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70-Jährige erschossen: Polizei-Einsatz bei Messer-Bedrohung umstritten
Video zeigt Erschießung einer 70-jährigen Frau mit Küchenmesser. Debatte über Polizeiprotokoll und Verhältnismäßigkeit der Gewaltanwendung.
Tod einer 70-Jährigen wegen eines Messers: Debatte über polizeiliche Gewalt
Die Polizei erschoss eine 70-jährige Frau, weil sie ein Messer nicht losließ. Es wirkt wie eine Hinrichtung, doch das kursierende Video lässt keine einfachen Schlüsse zu. Die Beamten wiederholen die Anweisung mindestens dreimal, die Frau kommt mit dem Messer in der Hand näher, und die Distanz entspricht genau der in den Handbüchern als tödlich definierten Zone.
Die Szene: Wiederholte Anweisungen und mehrere Schüsse
In der Aufnahme ist eine ältere Person mit einem Küchenmesser zu sehen, die langsam auf zwei Beamte zugeht. Der Befehl „Lass das Messer fallen“ ist mehrfach zu hören. Sie bleibt am Rand des Grundstücks stehen, ohne den Bürgersteig zu betreten, und in diesem Moment fallen die Schüsse. Manche betonen, dass sie keinen Fuß auf die öffentliche Straße gesetzt habe; andere entgegnen, dass die Bedrohung an der vorwärts gerichteten Bewegung gemessen wird, nicht daran, auf welcher Seite der Grenze sich der Fuß befindet.
Ein kurioses Detail: Das verwendete Kaliber wurde als .38 Special identifiziert, im Jargon auch „der Joghurt“ genannt (außen weiß, innen voller Wut).
Die Tueller-Regel: Warum 10 Meter nicht einfach 10 Meter sind
Das häufigste Argument ist die Tueller-Regel: Ein Angreifer mit Messer kann 7 Meter schneller zurücklegen, als ein Polizist braucht, um seine Waffe zu ziehen und präzise zu schießen. Bei 10 Metern ist der Spielraum nicht so komfortabel, wie es scheint; ein Beamter mit gezogener Waffe muss noch immer einen incapacitierenden Treffer landen. Befürworter des Einsatzes fügen hinzu, dass ein einzelner Schuss einen aggressiven Täter mit hohem Adrenalinspiegel nicht immer stoppt, weshalb man in Extremsituationen dazu neigt, „das Magazin leerzuschießen“. Kritiker erwidern, dass die Dame im Video nicht rennt, sondern nur geht, und dass die Distanz für eine 70-Jährige anders zu bewerten ist als für einen Athleten.
Der Taser und nicht-tödliche Alternativen
Die am häufigsten gestellte Frage ist nicht, ob der Schuss legal war, sondern warum kein Taser eingesetzt wurde. Die Antwort hat Nuancen: Bei älteren Menschen kann der Stromschlag Herzinfarkte auslösen, wie in der Analyse dieses Falls angemerkt wurde. Aber der grundlegende Einwand ist ein anderer: Wenn ein incapacitierendes Werkzeug zur Ausrüstung gehört, muss die Entscheidung, es nicht einzusetzen, wenn die Bedrohung in Schrittgeschwindigkeit näherkommt, erklärt werden. Das Handbuch schreibt vor, dass tödliche Gewalt nur bei unmittelbarer Gefahr angewendet wird, aber die Definition von „unmittelbar“ ist zum Schlachtfeld aller dieser Videos geworden.
Der spanische Spiegel: Von der Guardia Civil zum Zivilisten, der den Verdächtigen festhält
Während die US-Debatte sich auf den leichtfertigen Umgang mit Schusswaffen konzentriert, zeigt ein parallel kursierendes Video zwei Beamte der Guardia Civil, die auf die Beine eines verdächtigen Mannes einschlagen, der kaum reagiert; es ist ein Zivilist, der herbeieilt und ihn fixiert. Der Vergleich hat seinen Reiz: Auf der einen Seite exzessive Gewalt, auf der anderen mangelnde Ressourcen oder Urteilsvermögen, die einen Zivilisten zwingen, die Arbeit zu erledigen. Viele kommen zu dem Schluss, dass das Problem nicht ausschließlich die Schusswaffe ist, sondern das Fehlen einer Mittelstufe zwischen dem Taser und dem „Rette sich, wer kann“-Prinzip.
Die Variable, die niemand benennen will
Ein Teil der Reaktionen legt den Fokus auf die ethnische Zugehörigkeit des schießenden Beamten. Die These, formuliert mit allen Vorbehalten, lautet, dass die Bewertung des Schusswechsels anders ausgefallen wäre, wenn der Polizist weiß gewesen wäre. Mit einem einzigen Video lässt sich dies nicht beweisen, aber der Verdacht durchzieht jede Diskussion über polizeilichen Machtmissbrauch. Das Problem ist, dass diese Überlegung, wenn sie auf einen kurzen Satz reduziert wird, oft zum Rauschen degradiert.
Es ist vorhersehbar, dass dieser Fall tagelang Schlagzeilen und Proteste befeuern wird. Die unbequeme Frage ist nicht, ob es zu viele Schüsse waren, sondern warum, trotz verfügbarer nicht-tödlicher Werkzeuge, die Lösung weiterhin darin besteht, ein Küchenmesser in ein Todesurteil zu verwandeln. Wenn das nächste Video kommt (und es wird kommen), werden einige erneut erwarten, dass ein Polizist gleichzeitig Richter, Psychologe und Scharfschütze sein soll. Das scheint kein vernünftiger Plan zu sein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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