300 Euro für anderthalb Stunden Installateur: Umsatz ist nicht gleich Gewinn
Der Installateur kommt ins Haus, arbeitet anderthalb Stunden und geht mit 300 Euro. Das passiert in Madrid, wo der betreffende Fachmann als bester Preis-Leistungs-Anbieter der Gegend gilt und manche noch mehr verlangen. Diese Anekdote diente dazu, ein größeres Thema aufzumachen: die vermeintliche Opulenz von Ärzten, Anwälten, Installateuren, Tischlern und Schlüsseldienstleistern im Vergleich zum Angestellten, der sich mit 3.000 Euro wichtig fühlt.
Das Ausgangsargument sprach von Ärzten und Anwälten, die 30.000 Euro pro Monat ohne große Mühe umsetzen, von Installateuren und Schlüsseldienstleistern, die sich bei 20.000 bewegen, viel Bargeld und wenig Rechnung. Die alte Geschichte, dass Studieren etwas für Verlierer sei und das Geld im Handwerk liege. Das Problem ist nur, dass fast niemand, der so viel umsetzt, auch so viel verdient.
Was Selbstständige wirklich verdienen: Kosten, die die Marge auffressen
Die erste Korrektur kam über die Buchhaltung. Umsatz ist nicht Gewinn, und dazwischen liegt eine Liste, die selten sichtbar wird: Beiträge zur Sozialversicherung (Autónomos), Steuerlast, Lieferanten, nicht abrechenbare Zeit und Weiterbildung. Bei Anwälten ist der Abfluss konstant: Der digitale Zugang zur Rechtsprechungsdatenbank Aranzadi kostet rund 117 Euro pro Monat, und Verfahrenstools wie Brocá-Majadas liegen über 600 Euro und werden schnell veraltet.
Dazu kommt die pogre Besteuerung. Nach einer Berechnung, die im Thread kursierte, kann die Einkommensteuer-Vorauszahlung (IRPF) bei einem Jahresgewinn über 60.000 Euro fast die Hälfte des Eingangs betragen. Jeder Vergleich eines Netto-Angestelltengehalts mit einem Brutto-Selbstständigenumsatz ist von Grund auf falsch angesetzt: Der Selbstständige, der viel umsetzt und wenig einzahlt, stößt später auf eine magere Rente oder eine unzureichende Zusatzvorsorge.
Das Gehalt eines Arztes: Vom Prekariat der Assistenzärzte bis zu 4.000 Euro netto mit Bereitschaftsdiensten
Im Gesundheitswesen gibt es die größten Nuancen. Ein Assistenzarzt im ersten Jahr erhält etwa 1.245 Euro pro Monat, eine Zahl, die als einfache Schlagzeile und zugleich irreführendes Argument dient. Mit eingerechneten Bereitschaftsdiensten kann ein Arzt in Ausbildung über 3.000 Euro netto hinauskommen, und ein bereits ausgebildeter Reaccionariorzt, der Nacht- und Feiertagsdienste übernimmt, bewegt sich in der Spanne von 4.000 bis 4.500 Euro netto.
Außerhalb des öffentlichen Systems ändert sich das Bild erneut: Es gibt Berichte über Privatpraxen, die bar bezahlt werden und selten unter 100 Euro liegen, mit Fällen, die 140 Euro für eine Stunde Präsenzzeit nennen. Das Detail ist nicht unwichtig, denn es nährt den Verdacht – unbewiesen –, dass ein Teil dieses Geldes nicht über die Kasse läuft. Es gibt eine Minderheit von Chefärzten und Elite-Praxen mit Tarifen anderer Größenordnung, aber diese als Standard anzusehen, ist der klassische Fehler.
Anwälte: Elitekanzleien und ein Beruf, der darunter leidet
Mit dem Anwaltsstand passiert Ähnliches. Es gibt Straf-, Steuer- oder Drogenverteidigungskanzleien, die Honorare im sechsstelligen Bereich handhaben, und Tausende von Juristen, die das Ende des Monats kaum erreichen. Die am häufigsten wiederholte Warnung war die vor einer bevorstehenden Auslese: Das Gefühl, das ein Teilnehmer vermittelte, war, dass in wenigen Jahren nur die Hälfte des Berufsstands übrig bleiben wird. Eine kursierende Berechnung: Drei von vier Absolventen mit Masterabschluss werden prekäre Einkommen haben, und die Pflichtverteidigung kann einen Strafverteidiger bei 600 Euro pro Monat belassen.
Dies ist kein exklusives Bild der Rechtswissenschaft. Der freiberufliche Stand, der als sozialer Aufsteiger verkauft wurde, funktioniert wie ein Trichter: Viele kommen rein, wenige schaffen es nach oben, und auf dem Weg sammeln sich Kammerbeiträge, Versicherungen und Tools.
Maler und Renovierungen: Was man verlangt und was nach Personalkosten bleibt
Bei den handwerklichen Berufen passiert das Gegenteil des Mythos: Man verdient gut pro Stunde, aber das Volumen ist begrenzt. Es gibt Berichte von Malern, die 1.400 Euro für dreieinhalb Wände berechnen, und von einigen Profis, die schlechte Monate mit 4.000 Euro zugeben; eine schnelle Reparatur wird in fünfzehn Minuten erledigt und kostet 100 Euro plus MwSt.. Das Problem ist nicht der Stückpreis, sondern die Arbeitslast und die Konkurrenz.
Wer im Spezialbau 400.000 Euro jährlich umsetzt, tut dies mit drei bis fünf Mitarbeitern und fast ausschließlich gewerblichen Kunden. Daher die berechtigte Skepsis gegenüber dem Einzelunternehmer, der 240.000 Euro pro Jahr umsetzt: Zwischen Anfahrt, Materialbeschaffung und Angeboten, die nicht zustande kommen, verdampft die Zeit.
Schwarzarbeit und der Jacht-Mythos: Was hinter vorgehaltener Hand gesagt wird
Bezüglich des Geldes ohne Rechnung ist die häufigste – und nicht überprüfbare – Schätzung, dass bestimmte Freiberufler bis zu 80 % schwarz abrechnen. Dies koexistiert mit dem Vorwurf, dass Selbstständige die größte Betrugsgruppe seien, ohne dass jemand Statistiken liefert, die dies stützen. Die Analyse bewegt sich zwischen echter Kleinkriminalität und interessengeleiteten Klischees.
Als Gegenbeispiel tauchte das ultimative Symbol des Erfolgs auf: die Jacht. Die Frage, wo die der Installateure sind, wurde mit Zahlen beantwortet. Ein gebrauchtes Boot kann 206.000 Euro kosten, und die Unterhaltung liegt bei rund 2.000 Euro monatlich für Liegeplatz und Wartung, ein Zehntel eines Bruttolohns von 20.000 Euro im Monat. Es gibt wohlhabende Personen, die ihre eigene verkauft haben und eine für die Woche mieten, in der sie sie nutzen.
Mit diesen Zahlen taucht die Jacht des Installateurs weiterhin in keinem Hafen auf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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