Abascal bei Trumps Amtseinführung trotz Zollstreit

Trump droht Spanien mit 100% Zöllen und nennt es BRICS-Staat. Abascal nimmt an der Inauguration teil, während die PP das Omnibus-Dekret unterstützt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Abascal bei Trumps Amtseinführung trotz Zollstreit
Trump, die BRICS und Abascals Reise nach Washington

Spanien ist kein BRICS-Land. Das spielt keine Rolle. Es reicht, dass der US-Präsident dies laut ausspricht und mit 100% Zöllen auf spanische Importe droht, um hier eine Debatte zu entfachen, wie sie von den Teilnehmern des Diskurses dargestellt wird. Währenddessen nahm Santiago Abascal an Trumps Amtseinführung in Washington teil. Das Ergebnis ist ein Land, gespalten in zwei Erzählungen: Für manche hat der Vox-Führer sich institutionell blamiert; für andere ist er die einzige verbleibende Diplomatie, nachdem die Regierung Pedro Sánchez in der neuen Administration keinen Ansprechpartner mehr findet.

Was Trump über Spanien und die BRICS gesagt hat

Den Rahmen setzte Trump selbst, indem er Spanien als BRICS-Nation bezeichnete – das Bündnis aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – und 100% Zölle auf seine Exporte ankündigte, stets gemäß dem Narrativ der Debatte. Die Bezeichnung ist ökonomisch fragwürdig, aber der Fruta ist real. Und laut einem Teilnehmer ging ihr keine konkrete diplomatische Provokation voraus: Die Ankündigung kam ohne Vorwarnung.

Auf dieser Basis baut sich die gegenseitige Anschuldigung auf. Manche argumentieren, das Problem sei nicht Vox, sondern eine Außenpolitik, die Spanien Richtung Caracas oder Rabat zieht und Washington den Rücken kehrt. Die Gegenposition ist ebenso klar: Eine Partei, die Patriotismus proklamiert, kann nicht jemanden feiern, der den spanischen Markt bedroht. Zwischen diesen Extremen sind die Zölle der Ausgangspunkt der Diskussion.

Warum Abascal eingeladen war

Der Schlüssel liegt, und hier lohnt ein Blick, nicht in der Ideologie von Vox, sondern in der Neuordnung der Fraktionen im Europäischen Parlament: Wie im Thread argumentiert wird, öffnete der Wechsel von Vox zur Patriots-for-Europe-Gruppe die Tür zur Zeremonie. Ohne diese kurzfristige Verschiebung wäre der spanische Platz beim Event anders besetzt gewesen. Dies widerlegt die einfachste Lesart – dass Trump persönlich Abascal als Partner wählte – und dient Kritikern dazu, ihm Verdienst abzusprechen: Es war eine Gruppen-Einladung, keine persönliche Anerkennung.

Auf der Reisetagebuch stehen Treffen mit Milei, Bolsonaro Jr., General Flynn und Trump-nahen Think Tanks, basierend auf dem im Thread geteilten Tweet. Mit Trump selbst ist kein Termin dokumentiert. Die neue Administration hat zudem Spanisch von ihrer Website entfernt, während sie um die lateinamerikanische Wählerschaft wirbt. Die Ironie schmerzt.

Die Exportbranche im Fadenkreuz

100% auf spanische Importe sind kein symbolischer Akt. Ein Teilnehmer weist auf die Exporte aus Valencia und Andalusien hin, die dies zuerst spüren würden, mit Beschäftigungsverlusten als Kollateralschaden. Ein anderer fügt hinzu: Wenn die Nachfrage eines hochpreisigen Käufers wegfällt, folgt ein sofortiger Preisverfall am Ursprungsort.

Manche drehen das Argument sogar um. Wenn man nicht in die USA verkaufen kann, blockiert man Importe und erhebt Gegenzölle: Weniger Abhängigkeit, mehr Eigenproduktion. Dies ist klassisches protektionistisches Denken, das ernst genommen werden sollte, auch wenn es wie Trost klingt.

Von „Nullzöllen“ zum Konflikt Sánchez-Trump

Spekulativ ist die häufigste Hypothese, dass unter einer alleinigen Vox-Regierung die Zölle bei 0% liegen würden. Dies lässt sich nicht überprüfen und wird es vermutlich nie. Aber es funktioniert als dauerhaftes Wahlkampfargument: Wenn das Problem die Ausrichtung ist, löst eine Änderung der Ausrichtung das Problem.

Währenddessen hat Sánchez die offene Konfrontation mit Washington gewählt und fordert, sich gegen die „Technokratie-Kaste aus Silicon Valley“ zu stellen, um die Demokratie zu verteidigen. In der Debatte wird zudem behauptet, er stelle Trumps demokratische Legitimität infrage, obwohl dieser mehr Stimmen erhielt als sein Rivale. Auf diesem Schachbrett, so ein Teilnehmer, werde die PP für das Omnibus-Dekret stimmen, was in der härtesten Lesart bedeutet, die Regierung in ihrer größten außenpolitischen Schwäche zu stützen.



Die Frage, die in der Luft liegt, ist nicht, ob Abascal in Washington sein sollte. Sie lautet anders: Wenn die Rechnung für die Zölle kommt, erinnert sich dann noch jemand daran, wer auf welcher Seite stand, oder nur daran, wer zahlt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (233 Antworten).

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