Valencia: 15 Kurse, 15 Absagen – Wer hat Vorrang?
Reicht es aus, arbeitslos zu sein, um an einem Weiterbildungskurs teilzunehmen? Nein. In Valencia bewarb sich eine Person ohne Job bei 15 Kursen und wurde laut eigener Aussage überall abgelehnt. Das Hindernis waren nicht die Zugangsvoraussetzungen, sondern ein Punktesystem, das Plätze für Frauen und rund ein Dutzend als vulnerabel eingestufte Gruppen reserviert. Die Ausschreibung legt dies offen dar: Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt durch die begünstigte Einrichtung.
Die zwölf Kriterien, die über die Zulassung entscheiden
Das Dokument verteilt die Priorität auf zwölf Fälle, von a bis l. An erster Stelle stehen Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt. Es folgen Menschen mit Behinderungen, Personen mit geringer Qualifikation, Über-45-Jährige und Langzeitarbeitslose. Weiter unten finden sich Teilzeit- oder befristet Beschäftigte, Angestellte kleiner und mittlerer Unternehmen, Betroffene von Massenentlassungen (ERE) sowie Empfänger des valencianischen Mindesteinkommens oder des staatlichen Existenzminimums (IMV). Den Abschluss bilden Einelternfamilien, Transgender-Personen sowie Angehörige der Roma-Gemeinschaft, Migranten und ethnische Minderheiten.
Die Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht fungiert als übergreifende Priorität: Sie erfordert keinen weiteren Nachweis anderer Umstände. Für Männer bedeutet dies, dass sie mindestens eines der genannten Kriterien erfüllen müssen, um zugelassen zu werden. Diese Asymmetrie wird so interpretiert, dass das Geschlechtskriterium schwerer wiegt als jede objektive Notlage. Die Ausschreibung ergänzt zudem, dass auch Personen bevorzugt werden, deren Verträge im Rahmen der Arbeitsmarktreform von 2012 unbefristet wurden.
Frauenmehrheit in einer Metallbearbeitungswerkstatt
Überraschend war das tatsächliche Profil der Teilnehmer. Im Kurs "Metallbearbeitung durch Spanabhebung" waren laut Berichten des Forumsnutzers, der die Diskussion eröffnete, die meisten Einschreibungen Frauen – ein Ergebnis, das angesichts des klassischen Handwerksberufs einige verwunderte. Die Übereinstimmung zwischen dem Punktesystem und der Klassenstruktur nährt den Verdacht, dass die Priorisierung nicht nur die Auswahl lenkt, sondern sie vollständig bestimmt.
Sind diese Kurse überhaupt sinnvoll?
Hier ist die Bilanz ernüchternd: Viele Absolventen bestreiten den Nutzen. Die häufigste Kritik lautet, dass die Inhalte grundlegend sind, das Lehrpersonal teils nicht fachkundig sei und das eigentliche Ziel eher Beschäftigung als Ausbildung sei. Eine konkrete Erfahrung illustriert dies: Ein Teilnehmer der regulären Berufsbildung berichtete, dass sein Workshop 50 Tage lang ohne festen Lehrer blieb, bis eine Vertretungskraft kam, die Schweißen unterrichtete, obwohl sie selbst nie geschweißt hatte. Die wiederkehrende Schlussfolgerung: Das Zertifikat öffnet keine Türen.
Der zweite Vorwurf betrifft das Geld. Es wird behauptet, private Träger, die diese Kurse anbieten, erhalten Bildungsfördermittel, teilweise aus EU-Fonds, und ihr Interesse bestehe darin, dass die Teilnehmer nicht abbrechen, um die Zahlung nicht zu verlieren. Unter diesem Gesichtspunkt wäre das ideale Profil nicht derjenige, der schnell einen Job findet, sondern der, der bis zum Ende durchhält. Dies ist eine schwer verifizierbare Hypothese, erklärt aber, warum das System Durchhaltevermögen belohnt.
Alternative Wege
Im Gegensatz zu den Kursen der öffentlichen Arbeitsverwaltung empfehlen manche Lehrlingswerkstätten (Escuelas Taller) und kommunale Programme, bei denen während der Ausbildung bezahlt und Beiträge gezahlt werden. Genannt werden Beispiele wie Forstwirtschaft, Gartenbau oder Pflegehilfe. Andere erwägen direkt die reguläre Berufsausbildung, wobei der eigene Weg Zweifel lässt: Wer sie absolviert hat, beschreibt ein niedriges Niveau und Workshops, die von abwesenden Lehrkräften abhängig sind.
Es gibt auch Stimmen, die bezweifeln, dass dies neuartig sei. Argumentiert wird, dass solche Kriterien seit 15 Jahren in Kursen des INEM (jetzt SEPE), von CCOO (Gewerkschaft) und in Lehrlingswerkstätten angewendet werden und das Problem nicht aktuell, sondern strukturell bedingt sei. Für Jobsuchende bleibt die Wirkung gleich: Der Hindernislauf beginnt, bevor man den Kursraum betritt.
Die Logik der Gruppenpriorisierung
Hinter dem Punktesystem steht eine verbreitete Methode der Verteilung öffentlicher Mittel: Statt Hilfe nach individueller Bedürftigkeit zuzuweisen, wird die Bevölkerung in Gruppen eingeteilt und jene privilegiert, die angeblich mehr Defizite aufweisen. Kritiker argumentieren, dass dies die Statistik verbessert, aber Personen ausschließen kann, die in keine Kategorie passen. Ein mittelalter Mann ohne Familienlasten und mit durchschnittlicher Qualifikation würde, so die These, kaum in aktive Arbeitsmarktmaßnahmen fallen, obwohl er ebenso arbeitslos ist wie andere.
Wer entscheidet und nach welchen Maßstäben?
Besonders problematisch ist der Nachweis der Zugehörigkeit. Der Text räumt Frauen und den genannten Gruppen Vorrang ein, detailliert aber nicht, wie die Zugehörigkeit zu einigen dieser Kategorien belegt wird. Offene Fragen bleiben, etwa wie man nachweist, dass man einer ethnischen Minderheit angehört oder transgender ist. Ohne klare Kriterien verschwimmen, so die Kritik, die Grenzen zwischen positiver Diskriminierung und Willkür, und Ablehnungen wirken nicht mehr wie Fehler, sondern wie die wörtliche Anwendung der Norm.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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