467 historische Kuriositäten: Vom F-104-Duell bis zur Plakette

Vom F-104 gegen einen Formel-1-Wagen 1981 bis zur Plakette Londons zweitbester Prostituierter: 467 Antworten zu unglaublicher Geschichte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Historische Kuriositäten: Vom F-104-Duell bis zur Plakette der „zweitbesten Prostituierten“

Im Jahr 1981 organisierte das italienische Verteidigungsministerium ein Beschleunigungsrennen über 1.000 Meter mit stehendem Start auf einem Luftwaffenstützpunkt. Auf der einen Bahn fuhren Formel-1-Autos, auf der parallelen Bahn starteten F-104 Starfighter der italienischen Luftwaffe (Aeronautica Militare), ein Flugzeug, das wegen seiner hohen Unfallrate einen schlechten Ruf hatte. Diese Anekdote, gesammelt in einem Geschichts-Thread mit 467 Antworten innerhalb von 935 Tagen, fasst den Kern der Sache zusammen: Die Geschichte ist voll von Entscheidungen, die heute niemand unterschreiben würde, die damals aber mit voller institutioneller Ernsthaftigkeit getroffen wurden.

Der Thread mit dem Titel „Der zweite Thread der Kuriositäten“ funktioniert wie eine Maschine für pikante Fakten. An einem Tag taucht ein gemischtes Ehepaar auf – sie katholisch, er protestantisch –, das in verschiedenen Friedhöfen begraben wurde, aber durch einen Trick der Bestattungsingenieurskunst verbunden blieb. An einem anderen Tag geht es um die blaue Gedenktafel in Islington, die an Priss Fotheringham erinnert, die 1660 als „die zweitbeste Prostituierende ganz Londons“ bezeichnet wurde. Die sofortige Frage lautet: Und was ist mit der Ersten? Hat sie auch eine Tafel oder lebt sie im Buckingham Palace?

Von den Amish zur Demografie, die nicht passt

Die Amish-Gemeinschaft wuchs von 5.000 Mitgliedern im Jahr 1920 auf 383.565 im Jahr 2023. Die jährlichen Wachstumsraten übersteigen in mehreren Jahrzehnten 4 %, ohne nennenswerte Außenkonversionen. Die detaillierte Jahresreihe lädt zu einer unbequemen Reflexion ein: Während die halbe westliche Welt über Geburtenpolitik diskutiert, vervielfacht eine Gruppe, die moderne Technologie ablehnt, ihre Bevölkerung innerhalb eines Jahrhunderts um das 76-Fache. Jemand fasst es ironisch zusammen: Sie wirken vielleicht wie Spinner, aber möglicherweise sind sie die Einzigen, die nicht verrückt sind.

Der Thread räumt auch Mythen mit archäologischer Geduld aus. Das Tholos-Grab des Atreus war leer, als Schliemann ankam: Es war bereits in der Antike geplündert worden, wahrscheinlich schon in der Bronzezeit. Die Mykener waren keine Narren; sie wussten, dass solche Gräber Schätze enthielten. Und die Römer reinigten sich nicht mit demselben geteilten Schwamm: Neben den Löchern der Latrinen verliefen Wasserkanäle, und der Schwamm am Stiel war der Besen der Latrine, kein Hygieneartikel. Eine Zivilisation, die Wasser aus Quellen über 100 Kilometer weit leitete, hätte bei so etwas nicht gespart.

Fokker D.XXI: Holz, Stoff und 100 Abschüsse

Eine niederländische Familie, betroffen von dem, was sie „irreversible Warbirditis“ nennt, hat eine Fokker D.XXI rekonstruiert und flugfähig gemacht. Das Flugzeug mit festem Fahrwerk, Tubular-Rumpf und bespannten Holzflügeln war etwa 100 km/h langsamer als eine Me-109E. Trotzdem schoss es 1940 mehr als 100 deutsche Flugzeuge ab, und die Finnen holten noch mehr heraus in ihren Kämpfen gegen die Sowjets. Der Großvater erklärt die Flügelstruktur anhand eines originalen Demonstrationsmodells aus einem Museum; die Großmutter montiert den Rumpf. Ein technisches Detail zum Kontext: Im Bereich von 500 km/h spielten verkleidete Räder aerodynamisch kaum eine Rolle, und die Fokker lieferte ähnliche Leistung wie eine Curtiss Hawk 75 zum halben Preis.

Der Zweite Weltkrieg liefert weitere Bilder. Das deutsche Schlachtschiff Tirpitz, getarnt als Häuserblock während seiner Ausrüstung 1940. Der niederländische Minensucher Abraham Crijnssen, verkleidet als Insel, um japanischen Flugzeugen auf Java im Februar 1942 zu entkommen. Der schwedische Kreuzer Göta Lejon, direkt unsichtbar. Und ein in Tunesien erbeuteter Sherman, fotografiert 1943 auf dem Erprobungsgelände Kummersdorf mit deutlich sichtbaren Insignien.

Coca-Cola, Pepsi und Seven Up: Als Limonaden Medizin waren

Coca-Cola entstand als kräftigendes pharmazeutisches Produkt – mit Kokablättern – und Mittel gegen Migräne. Pepsi wurde als Digestiv-Tonic verkauft und enthielt Pepsin. Seven Up wurde als Mittel gegen Niedergeschlagenheit beworben und enthielt Lithiumcitrat, einen Wirkstoff, den die Psychiatrie weiterhin nutzt. Das „Up!“ bezog sich auf die Stimmungsaufhellung. Drei globale Limonadenmarken, die als Apothekenprodukte begannen und als Zuckerfabriken endeten. Die Geschichte der Lebensmittelindustrie ist voll solcher Wendungen.

Im Kapitel der Namen und Marken begann Jaguar als Swallow Sidecars und gab diesen Namen während des Zweiten Weltkriegs auf, weil das Logo sagen wir mal unangenehm war. Und eines der größten Süßwarenunternehmen der USA hieß ursprünglich Herman Göelitz, mit einem Hahn als Maskottchen, da ihr Top-Produkt ein Weihnachtsbonbon namens „candy corn“ war. Sie waren dafür verantwortlich, Gummibärchen in den USA einzuführen, die jahrzehntelang als europäische Kuriosität galten. Mit der Zeit änderten sie den Namen in etwas Amerikanischeres. Jetzt sind sie amerikanischer als Apple Pie.

Tschernobyl, Artemis und der AZ-5-Knopf

Ein kürzlicher Besuch im Kernkraftwerk Tschernobyl dokumentiert den Zustand des Kontrollraums des Reaktors 3 – Zwilling und Nachbar des explodierten Blocks – mit gut erhaltenem AZ-5-Notabschaltknopf (SCRAM) und Steuerstäben, die kurz vor dem Unfall des Reaktors 4 aufgrund des Drucks zu springen begannen. Bei Minute 24:55 im Video gibt es einen Moment, in dem die Realität die Fiktion übertrifft. Die NASA nutzt ihrerseits RB-57F-Flugzeuge, die in großer Höhe fliegen, um den Aufstieg und Wiedereintritt von Artemis zu dokumentieren. Der RB-57F ist eine stark modifizierte amerikanische Version des britischen Bombers English Electric Canberra, dessen Prototyp erstmals 1949 flog.

Der Thread hebt auch die Operation Sandy von 1947 hervor: der erste Start eines Raketenprojektils von einem Schiff auf hoher See durch die USA. Sie nutzten den Flugzeugträger USS Midway CV-41, den größten, den sie hatten, mit gepanzerter Deckfläche, um dem Strahl des Raketenmotors standzuhalten. Und als „Rakete“ eine von den Deutschen erbeutete V-2, montiert auf einer prekären Struktur am Heck. Die Prekarität, erzwungen durch die Eile, nukleare Abschreckungskapazität an Bord zu haben, bevor der Feind zuvorkam. Klar, der Feind waren nicht nur die Russen, sondern auch das Heer und die USAAF.

Das verwirrende Faktum

Unter den am besten bewerteten Nachrichten findet sich eine unerwartete Kuriosität: Wissenschaftler, die einen Meteoriten untersuchten, der 1969 in Australien fiel, fanden darin Körner aus Sternenstaub, die von sterbenden Sternen vor der Bildung der Sonne ausgestoßen wurden. Die ältesten, datiert vom Field Museum of Chicago durch Messung der kosmischen Strahlungsensstrahlung, sind etwa 7 Milliarden Jahre alt. Die Sonne ist 4,6 Milliarden Jahre alt. Das heißt, es gibt Materie auf der Erde, die älter ist als unser Sonnensystem selbst, und wahrscheinlich älter als alles, was wir heute unwissentlich berührt haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (481 Antworten).

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