wie die Debatte entgleist
Je weiter die Diskussion fortschreitet, desto mehr verschiebt sich der Fokus. Das deutsche Thema weicht dem innerstaatlichen Streit: Bündnisse mit Bildu (eine baskische Partei, die als politischer Arm der verbotenen Organisation ETA gilt), gegenseitige Vorwürfe zwischen PP und PSOE, die mit der AfD kaum etwas zu tun haben. Es ist das übliche Muster. Wenn die Zahl unbequem ist, wechselt man das Thema. Die zwanzig Prozent bestreitet fast niemand; gestritten wird darüber, wer wen weißwäscht.
Vor diesem Hintergrund wäre eigentlich eine ernsthafte Debatte darüber zu erwarten, warum jeder fünfte Deutsche die AfD wählt. Und wir reden weiter über Etiketten. Am Ende verliert die Analyse – genau das, was der will, der entscheidet, was Nachricht ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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