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Ultravox: Der Synthesizer-Sound, der die Achtziger spaltete
Midge Ure und das Bratschensolo in Vienna lassen die Debatte über Ultravox neu aufflammen: Musikgeschmack, Genre-Etiketten und Vorurteile, die nicht zur Band passen.
Ultravox, Midge Ure und das Bratschensolo, das den Synth-Pop-Krieg neu entfachte
Ein Bratschensolo. Mehr braucht es nicht, damit eine Synthesizer-Band der frühen Achtziger von einer nächtlichen Radio-Erinnerung zum Anlass einer hitzigen Auseinandersetzung wird. Die Debatte beginnt mit Midge Ure und der Atmosphäre von «Vienna», jenem Stück, das viele als einen der Höhepunkte des britischen Elektronik-Pops betrachten. Von da an verwickelt sich die Sache: Musikgeschmack, Genre-Etiketten und so manches Vorurteil darüber, wer was hören darf, kreuzen sich.
Ultravox ist keine Band mit einem einzigen Hit und auch keine Ein-Mann-Band. Die kursierenden Beiträge bestehen darauf, dass die Seele der Formation ihr Sänger war, und dass seine Solokarriere mit eigenen Songs das Niveau hielt, wenn auch mit einer Wendung Richtung eingängigerem Stil. Manche ziehen diese poppige, zugänglichere Seite der Feierlichkeit der frühen Singles vor. Im Kern ist es der altbekannte Streit: Zählt die Band mehr als der Sänger, oder umgekehrt?
Warum klingt Vienna bis heute anders als der Rest des Synth-Pop?
Die Antwort, die sich in der Diskussion durchsetzt, hat mit der Produktion zu tun und mit jenem Instrument, das eigentlich nicht in eine Keyboard-Band passen sollte. Die Bratsche in «Vienna» bringt eine organische Textur in eine Welt der Maschinen, und genau dieser Kontrast macht das Stück so schwer nachzuahmen. Es ist nicht nur ein schöner Song: Es ist ein Arrangement, das aus der Norm des Genres ausbricht.
Das Problem beginnt, wenn dieser Geschmack zum Identitätsmerkmal wird. Empfindsamkeit und guter Geschmack sind Worte, die als Wurfgeschosse benutzt werden, und da geht die musikalische Analyse verloren. Ein Kommentar aus dem Austausch bringt es auf den Punkt: Jemanden wegen Ultravox zu beschimpfen, sagt mehr über den Sprecher aus als über die Musik. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten, und der Gegenangriff bedient sich desselben Verachts in die entgegengesetzte Richtung, indem er Metal-Fans mit Zoo-Affen vergleicht. Eleganz, so die Ironie, fehlt auf beiden Seiten.
Das Etiketten-Chaos: Ist Ultravox eine Rechtsrock-Band?
Die Diskussion nimmt eine unerwartete Wendung, als jemand halb im Scherz fragt, ob die Band rechts sei oder sich von einer Partei distanziert habe. Die Idee kommt nicht aus dem Nichts: Der Bandname mit diesem «Ultra» vorne lädt zu Verwechslungen ein, die der Lauf der Zeit nicht aufgelöst hat. Die Antwort kommt als Witz über die Legalität und darüber, «nichts von ultra irgendwas» zu sein.
Es ist ein perfektes Beispiel dafür, wie ein Name eine Last tragen kann, die ihm nicht zusteht. Ultravox entstand in den Siebzigern und etablierte sich in den Achtzigern, und seine Verbindung zur Politik ist genauso nicht vorhanden wie die jeder britischen Popband jener Zeit, die sich nicht in Schlamassel wagte. Aber die Assoziation funktioniert, und das Missverständnis wird zum Gesprächsthema.
Die Solokarriere, die niemand erwartet hatte
Der Weg des Sängers außerhalb der Band ist ein weiterer Diskussionspunkt. Die vorherrschende These lautet, dass seine Stimme die Band trug, und dass er nach der Trennung weiter hochkarätiges Material veröffentlichte. Manche heben einen langsamen Song hervor, der dennoch einen Hauch von Kraft bewahrt. Es ist nicht üblich, dass ein Synth-Pop-Sänger solo ohne die Produktion der Band bestehen kann, und das wird betont.
Die Vorliebe für die kommerziellere Seite von Ultravox gegenüber ihren düsteren Anfängen spaltet die Meinungen. Die einen schätzen die Experimentierfreude der frühen Werke; die anderen bleiben bei den Ohrwurm-Refrains hängen. Keine der beiden Positionen ist unumstritten, und genau das macht den Reiz aus.
Die Diskussion endet ohne Einigung, wie zu erwarten. Das Einzige, was klar bleibt: Das Bratschensolo in «Vienna» ist weiterhin das stärkste Argument derer, die die Band verteidigen, und das Etikett — das musikalische wie das andere — macht immer noch mehr Lärm als die Musik selbst.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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