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390 Euro Rente nach 44 Jahren als Anwalt in der Mutualidad
Anwälte in der Mutualidad erhalten nach Jahrzehnten nur 300 bis 500 Euro. Der Wechsel zum RETA schließt Neueintritte ab 1996 aus.
Wie viel bleibt einem Anwalt nach vierundvierzig Jahren Berufstätigkeit? Im Fall von Luis Mariano López Benito sind es 390 Euro im Monat. Er trat 1980 dem Berufsstand bei, als die Anmeldung bei der Mutualidad de la Abogacía keine Wahl war, sondern Voraussetzung für die Ausübung des Berufs. Mit 68 Jahren arbeitet er immer noch, denn von dieser Summe kann man nicht leben. Die Gruppe hinter der Protestaktion #J2 schätzt, dass sich 100.000 Anwälte und Procuradores in einer ähnlichen Situation befinden, mit Ruhegehältern zwischen 300 und 500 Euro monatlich nach jahrzehntelangen Beiträgen. Die Frage, die beim Lesen seines Falls aufkommt – wie konnte das niemand vorhersehen? –, hat eine unbequeme Antwort: Man sah es zu spät und basierend auf den Informationen, die der eigene Berufsverband lieferte.
Zwei Namen, dieselbe Falle
María Victoria Bolaños trat zehn Jahre nach Mariano dem Verband bei. Wenn sie in den Ruhestand geht, erwartet sie ein Einkommen von 600 Euro im Monat. Ihr wurden 100.000 Pesetas versprochen, die im Laufe der Zeit eingefroren sind: ohne Sonderzahlungen, ohne Witwenrente und ohne Waisenrente, falls nötig. „Wir sitzen in einer Sackgasse fest“, fasst die Geschichte beider zusammen. Mariano zahlte 6.000 Euro pro Jahr ein und verteilte sein Kapital so, dass er das 88. Lebensjahr erreichen würde, um sicherzustellen, dass die vollständige Entnahme ihn nicht benachteiligt. Garantiertes Ergebnis: 390 Euro im Monat, was laut seinen Worten nicht einmal zum Leben reicht. Die Mutualidad de la Abogacía hat auf diese Vorwürfe nicht reagiert.
Wie viel zahlten die Mutualisten wirklich ein?
Hier beginnt der eigentliche Streit. Manche behaupten, die Beiträge seien lächerlich gewesen – es werden Monatsbeiträge von 20 bis 50 Euro und weniger als 200 Euro monatlich über einen großen Teil der Karriere genannt – und dass man mit diesem Aufwand keine staatliche Rente erwarten könne. Die Gegenposition besagt, dass die Beiträge stiegen, das Minimum für Selbstständige zur Mitte der Karriere übertrafen und sich kurz vor dem Rentenalter verdoppelten. Mariano gibt an, jährlich 6.000 Euro gezahlt zu haben. Auch steht das Argument im Raum, dass die erhaltenen Informationen „nicht zuverlässig waren, sehr einseitig“: Ihrer Darstellung zufolge wurde ihnen jahrelang gesagt, dass sie bei gleichen Einzahlungen in der Mutualidad mehr herausbekämen als im RETA.
Von Pflichtversicherung zu privatem Anbieter: die entscheidenden Daten
1980: Pflichtmitgliedschaft. 1995: Erste Möglichkeit, zwischen der Mutualidad und dem Wechsel zum RETA (Sonderregime für Selbstständige) zu wählen; viele taten dies nicht, weil sie befürchteten, nicht genug Jahre für eine staatliche Rente zusammenzubekommen. 1996: Die Mitgliedschaft wird optional und ist damit eine Alternative. 2005: Umstellung vom Umlageverfahren auf das Kapitaldeckungsverfahren. 2013: Einführung eines Mindestbeitrags von 80 % im Vergleich zur Sozialversicherungsabgabe. In den Jahren zuvor gab es keine Mindestbeitragserfordernisse oder Garantien, die denen des öffentlichen Systems entsprachen, und in dieser Lücke entstand die heutige Krise.
Wer kann zum RETA wechseln und wer bleibt außen vor?
Der Übergang zum RETA ist, den Betroffenen zufolge, auf Mutualisten beschränkt, die vor 1995 beigetreten sind und verfestigte Rechte hätten, die durch den Systemwechsel verloren gingen. Freiwillige Mutualisten, also jene, die ab 1996 eingestiegen sind, bleiben ausgeschlossen: Ihre Entscheidung gilt als frei gewählt. Auch bereits Rentner sind ausgenommen, außer bei Leistungsansprüchen. Der jüngste Vorschlag würde die Tür für jene öffnen, die bei einer Äquivalenzberechnung der Beiträge die 15 Jahre Beitragszeit nicht erreichen, die für eine staatliche Leistung erforderlich sind. Alles deutet darauf hin, dass der Übergang mit Kompensation verbunden sein wird: Ausgleich der Differenz der nicht gezahlten Beiträge in Euro oder Jahren.
Das Fenster schließt sich: Babyboomer und Beitragsjahre
Die Generation, die diese Fälle betrifft, sind die Babyboomer, die ungefähr zwischen 2025 und 2035 in den Ruhestand gehen werden. Das lässt wenig Spielraum für Verhandlungen. Und es fügt eine grausame Asymmetrie hinzu: Wer das Loch erst mit 55 entdeckte, hatte physisch keine Zeit mehr, 15 echte Beitragsjahre im RETA zu sammeln und Anspruch auf die öffentliche Rente zu erhalten. Viele arbeiten weiter, „solange Kopf und Körper durchhalten“. Die einzige Lösung, die sie sehen, ist der Wechsel ins Selbstständigen-System unter Mitnahme des investierten Geldes.
Der unbequeme Spiegel: Selbstständige, Minimum und Aufstockung
Das Argument, das innerhalb der Profession am meisten schmerzt, ist vergleichend. Jeder Selbstständige mit dem Mindestbeitragssatz hat eine Rente mit vierzehn Zahlungen garantiert. Ein Anwalt, der 15 Jahre in die Sozialversicherung eingezahlt und 70.000 Euro in seinem Fonds angesammelt hat, könnte mit der Mindestrente enden, bei etwa 800 Euro, und den Rest über fünfzehn Jahre entnehmen, um die Schwelle nicht zu überschreiten, die ihm die Aufstockung streichen würde. Außerhalb des Systems wird darauf hingewiesen, dass das Existenzminimum (Ingreso Mínimo Vital) das Einkommen eines Mutualisten mit wenigen anerkannten Jahren verdoppeln kann. Mit diesem Vergleich liegt die Ungerechtigkeit auf der Hand.
Am Ende lautet der am häufigsten wiederholte Rat in diesen Tagen mit einer kreisförmigen Eleganz: Sucht euch einen guten Anwalt, der euch erklärt, was ihr unterschrieben habt. Das Problem ist, dass die gesamte Zunft im selben Boot sitzt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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