20 peruanische Busfahrer beleben Dorf in Galicien

In Baños de Molgas (Galicien) sollen 20 peruanische Busfahrer mit 2.300 € Netto für Wohnraum sorgen. Das Gehalt entfacht eine Debatte über Löhne und Landflucht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

20 peruanische Busfahrer beleben Dorf in Galicien
Baños de Molgas stellt 20 peruanische Busfahrer mit 2.300 € Netto ein

Zwanzig peruanische Busfahrer sollen sich in Baños de Molgas, einer Gemeinde in der Provinz Ourense mit rund 1.500 Einwohnern, niederlassen, um seit langem unbesetzte Stellen als Busfahrer zu besetzen. Das erklärte Ziel ist nicht nur das Lenken des Fahrzeugs: Laut den Informationen der Zeitung La Región, die den Anstoß gab, sollen sie im Januar ihre Arbeit aufnehmen und schließlich Immobilien in der Gemeinde kaufen. Die Zahl, die die Gemüter erhitzt, ist jedoch eine andere: 2.300 Euro netto. Mit dieser Summe auf dem Tisch spaltet sich die Diskussion innerhalb eines Absatzes.

Das Dorf, das von 7.000 Einwohnern auf eine Handvoll Residents schrumpfte

Baños de Molgas wies im Zensus von 2022 1.489 Einwohner aus. Diese Zahl verbirgt jedoch eine zweite Ebene: Die Anzahl der ganzjährigen ständigen Bewohner liegt laut Daten lokaler Beobachter bei etwa 600. In den 1970er Jahren zählte die Gemeinde fast 7.000 Menschen. Dieser Rückgang ist kein Einzelfall im galizischen Hinterland, erklärt aber, warum die Ankunft von zwanzig jungen Familien als kleines Ereignis wahrgenommen wird.

Der Ablauf entspricht dem üblichen Muster bei Rekrutierungsprogrammen aus dem Ausland: Unternehmen verpflichten sich, Ausbildung und Niederlassung zu erleichtern, im Gegenzug hoffen sie, Bevölkerung dort anzusiedeln, wo keine mehr vorhanden ist. Manche argumentieren, dass die Gemeinde ohne diesen Schritt kaum überleben könnte. Andere erinnern daran, dass die ankommenden Familien Zugang zum Gesundheitswesen, zur Bildung und möglicherweise zu Beihilfen erhalten – Kosten, die von allen Steuerzahlern getragen werden. Dies ist das Argument und zugleich die Kluft.

Wird der peruanische LKW-Führerschein in Spanien anerkannt?

Nein. Peru hat kein Abkommen mit Spanien über den Umtausch von LKW-Führerscheinen, sodass Fahrer mit ihrer nationalen Lizenz hier trotzdem Prüfungen ablegen müssen. Hinzu kommt die CAP (Certificado de Aptitud Profesional), die berufliche Eignungsbescheinigung, die im Personen- und Güterverkehr vorgeschrieben ist. Alles in allem verzögert sich die tatsächliche Einstellung um einige Monate: Führerschein, Praktika und Bescheinigung – im besten Fall alles beim ersten Versuch bestanden.

Dieser Zeitplan hat praktische Konsequenzen. Während dieses Zeitraums produzieren die Arbeitnehmer nicht so viel, wie ihr Unterhalt kostet, und manche weisen darauf hin, dass diese Kosten nicht nur vom Unternehmen getragen werden. Zudem deckt das Stipendiensystem für Arbeitslose die Prozesskosten – Fahrschule, Gebühren, Prüfungen – nicht ab: Ein Spanier, der heute LKW-Fahrer werden möchte, muss den Führerschein selbst bezahlen, oft durch einen Kredit, und sich selbstständig machen, wenn er das Fahrzeug stellt. Der Vergleich der beiden Wege ist zumindest bemerkenswert.

Die 3.090 Euro im internationalen Transport, die niemand berücksichtigt

Neben dem Gehalt in Baños de Molgas kursiert eine weniger oft genannte Zahl: Im internationalen Transport sind es 3.090 Euro für ebenfalls schwer zu besetzende Stellen. Und vor fünfundzwanzig Jahren verdiente ein Fernfahrer laut weiteren Berichten rund 4.000 Euro bei drei aufeinanderfolgenden Schichten. Das bedeutet, dass die nominellen Löhne im Sektor seit geraumer Zeit real nicht steigen – die Variable, die kaum jemand diskutiert.

Daraus ergibt sich das am häufigsten wiederholte Argument: Wenn das Problem das Angebot ist, ist die Lösung der Preis. Eine Erhöhung des Lohns, bis Kandidaten erscheinen, kostet Geld und senkt die Margen. Solange die Arbeitgeberverbände behaupten, das Problem liege in der Verfügbarkeit und nicht im Lohn, bleibt die Debatte stehen. Auf der anderen Seite steht ein unbequemes Argument: Manche behaupten, die Arbeitgeber fordern, Sozialleistungen mit dem Lohn zu kombinieren, damit der Rest das zahlt, was das Unternehmen nicht zahlen will.

Fehlen LKW-Fahrer oder fehlt der Wille, sie zu bezahlen?

Hier liegt der Kern. Manche sagen, der Sektor habe seit Jahren keinen Nachwuchs, weil eine Minderheit der unter Vierzigjährigen in Spanien nicht in diese Branche wolle: gebrochene Schichten, Wochen fernab der Heimat, harte Bedingungen. Andere entgegnen, dass arbeitslose spanische LKW-Fahrer reichlich vorhanden seien und das Problem in den Ausbildungskosten liege. Beides kann gleichzeitig wahr sein, und genau das wollen beide Seiten nicht zugeben.

Es wurde sogar eine Schätzung veröffentlicht, wonach 37% der erwerbsfähigen Bevölkerung in Spanien arbeitslos oder mit prekären Verträgen beschäftigt sei. Die Zahl stammt aus keiner genannten Statistik und ist mit Vorsicht zu genießen, spiegelt aber gut die Stimmung wider: die Wahrnehmung, dass es viele Kandidaten, aber wenige Türen gibt. Was niemand bestreitet, ist das Danach. Wer den Führerschein und die Papiere hat, kann jederzeit den Arbeitgeber wechseln – genau dieser Mechanismus treibt langfristig die Löhne nach oben. Die Frage ist, ob bis dahin bereits der Preis dafür gezahlt wurde, dass ein ganzes Dorf von einem Fahrer abhängt, der vielleicht nach Madrid geht.

Warum transportiert man in Spanien nur 4% der Güter per Bahn?

Die Erklärung lautet, dass LKWs billiger und flexibler sind und das Schienennetz für Gütertransporte nicht dorthin reicht, wo die Lasten liegen. Die Zahl ist auffällig: In Spanien werden nur 4% des Güterverkehrs per Bahn durchgeführt, gegenüber einem europäischen Durchschnitt von 17%. Manche erinnern zudem daran, dass der Verschleiß der Straßen vom Steuerzahler bezahlt wird und Europa Fonds zur Änderung dieser Proportion zugesagt hat.

Das Gegenargument ist gesunder Menschenverstand: Solange sich Aktivität und Bevölkerung auf vier Zentren konzentrieren, lohnt es sich nicht, Güterzüge durch leere Regionen zu fahren. Es ist der klassische Teufelskreis. Das Dorf braucht Transport, um nicht auszusterben; der Transport braucht Ladung, um rentabel zu sein; die Ladung braucht Menschen. Baños de Molgas versucht, diesen Kreislauf schnell zu durchbrechen: indem es Fahrer bringt, statt auf deren Erscheinen zu warten.

Die Diskussion dreht sich an diesem Punkt der Geschichte nicht mehr nur um Busse.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (523 Antworten).

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