33 Tore in sieben Spielen, danach der Clásico: Flicks Barça

Der FC Barcelona verpflichtet Julián nicht, verhandelt Ferrans Wechsel zum PSG und verliert gegen Real Madrid: Zweifel an der körperlichen Belastung durch Flicks System

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

33 Tore in sieben Spielen, danach der Clásico: Flicks Barça
Vom 29. Titel zur Niederlage im Clásico: Flicks Barça

Die Saison des FC Barcelona begann mit der Handball-Abteilung, die den 50. Europapokal des Vereins —alle Abteilungen zusammengerechnet— gewann, und mit Gavi in der Startelf bei Spaniens WM-Auftakt gegen Kap Verde. Zwischen den Feiern steht die Frage, die alles andere ordnet: Wie lässt sich die nationale Überlegenheit auf den Kontinent übertragen? Die Vorsaison hatte zwei nationale Titel gebracht, darunter als wertvollsten die 29. Meisterschaft in der Liga, und die Erkenntnis, dass in Europa das Niveau keine Abkürzungen erlaubt. Der Transfermarkt war die erste Prüfung des neuen Jahres.

Und sie wurde nur zur Hälfte bestanden. Ein Eigengewächs auf dem Weg ins Bernabéu, ein Stürmer, der zur Sommeraffäre wurde, eine festgefahrene Vertragsverlängerung und ein Ersatzstürmer, der als sicher galt. Jede Baustelle wurde anders geschlossen, und jede hinterließ eine Rechnung, die fast immer im Oktober fällig wurde.

Cucurella, der Abwehrspieler auf dem Weg zum Rivalen und die Tür, die manche schließen wollen

Im Thread galt als ausgemacht, dass Real Madrid Marc Cucurella für rund 60 Millionen fix verpflichtet, dazu etwa 20 Millionen Gehalt und einen Sechsjahresvertrag. Ein Forist rechnete vor, dass das Geschäft mit Boni nach demselben Maßstab, der einst bei Barça-Transfers angelegt wurde, auf 70 Millionen käme. Die erste Diskussion war keine sportliche, sondern eine vertragliche: Es wurde betont, dass der Außenverteidiger bis zum 30. Juni noch Spieler des FC Chelsea war und von dort bezahlt wurde, abgesehen von der bereits mit dem Madrider Klub vereinbarten Prämie.

Der Unmut hat Wurzeln in der Jugendakademie. Ein Spieler aus der eigenen Ausbildung, auf einer Position, die der Barça verstärken musste, landet beim ewigen Rivalen. Von dort bis zur Behauptung, ihm sollten für immer die Türen verschlossen bleiben, ist es ein weiter Weg: Der Verein hat sich mit Figuren ausgesöhnt, deren Beziehung deutlich schlimmere Phasen durchlief. Sportlich wurde der Transfer als gut bewertet, wobei im Thread gewarnt wurde, dass nur zwei staatlich gestützte Klubs einen solchen Preis zahlen können.

Das Detail, das wehtat, kam Monate später im Clásico: Der Barça-Flügelspieler lief kein einziges Mal auf den Außenverteidiger. Damit war die Debatte über den Preis beendet.

Warum verpflichtete der Barça nicht Julián Álvarez?

Nach der Erzählung im Thread hatte Plan A einen Namen und ein Datum. 100 Millionen auf den Tisch und eine Frist, Ende Juli, nach deren Ablauf der Klub abwägen wollte, ob er nachlegte oder ausstieg. Atlético rührte sich nicht, und die in der Diskussion genannten Preise bewegten sich zwischen 120 und 150 Millionen, unzumutbar für einen Verein, der weiterhin mit dem Financial Fair Play kämpft. Man hatte erwartet, dass der Wille des Spielers den Wechsel erzwingen würde; geschah nicht.

Plan B wurde als Paket diskutiert. Im Thread stand Gabriel Jesús für 10 Millionen und zwei Jahre im Raum, wobei sich das Arsenal 20 Prozent an einem künftigen Verkauf sicherte; er passte ins Profil des beweglichen Stürmers, den das System verlangt, mit der ewigen Frage: die Knie. Daneben wurden Flügelspieler wie Adeyemi und Hamza sowie die Option der falschen Neun genannt.

Der Dissens betraf nicht den Spieler, sondern das Modell. Das wiederholte Argument: 120 Millionen für jemanden, der bislang kein Top-Spieler war, gefährden die Finanzen. Dem gegenüber stand eine Diagnose, die im Thread immer wieder fiel: Wenn der Ball nicht ins Tor will, braucht man einen Strafraum-Spezialisten, der einen Abpraller verwertet und aus einem Punkt drei macht.

Ferran Torres, 50 Millionen und eine Prämie im Januar

Der Fall Ferran Torres fasst das Problem der späten Planung zusammen. Sein Vertrag läuft aus, und ihm steht laut Thread eine millionenschwere Prämie im Januar zu; mit diesem Anreiz in der Hand lohnt sich kein Angebot über 50 Millionen —diejenigen, die dem PSG und Aston Villa zugeschrieben wurden— es sei denn, er verzichtet auf den Bonus. Die Verlängerung war vor einem Jahr billig; im August teuer. Und das Team blieb ohne Lewandowski und ohne erprobten Ersatz.

Dazu die Finanzkonstruktionen, die der Verein seit 2020 umtreiben. Wie im Thread erklärt wurde, diente De Jongs Vertragsverlängerung nicht dem Sport: Sie sollte dazu dienen, aufgeschobene Gehaltsrückstände über mehrere Jahre zu verteilen, die sonst auf einen Schlag hätten gezahlt werden müssen. Mit Araujo wurde Ähnliches gemacht. Das Ergebnis ist ein Kader mit hohen Gehältern, unbequemen Veteranen und Abgängen, die niemand übernehmen will.

Man sprach von Araujo als Leihgabe, Ferran verhandelte, und De Jong war ein Rätsel: Falls er operiert werden müsste, fünf Monate Pause. In der Verteidigung setzte man auf Eigengewächse und Umfunktionierungen. Gefordert wurden ein robuster Innenverteidiger und Außenverteidiger, die zum neuen Projekt passen; gekommen ist vor allem ein dichter Spielplan.

33 Tore in sieben Spielen: der Auftakt, der die Erwartungen in die Höhe trieb

Mit eingespieltem Team legte Barcelona einen absurd guten Start hin: 33 Tore in sieben Spielen, mit Außenverteidigern, die plötzlich in der Mitte auftauchten, und bis zu sechs oder sieben Spielern in Abschlussposition in jedem Spiel. Man sprach von einem Hybrid aus Flicks Bayern, City und PSG: Ballbesitz, hohes Pressing und die Fähigkeit, Chancen aus jeder Lage zu erzeugen, gegen tiefstehende Gegner oder im Umschaltspiel.

Dort entstand die Selbstüberschätzung. Mit solchen Zahlen wirkte eine Analyse von Spiel zu Spiel wie böser Wille. Und doch stand die Warnung bereits geschrieben: Die Niederlage in Europa kam, während das Team vom Torwart getragen wurde und die Abwehr gegen niveaulose Gegner zwei Tore kassierte.

Der Spielplan: vier Spiele, die niemand spielen kann

Zwischen Euphorie und Rückschlag machte sich eine Beschwerde breit, die alle teilten. Vier Spiele in Folge höchster Intensität, Länderspielpausen mitten in der Liga, eine Nations League, die Nationalspieler im Oktober zu Spielen auf hohem Niveau zwingt. Gavis Fall mit Armenien wurde zitiert —im Thread unbestätigt— ebenso wie der von Raphinha in einem Freundschaftsspiel, zwei Beispiele dafür, dass das Risiko nicht vom Gegner abhängt. De Jong spielte für die Niederlande mit Schmerzspritzen.

Das Ergebnis ist ein Trainer, der nicht rotieren kann, wo ihm der Ersatz fehlt. Hohes Pressing verlangt frische Beine, und der Verein hat einen Kader mit Tiefe nach vorne und keiner nach hinten gebaut. Dort begann die Debatte, die auf der Trainerbank endete.

Der Clásico und der Wechsel, den niemand verstand

Die Strafe kam im schlechtesten Umfeld. Mbappé erzielte sein zehntes Tor am zehnten Spieltag der Liga —er hat nun 13 gegen Barcelona in seiner Karriere— nach einem Abklatscher, der ihm frei im Strafraum vor die Füße fiel. Das Spiel ging laut der häufigsten Diagnose auf der Bank verloren: De Jong für Fermín in der 60. Minute bei 1:1, ein offensiver Mittelfeldspieler ohne Tor und ohne Vorlage in einem Spiel, in dem das Team Abschlüsse brauchte.

Die Kritik galt nicht dem Spieler, sondern der Einordnung. Frenkie kann nur als Sechser spielen und in diesem Tempo kaum einmal das. Die geforderte Alternative war eine andere: Raphinha durch die Mitte und ein Strafraumstürmer, um das Spiel zu gewinnen statt es zu kontrollieren.

Die eigentliche Debatte ist eine körperliche. Das System funktioniert mit zwei Kadern, und der Verein hatte nur anderthalb. Von „sechs Punkte vorn“ ging es nach dem Clásico zu drei Punkten Rückstand, am Camp Nou stritt man über die Atmosphäre, und die Tribüne pfiff das Passspiel aus. Die Saison war im Oktober nicht verloren, aber das Gefühl eines entscheidenden Fehlers hatte sich festgesetzt.

Schiedsrichter: zwei Erzählungen und keine Klärung

Der andere rote Faden der Saison war das Schiedsrichterwesen, mit gegenseitigen Vorwürfen. Von der Barça-Seite wurden Handspiele, Schubser und ein unverwarnter Schlag angeprangert, mit dem Argument, der Maßstab sei klar: Wenn es ein Spiel am Ball ohne Gewalt ist, Gelb. Von der gegnerischen Bank kamen Beschwerden über Platzverweise und Elfmeter, und die Antwort war der Hinweis, dass Protestieren den Maßstab nicht ändert.

Diskutiert wurde auch Einschüchterung als Faktor: Ein Team in Form zwingt den Gegner zu entscheiden, in welchen Spielen er sich verausgabt. Und wie jede Saison kehrte der Verweis auf den Fall der Zahlungen an einen ehemaligen Vizepräsidenten der Schiedsrichterkommission zurück, ohne gerichtliche Klärung bis heute, dazu die Erwiderung eines Foristen, der dem Madrider Klub eine intransparente Vereinsstruktur vorwarf. All das entscheidet sich nicht auf der Tribüne.



Die Saison zerbrach in zwei Hälften: die eine, die im August mit 33 Toren gefeiert wurde, und die andere, die im Oktober mit verkürztem Abstand nach dem Clásico diskutiert wird. Der Barcelona ließ Cucurella ziehen, entließ Julián ungenutzt, verhandelte Ferrans Abgang und stellte fest, dass sein bester Spieler sehr jung ist und dass das System, das ihn glänzen lässt, vier Spiele höchster Intensität in Folge nicht verkraftet. Die Aufschlüsselung der Transfers, inklusive Boni und Gehälter, zeichnet ein Bild des Marktes, das mehr erklärt als jede Pressekonferenz. Bleiben die Champions League und eine offene Frage: Ob Flicks System ein Stil ist oder eine körperliche Rechnung, die im Oktober fällig wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3888 Antworten).

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