A Coruña 1964: Oberleitungsbusse, Ochsenkarren und Viertel ohne fließendes Wasser

In einem Forum wird A Coruña 1964 diskutiert: Ochsenkarren und Viertel ohne fließendes Wasser, aber auch das zweitlängste Oberleitungsbusnetz der Welt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

A Coruña 1964: Oberleitungsbusse, Ochsenkarren und Viertel ohne fließendes Wasser
A Coruña 1964: elektrische Oberleitungsbusse und Ochsenkarren

Wie lässt es sich erklären, dass eine Stadt das zweitlängste Oberleitungsbusnetz der Welt hatte und gleichzeitig ganze Viertel ohne fließendes Wasser? Das ist das Porträt von A Coruña im Jahr 1964, das nun auf den Tisch gekommen ist: Ochsenkarren, unbefestigte Straßen, Rattenplagen auf Plätzen und Märkten, Sanitärdienste nur für die Wohlhabendsten und unterernährte Kinder. Das vermittelte Bild ist das einer Einöde, verwüstet von Jahrzehnten der Diktatur. Doch das Bild bricht auf, sobald man am technischen Faden zieht: Zwischen 1948 und 1979 hatte die Stadt Oberleitungsbusse, dazu eine der längsten Routen der Welt, mit elektrischen Lastwagen für den Güterverkehr zwischen A Coruña und Carballo.

Was 1964 auf den Straßen von A Coruña zu sehen war

Die Bestandsaufnahme, mit der die Diskussion eröffnet wird, ist schonungslos: Ochsenkarren, unbefestigte Straßen, ganze Viertel ohne fließendes Wasser, Nagetiere, die Plätze und Märkte überrennen, Bürger, die ihre Notdurft am Strand verrichten, und eine Gesundheitsversorgung, die nur denen zugänglich war, die sie bezahlen konnten. Dazu kommen Arbeit unter quasi sklavenähnlichen Bedingungen, Kinderunterernährung und Polizeipatrouillen, die auf Gruppen von Bürgern schossen. Der Rahmen: die Franco-Diktatur, mit allem, was dazugehört.

Das Detail, das aus dem Konzept bringt, ist der Kontrast zur elektrischen Infrastruktur. Das Oberleitungsbusnetz von A Coruña war von **1948 bis 1979** in Betrieb und wurde zur zweitlängsten Route ihrer Art weltweit. Keine Kleinigkeit: Eine Stadt mit modernem elektrischem Verkehr teilte sich dasselbe Foto mit Ochsenkarren. Manche erinnern sich, sie als Kind gesehen zu haben, sogar Mitte der achtziger Jahre in Pontevedra, als in Barcelona von den Straßenbahnen nur noch die Schienen in Kopfsteinpflasterstraßen übrig waren.

Die Isolation Galiciens und die geografische Ausrede

Die zweite Analyselinie besagt, dass Galizien überwiegend ländlich und fischereibetont war und seine Geografie es von der zentralspanischen Hochebene isoliert hielt. Die Klassenfahrt über den Piedrafita wird als Qual beschrieben; in Kastilien angekommen, änderte sich die Landschaft. In den achtziger Jahren war Galizien bei den Dienstleistungen weiterhin Schlusslicht, so jene, die aus anderen Regionen dorthin kamen, um zu arbeiten.

Die Antwort auf diese These lautet, dass die Isolation kein Schicksal, sondern eine Budgetentscheidung war. Man argumentiert, dass Haushaltsmittel und Infrastruktur ungleich verteilt wurden und Galizien abgehängt wurde. Die Autobahn Sevilla-Madrid wurde erst kurz vor der Expo 92 gebaut, und die Vía de la Plata, die Andalusien mit Asturien verbindet, wurde erst in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts fertiggestellt. In den siebziger und achtziger Jahren gab es in ganz Andalusien nur die mautpflichtige Autobahn Sevilla-Cádiz, ein Stück zum Flughafen und eines an der Costa del Sol. Heute von A Coruña nach Vigo zu fahren ist für viele unvorstellbar, ohne 22 Euro an Maut auszugeben.

Das Galicische, die Autonomie und das Fortschrittsnarrativ

Eine der umstrittensten Behauptungen ist, dass unter Franco in Galizien kein Galicisch gesprochen wurde. Die Antwort: Der Großteil der Bevölkerung lebte auf dem Land, und dort sprach man praktisch nur Galicisch. Der Tag des Galicischen Schrifttums wurde **1963** gegründet, ein Jahr vor dem Foto, das die Debatte eröffnet.

Wirtschaftlich wird darauf hingewiesen, dass Galizien damals die ärmste Region Spaniens war, nur vor Extremadura, und heute die fünftreichste ist. Die Autonomie wird als der Faktor dargestellt, der die gesamte Provinzen verändert hat. Die Figur Manuel Fragas wird aus diesem Blickwinkel als die eines prägenden Präsidenten verteidigt, wenn auch nicht ohne Ironie über seine Biografie.

Das urbane Zentrum gegen die Peripherie

Der letzte Schwerpunkt der Analyse ist methodisch: Bilder des Elends stammen meist aus entwickelten Stadtgebieten, aus den Zentren der Städte, worum sich der Franquismus am besten kümmerte, und nicht aus den peripheren Vierteln, bewohnt von Menschen vom Land. Die gezogene Schlussfolgerung: Spanien war bis 1989 ein Entwicklungsland. Die städtische Atlantikachse —Ferrolterra, A Coruña, Santiago, Pontevedra, Arousa— war nie arm. Die Armut lag woanders.

Mit diesen Zutaten hält der Dokumentarfilm von 1964 stand und bekommt zugleich Risse. Das Elend war real. Das Oberleitungsbusnetz auch.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (41 Antworten).

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