Abascal geht Sánchez' Falle auf und rät Spaniern von Briefwahl ab

Santiago Abascal hat den Spaniern geraten, persönlich zur Wahlurne zu gehen statt per Brief zu wählen, weil er "nichts vertraut, was Pedro Sánchez tun könnte". Wir erklären, was das bedeutet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Santiago Abascal hat den Spaniern geraten, nicht per Briefwahl zu wählen, sondern persönlich zur Urne zu gehen, mit der Begründung, dass er "nichts vertraut, was Pedro Sánchez tun könnte". Die Botschaft kommt mitten in einem möglichen vorgezogenen Wahltermin und stellt den Postwahlweg ohne jeden Beleg für Unregelmäßigkeiten in Frage.

Der Vox-Vorsitzende, **Santiago Abascal**, hat eine direkte Botschaft an die Wähler gerichtet: nicht brieflich wählen. Er tat dies in einem Video auf der sozialen Plattform X, in dem er die Spanier auffordert, zur Urne zu gehen, und seine Bitte mit einem ausdrücklichen Misstrauen gegenüber der Regierung begründet.

## Was die Botschaft genau sagt

Abascal erklärt: "Ich ermutige Sie, nicht brieflich zu wählen. Gehen Sie zur Urne, denn derzeit vertraue ich absolut nichts, was **Pedro Sánchez** tun könnte." Der Satz nennt keine konkrete Unregelmäßigkeit, keinen dokumentierten Fall und keinen überprüften Verdacht gegen das Postsystem. Es ist eine Erklärung politischen Misstrauens, keine belegte Anschuldigung.

Der Kontext ist wichtig: Die Botschaft fällt in eine Zeit politischer Unsicherheit in Spanien, nachdem mehrere Regierungsdekrete gescheitert sind und eine vorgezogene Neuwahl des Parlaments möglich ist. In dieser Lage bekommt jede Äußerung zur Briefwahl ein besonderes Gewicht.

## Warum die Briefwahl ein heikles Thema ist

Die Briefwahl in Spanien ist durch das Organische Gesetz über das allgemeine Wahlverfahren (LOREG) geregelt und wird von **Correos** (dem spanischen Postdienst) unter Aufsicht der Zentralen Wahlkommission (Junta Electoral Central) abgewickelt. Das Verfahren verlangt einen vorherigen Antrag, eine Identitätsprüfung und die persönliche Übergabe an den Zusteller, mit Abgleich zwischen Wählerverzeichnis und Anträgen.

Dieses System ohne Belege in Frage zu stellen, ist nicht neutral: Es kann Menschen vom Wählen abhalten, die auf diesen Weg angewiesen sind, etwa Berufstätige außerhalb ihres Wohnorts, ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität. Und das hat in einer Demokratie Konsequenzen.

## Die wirtschaftlichen Kosten der Zweifelsaat

Begründetes Misstrauen gegenüber der Briefwahl ist nicht kostenlos. Immer wenn ein Politiker ein Wahlverfahren ohne Belege in Frage stellt, öffnet das Tür und Tor für Verwaltungsverfahren, Anfechtungen und außerordentliche Nachzählungen, die Fristen verlängern und die öffentlichen Ausgaben erhöhen. Eine Parlamentswahl in Spanien kostet Hunderte Millionen Euro; Streitigkeiten nach der Wahl kommen als rechtliche und logistische Kosten hinzu.

Abascal hat keinen Beleg für Wahlbetrug vorgelegt. Seine Botschaft ist daher eine politische Meinung mit einer impliziten Anschuldigung. Die Wähler können frei entscheiden, wie sie ihr Recht ausüben, doch es gilt zu bedenken: Die Briefwahl ist legal, wird geprüft und von keinem offiziellen Bericht in Frage gestellt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (6 Antworten).

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