Den Drucker bezahlen, aber nicht nutzen können: Das Geschäft mit dem Voll-Abo
Es gibt ein Geschäftsmodell, bei dem man Ihnen etwas verkauft und dann dafür bezahlt wird, es zu benutzen. Der Drucker, den Sie kaufen und bezahlen, druckt nicht, wenn Sie nicht jeden Monat zur Kasse gebeten werden. Die Sitzheizung ist im Auto bereits montiert und im Fahrzeugpreis enthalten, funktioniert aber nur, wenn Sie ein Abonnement abschließen. Dies ist die Grenze zwischen Miete und Betrug, und die Industrie hat sie überschritten, ohne dass jemand nach einem Pass gefragt hätte.
Die Debatte über dieses Phänomen — Abonnements für Drucker, Autofunktionen, Software und fast alles andere — läuft seit zwei Jahren ohne Lösung. Was als Kuriosität der Tech-Branche begann, ist zum Standardmodell der halben kapitalistischen Wirtschaft geworden. Und die alles überschwebende Frage ist einfach: Wenn Sie etwas kaufen, warum sind Sie dann nicht dessen Eigentümer?
Was ist die Abo-Wirtschaft und warum breitet sie sich aus?
Das Argument der Unternehmen hat eine gewisse Logik. Die Markteinführung eines Produkts erfordert mehrere Phasen: Entwicklung, Produktion, Vertrieb. Bis das Produkt auf dem Markt ist, fließt kein Umsatz. Scheitert es, ist das Loch in den Bilanzen und beim Aktionärswert beträchtlich. Abonnements wandeln diesen einmaligen Umsatz in eine wiederkehrende Gebühr um, die nicht davon abhängt, ob das letzte Release erfolgreich war oder nicht. Es ist konstantes, planbares Geld, bequem für die Bilanz.
Das Problem ist, dass die Anwendung dieses Modells auf physische Güter die Natur des Kaufs verändert. Sie erwerben kein Objekt mehr; Sie erwerben ein bedingtes Nutzungsrecht. Und dieses Recht kann geändert, verteuert oder zurückgezogen werden, wann immer es dem Anbieter passt. Das Eigentum löst sich in einem Beitrittsvertrag auf, den der Kunde ungelesen unterschreibt und aus dem er nicht aussteigen kann, ohne das bereits Gezahlte zu verlieren.
Der Drucker-Fall: Gerät bezahlen und Tinte bezahlen
Das am häufigsten zitierte Beispiel sind Drucker. Einige Hersteller bieten einen Plan an, bei dem Sie Patronen erhalten, bevor sie leer sind, und pro gedruckter Seite zahlen. Ein Nutzer beschreibt seine Erfahrung: Er zahlt sieben Euro pro Monat für hundert Seiten, und wenn er in einem Monat weniger druckt, sammeln sich die ungenutzten Seiten bis zu einer Höchstgrenze von dreihundert an. Er sagt, dass ihm bisher nie die Tinte ausgegangen sei. In seinem Fall funktioniert das System.
Aber die andere Seite ist der Drucker, den Sie kaufen und der sich weigert zu drucken, wenn Ihr Abonnement nicht aktuell ist. Dort gibt es keinen Service: dort gibt es eine Sperre. Die Maschine steht in Ihrem Haus, Sie haben dafür bezahlt, können sie aber nicht nutzen. Es ist der Unterschied zwischen dem Mieten eines Autos und dem Kauf eines Autos, das nur anspringt, wenn Sie eine Gebühr zahlen.
Autos mit gesperrten Funktionen und Samen, die nicht keimen
Die Automobilbranche hat dies noch weiter getrieben. Es gibt Fahrzeuge, die ab Werk mit eingebauter Ausstattung kommen — Sitzheizung, dynamische Aufhängung —, die der Käufer im Preis bereits bezahlt hat, die aber nur über ein Abonnement aktiviert werden. Die Hardware ist vorhanden. Die Software begrenzt sie. Die Funktion existiert, ist aber gekapert.
Die Parallele zu gentechnisch veränderten Samen ist unvermeidbar. Manche erinnern daran, dass in der Landwirtschaft bereits eine Lizenz zur einmaligen Nutzung verkauft wird, nicht das Saatgut selbst, und dass Landwirte verfolgt werden, die einen Teil der Ernte für die Aussaat im Folgejahr aufbewahren. In einigen Fällen produzieren Pflanzen sterile Samen: Man erntet den Weizen, sät ihn aus, und er keimt nicht. Moderne Sklaverei, sagt jemand, nimmt die Form eines Lizenzvertrags an.
Die Falle der vertraglichen geplanten Obsoleszenz
Abonnements beschleunigen auch die Obsoleszenz. Ein Bildbearbeitungsprogramm erfordert eine bestimmte Version des Betriebssystems. Wenn Ihr Gerät diese nicht unterstützt, können Sie die neueste Version des Programms nicht nutzen. Und wenn das Programm abonnementbasiert ist, hören Sie auf zu zahlen und verlieren den Zugriff. Der Computer, der perfekt funktionierte, wird zum Briefbeschwerer, weil die benötigte Software nicht mehr darauf läuft.
Das Ergebnis ist eine Kette: Sie zahlen das Abonnement, Sie zahlen für neue Geräte, Sie zahlen für die Verbindung. Und wenn Sie Ihren Job verlieren, verlieren Sie alles gleichzeitig. Die Wohnungsmiete, das Fernsehen, das Warmwasser, den Transport. Die totale Definition davon, nichts zu haben und glücklich vorzutäuschen, um Ihres eigenen Wohls willen.
Alternativen: Credits kaufen, reparierbare Technik und Nicht-Abonnieren
Gegen die monatliche Gebühr schlagen einige das Credit-Modell vor: Man zahlt für das, was man nutzt, Credits halten so lange wie möglich, und man verwaltet den Verbrauch selbst. Es gibt keine automatische Zahlung oder stille Verlängerung. Viele Dienste migrieren zu diesem System, da monatliche Abonnements Misstrauen bei einem Teil der Kundschaft erzeugen.
Ein anderer Weg ist veraltete, aber funktionale Technologie. Reparierbare Geräte, aufrüstbar, mit austauschbaren Teilen. Und eine dritte Option: einfach nicht abonnieren. Die Kundenpolitik besteht darin, nicht bei denen zu kaufen, die das Produkt sperren. Wenn ein Hersteller die stillschweigende Vereinbarung der Branche bricht, räumt er den Gewinn ab. Die Geschichte der Drucker mit Tintentanks ist ein Beispiel: Ein Hersteller setzte auf ein freundlicheres Modell und zwang die anderen zu reagieren.
Die Frage ist nicht, ob das Modell für Unternehmen bequem ist. Das ist es. Die Frage ist, wie lange ein Kunde bereit ist, für etwas zu zahlen, das er bereits gekauft hat, bevor der Strang reißt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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