70er-Jahre-Küchenuhr weckt Nostalgie für spanische 'Paco-Piso'-Wohnungen

Eine antike Uhr aus einer Wohnung von 1979 löst eine Debatte aus, die Terrazzo-Böden und strukturierte Wände gegen moderne Neubauten verteidigt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

70er-Jahre-Küchenuhr weckt Nostalgie für spanische 'Paco-Piso'-Wohnungen
Die Küchenuhr aus den 70ern, die jeder erben möchte

Eine in Algeciras gekaufte Wanduhr aus den frühen 80er-Jahren, die in einer 1979 erworbenen Wohnung hängt, hat eine Welle der Bewunderung für die häusliche Einrichtung des Spaniens ausgelöst, das gerade aus der Ära des rasanten Aufbaus hervorging. Das Foto zeigt *gotelé* (strukturierte Tapete), Terrazzo-Boden, dunkle Türen und ein Möbelstück, das viele als unzerstörbar beschreiben. Das Objekt der Marke Micro macht mehr Lärm als ein Käfig voller Wellensittiche, so eine häufige Beschreibung, und geht nach wie vor die Zeit an.

Es ist nicht nur eine Uhr. Es ist ein vollständiges Inventar dessen, was das durchschnittliche spanische Zuhause über zwei Jahrzehnte ausmachte, und ihre ästhetische Relevanz hat viele überrascht.

Was eine Wohnung von 1979 hat, was Neubauten fehlt

Der Terrazzo-Boden, der so oft verachtet wird, hat unerwartete Verteidiger. In der spanischen Hochebene ist er wegen der extremen Winterkälte lästig, aber im Sommer ist er ein Segen, schreibt ein Nutzer. Die Idee eines strahlenden Terrazzo-Bodens wird halb im Scherz als Spaniens meistverkauftes Produkt vorgeschlagen, falls jemand es patentieren würde. *Gotelé* ist mit kleinen Kindern ein Segen im Vergleich zu glatten Wänden. Sichtbare Kabel, die mit Farbe getarnt sind, ermöglichen schnellen Zugang für Reparaturen und Wechsel. Und wenn das Spielzeug Ihres Kindes etwas anfasst, das es nicht soll, passiert das wahrscheinlich nur einmal im Leben.

Die Waschmaschine ist ein weiteres Kapitel. Eine neue Miele, die mit Glück fünfzehn Jahre hält, kostet 2.500 Euro, während eine Waschmaschine aus den 70ern praktisch unzerstörbar ist, heißt es in einem Kommentar. Für diese Waschmaschine zahlt man ein Vermögen, genau so, wie sie da steht, meint ein anderer. Das Esszimmer-Möbel mit seinen 90er-Jahre-Figuren und Duralex-Gläsern wird als unzerstörbar beschrieben. Die Sammlung kleiner Tierfiguren kam sogar mit Teilen, um einen Hai inklusive seiner inneren Organe zusammenzubauen.

Die ethnische und architektonische Einheit der 1970er Jahre hat ihre Erklärung: Die gleiche Uhr findet sich in Abstellräumen in der halben spanischen Bevölkerung. Eines der Modelle wurde in Torrejón de Ardoz hergestellt, und einem Fabrikarbeiter wurde beim Abschied eine sehr ähnliche geschenkt. Die Marke Micro war spanisch, wie in der Diskussion erwähnt wird, auch wenn die Uhr aus Algeciras stammte.

Der Lärm der Uhr und die Nostalgie des 'Paco-Piso'

Die Uhr ist nicht leise. Das Beste ist, wenn sie um 4:00 Uhr morgens anfängt, die Viertelstunden zu schlagen und den ganzen Lärm zu machen, schreibt ein Nutzer. Ein anderer erinnert sich, dass sein Vater eine hatte, die jede Stunde lästig Lärm machte, aber er sie liebte, weil seine Mutter sie ihm geschenkt hatte. Die Lampe, die das Set ergänzt, wird direkt als sehr *paquísima* (kitschig) bezeichnet.

Das Phänomen beschränkt sich nicht auf die Uhr. Es gibt Leute, die ihre eigene geerbte Tischuhr mit Putten gefunden und sie ins Wohnzimmer gestellt haben, um sich wie ein Adliger zu fühlen. Auch eine Kuckucksuhr taucht auf, was bereits die höchste Stufe darstellt. Die erklärte Absicht ist, dass das Haus ein ständiges Signalfeuer für die Uhrzeit ist.

Die Diskussion verlagerte sich auf den wirtschaftlichen Wert von Alt gegenüber Neu. So wie die Bauarbeiter bauen und die Bauträger minderwertige Materialien verwenden, wird eine Wohnung von 1970 in ein paar Jahren mehr wert sein als ein Neubau, behauptet ein Kommentar. Die These hat ihre Logik: Eine Wohnung von 1979 mit denselben Original-Elektrogeräten, alles wie früher, fungiert als Zeitreise in den *paquismo* (kitschigen Stil) der Siebziger.

Vom Spott zum nationalen Museum des 'Paquismo'

Die Reaktion war nicht einstimmig. Ein Teil des Publikums tat das Ensemble als typische Wohnung armer Leute ab, die nach Versagen riecht, und ein anderer Kommentar ironisierte, dass allein der Anblick *Aluminosis* (Staublunge durch Zement) verursache. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Es war ihre erste Wohnung, sie waren Anfang 30. Der Kontrast zwischen Verachtung und Verteidigung des Objekts ist der eigentliche Kern der Diskussion.

Die Wende kam, als jemand scherzte, dass ein nationales Museum des *Paquismo* eröffnet wurde und er es nicht mitbekommen habe. Die Bezeichnung setzte sich durch. Das *Pacómetro* (ein imaginäres Messgerät für Kitsch), das Maß für die Authentizität der Siebziger, erreichte mit dem ersten Foto Höchstwerte. Das Ensemble wurde als unübertroffener Jahrgang beschrieben.

Es gibt einen Fakt, der die Jüngeren verwirrt: Ein Drittel der Bevölkerung wüsste gar nicht, wie man das Ding aufzieht, und würde nach Batterien suchen, um es zum Laufen zu bringen, heißt es in einem Kommentar. Die Aufzugsuhr, das *gotelé* und der Terrazzo gehören zu einem Land, das nicht mehr existiert, aber in tausenden Küchen weiterhin die Zeit anzeigt.

Die Vorhersage mit Vorbehalt: Solange Neubauten weiterhin mit minderwertigen Materialien gebaut werden, wird die Wohnung von 1970 mit ihrer lauten Uhr und ihrer unzerstörbaren Waschmaschine weiter an Wert gewinnen. Der Markt wird es erst spät erkennen. Oder vielleicht auch nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (100 Antworten).

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