Mit 25 Jahren ohne Beruf: Die fünf angebotenen Auswege
Er ist 25 Jahre alt, hat einen Führerschein der Klasse B, behauptet Englischkenntnisse auf Niveau B2 ohne Nachweis und besitzt nur das Abitur (Selectividad) als offizielles Dokument. Er hat im Alter von 17 Jahren einen Monat in einer Familienbar und einen weiteren Monat ehrenamtlich in einer Behindertenorganisation gearbeitet. Ohne Selbstmitleid schreibt er: «Letztendlich bin ich selbst für meine Situation verantwortlich», bevor er um Rat fragt, was er mit seinem Leben anfangen soll.
Das Selbstporträt, das er zeichnet, ist detailliert und ziemlich unbequem. Als Einzelkind wurde er von seinen Eltern so überbehütet, dass er sein Studium ohne Konsequenzen abbrechen konnte. Er lebt in einer Region Spaniens mit hoher Arbeitslosigkeit, in einer Familie, die sich 2007 aus wirtschaftlicher Unwissenheit verschuldete. Ohne Ersparnisse oder Abschluss droht ihm die Übernahme von Schulden. Acht Jahre Depression mit Höhen und Tiefen erwähnt er fast wie eine weitere administrative Angabe.
Seine Frage ist nicht rhetorisch. Er listet fünf Optionen auf — studieren, auch wenn er erst mit 30 fertig wird; gratis arbeiten, um einen Beruf zu lernen; in ein englischsprachiges Land auswandern; eine zweite Sprache lernen, um später zu gehen; oder sich der Fremdenlegion anschließen — und lässt alles andere offen. Danach entwickelt sich die Diskussion zu einem Wettstreit zweier Narrative: Das eine argumentiert, dass 25 Jahre erst der Anfang sind, das andere hält dagegen, dass sieben Jahre Untätigkeit nicht per Dekret wettzumachen sind.
Berufsbildung: Der kaum bestrittene Weg
Die größte Übereinstimmung besteht bei der beruflichen Bildung (Formación Profesional). Im Gegensatz zum Mantra des Universitätsstudiums weisen mehrere Analysen darauf hin, dass eine mittlere Fachrichtung (Ciclo de Grado Medio) für jemanden ohne Qualifikationen ein kürzerer Weg ist. Die damit verbundene Warnung lautet, dass die Plätze knapp sind, gerade weil sie sehr gefragt sind.
Nicht alle sehen es gleich. Ein Kurs in Elektrotechnik, so wird argumentiert, sei bereits überlaufen und werde oft von Arbeitslosen zur Umschulung genutzt. Eine Alternative, die in die Diskussion einfließt, ist Elektronik und Robotik: mehr Zukunftspotenzial, komplexere Inhalte und deutlich weniger Stellen in Spanien. Die wiederkehrende, unbequeme Schlussfolgerung lautet: Die Wahl ist nicht einfach, und niemand wird sie für ihn treffen.
Auswandern: Vom Hotel-Küchenhilfe zum Kochdiplom
Der Plan, in ein englischsprachiges Land zu gehen, taucht früh auf, allerdings mit Nuancen. Ein konkreter Fall wird geschildert: In der Küche eines Hotels arbeiteten Angestellte und absolvierten gleichzeitig Fernkurse, wobei der Arbeitgeber die Ausbildung bezahlte, sodass sie beruflich aufstiegen. Die Idee ist, Gehalt und Lernen zu kombinieren, statt sich zwischen beidem entscheiden zu müssen.
Die Gegenargumente kommen hart. In einen kompetitiven Markt zu gehen, ohne einen Beruf zu haben, wird als Weg beschrieben, am Ende Teller zu spülen, Kellner zu sein oder Zimmer zu putzen — mit denselben Problemen, nur in einer anderen Sprache. Die radikalste Version schlägt genau das Gegenteil vor: Suche ein armes Land mit Fachkräftemangel, wo die Konkurrenz geringer ist. Ein dritter, konservativerer Weg fordert, das Englisch zu verbessern, einen festen Termin im Kalender zu setzen und spätestens mit 28 auszuwandern.
Beamtenlaufbahn und Handwerk: Schweißer, Guardia Civil und erwartetes Großangebot
Eine andere Strömung zielt auf uniformierte Staatsbedienstete ab. Der Ansatz: Sich sofort auf die Aufnahmeprüfung für die Guardia Civil (spanische paramilitärische Polizei) oder Policía Nacional vorbereiten, unter der Annahme, dass die Ausschreibungen jahrelang gering sein werden, gefolgt von einem großen Angebot von etwa 3.000 Stellen. Der Vorteil des frühen Beginns liegt darin, vier bis fünf Jahre Lernstoff hinter sich zu haben und eine körperliche Fitness, die andere nicht besitzen. Zwischen 2.500 und 3.000 Stellen werden berechnet, mit einem Verhältnis von einem Bewerber pro 400 im schlechtesten Szenario.
Parallel dazu ist der prosaischste Rat das Handwerk: Einen Schweißerbrief kostenlos erwerben und weggehen. Niemand will Schweißer sein, räumt das Argument ein, aber morgens aufstehen zu müssen gibt dem Leben einen Sinn. Die Fremdenlegion wird von mehreren Teilnehmern ausgeschlossen: Sie beschreiben sie als Option für Menschen, die töten und sterben wollen, und passt nicht zu jemandem, der nie gearbeitet hat.
Die Warnung, dass Auswandern teuer werden kann
Es gibt eine Strömung, die davon abrät, unter diesen Bedingungen das Land zu verlassen: «Du gehst direkt ins Schlachthaus», fassen sie zusammen, sowie schwere Depressionen. Ihr Vorschlag ist, bei den Eltern zu bleiben, aber dies in eine Arbeit umzuwandeln: Kochen, Pflegen, im Haushalt helfen, ohne zu klagen und mit Würde. Das Grundargument ist, dass in Spanien viele studieren, die Ergebnisse aber nicht stimmen, und dass die Schuld nicht beim Individuum liegt.
Diese Lesart kollidiert mit der Ansicht, dass die Emigration ein von oben gesteuertes Manöver sei: Bevölkerung loswerden und dafür sorgen, dass die Auswanderer ihre Ersparnisse verbrauchen. Mit den verfügbaren Daten lässt sich die Sache nicht abschließend klären.
Ist fehlende Berufung das eigentliche Problem?
Eine der häufigsten Schlussfolgerungen ist, dass Berufung ein Luxus ist. Fast niemand arbeitet in dem, was er sich erträumt hat, und das hindert nicht daran, einen Beruf gut auszuüben. Die alternative Diagnose zeigt auf etwas Unangenehmeres: Wenn in sieben Jahren keine Energie für irgendetwas vorhanden war, löst Ausbildung das Problem allein nicht; man braucht die Fähigkeit, an jede Tür zu klopfen und aus Interesse zu lernen.
Auch wird daran erinnert, dass der Vergleich mit früheren Generationen schief ist. Die vorherige lebte einen Übergang von schlecht zu besser; diese macht die umgekehrte Reise: Sie bildet sich aus und findet einen depressiven Markt vor. Mit diesen Voraussetzungen beantwortet man die Frage, was man mit dem Leben anfangen soll, eher durch Handwerk und Geduld als durch Berufung.
Was verwirrt, ist kein wirtschaftliches Datum. Der letzte registrierte Besuch des Fragestellers stammt vom 14. Februar 2015. Jahre später greift jemand das Thema wieder auf und fragt, was aus ihm geworden ist. Niemand weiß es.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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