800.000 Euro: Vom 3%-Sparzins zur 8%-Goldrendite
Ein Gewinn von 800.000 Euro und eine hartnäckige Frage: Ermöglicht das den Ausstieg aus dem Berufsleben? Das Szenario beginnt mit einer gestandenen Fantasie – „Ich träume jeden Tag davon, dass mir dieser Betrag im Lotto zufällt“ – und verwandelt sich sofort in eine Rentabilitätstabelle. Denn das Problem ist nicht das Geld, sondern was man damit macht. Die diskutierten Zahlen reichen vom 3% jährlichen Zins eines Festgeldkontos bis zu den 8%, die dem Gold zugeschrieben werden, und in diesem Sprung liegt der gesamte Dissens.
Wie viel Rendite bringen 800.000 Euro pro Jahr?
Die erste Zahl ist die langweiligste und sicherste: Ein Festgeldkonto mit 3% auf 800.000 Euro erzeugt 24.000 Euro pro Jahr, stets vor Steuern. Basierend auf einem Institut, das 3,65% zahlt, steigt die Berechnung auf 29.200 Euro jährlich. Es sind Beträge, die keinen Luxus erlauben, aber grundlegende Ausgaben ohne Überraschungen decken können.
Das zweite Szenario betrifft Edelmetalle. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 8%, wie sie ihre Befürworter behaupten, würden die 800.000 Euro 64.000 Euro netto pro Jahr einbringen. Selbst in einem schlechten Szenario mit 4% wären es 32.000 Euro jährlich. Der Schlüssel, so wird argumentiert, liegt darin, zu verkaufen, wenn der Preis steigt, und abzuwarten, wenn er fällt. Das Detail, das niemand vollständig löst, ist, wie lange man diese Wartezeit durchhalten muss.
Der dritte Weg ist Immobilien, mit sehr unterschiedlichen Zahlen je nach Standort: 3.000 Euro monatlich mit zwei Wohnungen in Madrid, 3.750 Euro mit acht Objekten in schlechten Stadtteilen anderer Städte und 5.000 Euro mit einer Mischung aus ETFs und Metallen. Der vollständige Vergleich, einschließlich des dafür erforderlichen Kapitals, ergibt ein Ergebnis, das Immobilien nicht gerade bevorzugt.
Das Kleingedruckte beim Gold: 0,6% reale Rendite seit 1802
Hier kommt die kalte Dusche. Gold in nominalen Euro zu messen, täuscht: Wenn etwas um 8% pro Jahr steigt, während die Währung an Kaufkraft verliert, ist ein Großteil dieses Gewinns getarnte Inflation. Die auf den Tisch gelegte Zahl ist vernichtend: Die reale Rendite von Gold unter Abzug der Inflation seit 1802 beträgt 0,6%, bei einer zusammengesetzten Inflation von 1,4% über den gesamten Zeitraum.
Der zeitliche Aspekt ist wichtig. Während des Goldstandards war die Inflation praktisch nicht vorhanden; erst nach seiner Aufgabe begann das Geld nachhaltig an Wert zu verlieren. Wer Edelmetalle verteidigt, kontert mit einem weiteren Vorteil, der in keiner Grafik auftaucht: dem Kontrahentenrisiko. Physisches Metall zu besitzen sei, so ihr Argument, das Einzige, was einen ruhig schlafen lässt, wenn alle anderen Vermögenswerte von einem Intermediär abhängen.
Auch eine steuerliche Versuchung schwingt mit. Manche prahlen damit, dass beim Kauf und Verkauf von Gold und Silber außerhalb des Bankensektors das Finanzamt nichts mitbekommen würde. Man sollte sich daran erinnern, dass dies keine Anlagestrategie ist, sondern etwas anderes, und dass wer 800.000 Euro in Metallen auf einmal verkauft, selten die Rendite erzielt, die das Papier versprach.
Immobilien sind nicht kostenlos
Den Kauf von acht Wohnungen in schlechten Stadtteilen anderer Städte frisst die vollen 800.000 Euro auf und, wenn die Operation vernachlässigt wird, weitere 200.000 für Renovierungen, Mietausfälle und Nebenkosten. Als Gegenleistung bleiben diese 3.750 Euro monatlich und die Hoffnung – nicht die Gewissheit –, dass der Wert der Immobilien mit der Zeit steigt. Wohnungen fallen auch im Preis, und wenn sie fallen, dann oft mit Mieter drin.
Im Gegensatz dazu steht der Mittelweg: Zwei Wohnungen in Madrid, 3.000 Euro monatlich netto und deutlich weniger Kopfschmerzen. Die Mischung aus ETFs und Metallen wirft auf dem Papier mehr ab bei weniger Verwaltungsaufwand. Und am entgegengesetzten Ende taucht der Krypto-Weg auf, mit denen, die angeben, in wenigen Monaten 40% herausgeholt zu haben. Diese Art von Rendite wird als Argument zitiert, nie als überprüfter Fakt.
Wie man den Einstieg staffelt: Was ist DCA?
Wenn endlich ein Plan steht, folgt der zweite Streitpunkt: Wie steigt man ein und mit welcher Aufteilung? Ein üblicher Ansatz schlägt vor, zwischen Immobilien, globalen Aktien über MSCI World, festverzinslichen Wertpapieren mit Währungsabsicherung und Gold über ETCs zu diversifizieren. Ein anderer ist opportunistischer: Liquidität halten bis zur nächsten Krise und dann alles in MSCI World stecken.
Die konkreteste Kritik trifft die Staffelung der Käufe. Den Einstieg über zwei Jahre zu verteilen, wird als grober Fehler betrachtet: Mehr als sechs Monate wäre in über 90% der historischen Fälle ineffizient (berechnet mit gleitenden Durchschnitten) und über acht Monate in mehr als 95%. Für ein Standardprofil wird eine Aufteilung von 70% Aktien und 30% Anleihen vorgeschlagen, die effiziente Grenze, die Bernstein und Malkiel zitieren. Als Lehrbuchreferenz dient das Portfolio, das Warren Buffett für seine Ehefrau vorbereitet hatte: 90% im S&P 500 und 10% in Geldmarktfonds.
Kann man mit 200.000 Euro aufhören zu arbeiten?
Die Frage verschiebt sich zum anderen Extrem. Mit 200.000 Euro, einer abbezahlten Wohnung, passiven Einkünften und einem bescheidenen Leben, ohne Partner oder Kinder und ohne Lasten, behaupten manche, dass man bereits aus dem Berufsleben aussteigen kann. Die unmittelbare Antwort lautet, dass dies kein Finanzplan ist, sondern ein Lebensstil, und dass sich jeder an die Einkünfte anpasst, die er jeweils hat.
Bei erwarteter Inflation reicht dieses Kapital für fast jedes andere Profil nicht aus. Wer jünger und weniger sparsam ist, sieht selbst 800.000 Euro nicht als ausreichend an. Und die unbequeme Zahl liegt anderswo: Viele Arbeitnehmer verdienen etwa 15.000 Euro pro Jahr bei zehn Stunden Arbeit täglich, so wird behauptet, und trotzdem erklärt man ihnen, dass man mit 35.000 Euro nicht leben kann. Bezüglich der Renten wird angemerkt, dass derzeit mindestens 36 Beitragsjahre erforderlich sind.
Und eine letzte Zahl, diese mit Namen und Datum: die ADIF-Anleihe mit 10,5% und Fälligkeit am 19. Oktober 2024. Eine 10%-Rendite existiert. Ob sie sicher ist, ist genau genommen ein anderes Gespräch.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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