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70 Prozent der Spanien verdienen weniger als 30.000 Euro brutto im Jahr
Daten der spanischen Steuerbehörde für 2024 zeigen, dass 70 % der Einkommensteuerpflichtigen weniger als 30.000 Euro im Jahr verdienen – eine Verschlechterung gegenüber 67,59 % im Jahr 2023.
70 Prozent der Spanien deklarieren weniger als 30.000 Euro im Jahr: ein Spiegel struktureller Prekarität
Stellen Sie sich einen 35-jährigen Arbeitnehmer in Madrid mit Hochschulabschluss vor, der 28.000 Euro brutto im Jahr verdient. Er ist nicht arbeitslos, hat eine Festanstellung – und gehört dennoch zu den 70 % der Spanien, die laut den neuesten Daten der Steuerbehörde (Agencia Tributaria) die 30.000 Euro im Jahr nicht erreichen. Die Zahl für 2024 bedeutet eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr: 2023 waren es 67,59 % der Steuerpflichtigen, jetzt sind es 70,02 %.
Die vom Finanzministerium veröffentlichten und von Vozpópuli aufgegriffenen Daten zeigen, dass 17,25 Millionen Menschen 2024 Einkommen unter 30.000 Euro deklarierten, gegenüber 16,21 Millionen im Vorjahr. Der Anstieg um einen Prozentpunkt innerhalb eines Jahres spiegelt einen besorgniserregenden Trend wider, der sich nicht allein durch Inflation oder mehr Beitragszahler erklären lässt, sondern durch eine Lohnstruktur, die auf niedrigem Niveau festhängt.
Die Debatte über diese Zahlen polarisiert meist zwischen denen, die die Bremse eines großen Staates verantwortlich machen, und denen, die auf die Schattenwirtschaft verweisen. Fest steht: Bei einer Bevölkerung, die sich 50 Millionen nähert, und einem Wachstum der ausländischen Bevölkerung von 4,88 % im Jahresvergleich (7,3 Millionen, 15 % der Gesamtbevölkerung) wächst der Druck auf das Rentensystem. Und wenn 70 % der Steuerpflichtigen diese Schwelle nicht erreichen, leiden die Einnahmen aus der Einkommensteuer.
Manche behaupten, viele dieser niedrigen Einkommen würden durch Schwarzarbeit oder kleine nicht angemeldete Geschäfte aufgebessert. Doch selbst wenn dem so wäre, ist die offizielle Zahl die Grundlage, mit denen die Steuerbehörde Leistungen und Beiträge berechnet. Die Lücke zwischen deklariertem und tatsächlichem Einkommen mag ein Puffer sein, aber sie löst das Kernproblem nicht: eine Wirtschaft, die nicht genug Mehrwert erzeugt, damit die Mehrheit der Beschäftigten die 30.000 Euro überschreitet.
Beunruhigend ist vor allem das Tempo der Verschlechterung: Innerhalb eines Jahres ist der Anteil der Menschen unter dieser Schwelle um fast zweieinhalb Prozentpunkte gestiegen. Setzt sich der Trend fort, könnte er bald 75 % erreichen. Und dann wird die Frage nach der Nachhaltigkeit des aktuellen Produktionsmodells nicht mehr theoretisch sein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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