250.000 Euro ungenutzt auf spanischem Konto

Ein spanischer Expatriate hält 75 % seines liquiden Vermögens bei einer einzigen Bankia-Sparkasse und sucht risikoarme Anlagemöglichkeiten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

250.000 Euro ungenutzt auf spanischem Konto
250.000 Euro liegen brach auf einem Sparkonto der Bankia

Ein spanischer Fachmann, der außerhalb der Europäischen Union arbeitet, spart zwischen 60.000 und 80.000 Euro pro Jahr. Sein liquides Vermögen von 250.000 Euro liegt seit Jahren auf einem Sparkonto der Bankia, das keine Rendite abwirft. Er bezeichnet sich selbst als konservativ. Und dennoch hält er 75 % seines Geldes bei einem einzigen Institut. Das ist der Kern des Problems: Wer behauptet, Risiko zu scheuen, konzentriert sein Kapital stärker, als es jedes Handbuch empfiehlt.

Es handelt sich weder um eine Erbschaft noch um einen Gewinn. Es ist ein hohes Gehalt, viele Jahre im Ausland und hohe Sparfähigkeit. Er räumt ein, keine Ahnung von Investitionen zu haben; sein Horizont ist die Werterhaltung und, wenn möglich, die Überwindung der Inflation ohne Überraschungen. Keine Schulden, keine Familienlasten, keine Kredite.

Ist es sicher, 250.000 Euro bei einer einzigen Bank zu haben?

Nicht ganz, und die Antwort enthält eine genaue Zahl: Die Einlagensicherung deckt 100.000 Euro pro Kontoinhaber und Institut ab. Oberhalb dieser Schwelle fällt der Überschuss aus dem Sicherheitsnetz. Daher ist die erste Empfehlung fast einstimmig: Mindestens zwei Konten bei verschiedenen Instituten eröffnen und, wenn möglich, in verschiedenen EU-Ländern, um nicht alle Deckungen unter einem Schirm zu bündeln.

Die Ironie besteht darin, dass das Profil, das sich als vorsichtig beschreibt, am längsten braucht, diese Aufteilung umzusetzen. Währenddessen werfen seine Einlagen laut eigenen Worten „absolut nichts“ ab, und jedes Jahr des Wartens ist ein Jahr stiller Verluste gegenüber den Lebenshaltungskosten. Die Sicherheitsprämie, die er glaubt zu zahlen, existiert nicht: Es gibt kein Marktrisiko, aber Inflations- und Klumpenrisiko.

Vorgeschlagenes Portfolio: Indexfonds, Anleihen, Gold und 25 % Liquidität

Mit 250.000 Euro gibt es Spielraum für ein diversifiziertes Portfolio, ohne zum Manager zu werden. Die detaillierteste Allokation schlägt vor: 25 % in Liquidität (inklusive verzinsten Konten und Einlagen), 25 % in globale Anleihen mit Euro-Hedge, 20 % in Aktien der entwickelten Welt über Indexfonds, die den MSCI World abbilden, 5 % in Schwellenländer, 5 % in globale REITs und 10 % in Gold. Alles mit Fonds von Amundi und Vanguard.

Eine andere, eklektischere Alternative teilt das Kapital in fünf Blöcke zu je 20 %: einen Robo-Advisor, einen aktiv gemanagten Fonds, ein verzinstes Konto mit 0,5 %, eine Einlage mit 1 % Laufzeit von ein bis zwei Jahren und Edelmetalle. Die Liste, wo man welches Produkt abschließt, mit welcher Gebühr und bei welchem Institut – BNP, Self Bank und Renta 4 tauchen auf –, ist länger, als ihr hausgemachter Rezeptcharakter vermuten lässt.

Und eine Warnung, die hervorgehoben werden sollte: Gold ist kein risikoloses Asset. Seine Funktion ist es, Kursrückgänge im Rest des Portfolios während großer Krisen abzufedern, wenn es stark steigt; in langen Stabilitätszyklen, ohne Dividenden oder Zinsen, bleibt es zurück.

Das eigentliche Problem: Nicht-Wohnsitz, Finanzamt und Finanzprodukte

Hier scheitert die Hälfte der Pläne. Führende Robo-Advisors können keine Konten für Personen eröffnen, die in keinem EU-Land ansässig sind. Einer der meistgenannten bestätigte dies schriftlich und setzte ihn auf eine Warteliste für den Zeitpunkt, wenn sie in seinem Wohnsitzland tätig werden. Die Alternative liegt in Indexfonds bei Instituten, die Nicht-Ansässige akzeptieren, und der Absicherung des Steuerstatus: Bescheinigung über den steuerlichen Wohnsitz, Modelo 030 bei der Agencia Tributaria (spanische Finanzverwaltung) und ggf. konsularische Registrierung.

Die Angst vor einer Prüfung durch die spanische Finanzverwaltung als Nicht-Ansässiger ist nicht unbegründet, wird aber mit Dokumentation bekämpft, nicht mit Untätigkeit. Und Immobilien als Zuflucht werden ausgeschlossen: Tausende Kilometer Entfernung erschweren das Management, und jede Vermietung fügt eine Steuerpflicht in Spanien hinzu.

Bitcoin, die US-Notenbank und der Einstieg in den Aktienmarkt

Das lauteste Kapitel betrifft das Timing. Eine Strömung plädiert fürs Warten: Die Federal Reserve warnte vor einer wachsenden Wahrscheinlichkeit einer Rezession, und jetzt einzusteigen würde bedeuten, am Gipfel zu kaufen. Die Gegenreaktion lautet, dass die großen Indizes weiter steigen und wer auf die Katastrophe wartet, draußen bleibt mit intakter Liquidität und verlorener Rendite.

Bezüglich Kryptowährungen wiederholt sich das Argument, dass Bitcoin bereits zwischen 80 % und 90 % seines Wertes in mehreren Episoden verloren hat, und dass vor einigen Monaten, als die Währung bei etwa 3.000 Dollar lag, die Entscheidung anders aussah. Mit diesen Bausteinen ist der Rat, der alle Szenarien überlebt, der unspektakulärste: Nicht alles auf einmal investieren. Den Einstieg zeitlich strecken, auch wenn es Jahre dauert, das Portfolio zu vervollständigen, reduziert das Risiko, alles am schlechtesten Tag zu kaufen. Und sich bilden, bevor man einen Euro bewegt.

Lohnt sich ein Robo-Advisor im Vergleich zur Selbstauswahl von Fonds?

Es lohnt sich, wenn das Ziel Automatisierung und Nicht-Hinschauen ist. Befürworter dieses Weges schreiben ihm langfristige erwartete Renditen von 4 % bis 5 % zu, mit diversifiziertem Portfolio und ohne manuelle Eingriffe. Die eigene Auswahl von Indexfonds senkt Gebühren, erfordert aber die Wahl eines Vertriebspartners, das Verständnis der steuerlichen Übertragung und das Rebalancing des Portfolios, ohne dass das Finanzamt für jede Anpassung Rechnung stellt.

Der Betroffene schloss seinen Beitrag mit einem Geständnis, das das Problem zusammenfasst: Was er an guter Sparleistung hat, fehlt ihm an guter Investitionsleistung. Er spart weiter, wartet weiter, und währenddessen liegen seine 250.000 Euro genau dort, wo er sie vor Jahren hingelegt hat.

Wie lange braucht ein disziplinierter Sparer, um zu entscheiden, was er mit seinem eigenen Geld tun soll?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (131 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver