15.353 Teilnehmer bei Strom-Sammelkauf: Nachtstrom für 0,119 €/kWh

15.353 Haushalte in Spanien nahmen an einem kollektiven Stromeinkauf teil und sicherten sich bei Gana Energía einen Tarif von 0,119 €/kWh in den Nachtstunden. Hürde: DNI, IBAN und CUPS.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

15.353 Teilnehmer bei Strom-Sammelkauf: Nachtstrom für 0,119 €/kWh
Strom-Sammelkauf: 15.353 Anmeldungen und ein Tarif von 0,119 €/kWh in den Nachtstunden

Anfang 2023 startete ein auf Energie spezialisierter YouTube-Kanal einen kollektiven Stromeinkauf. Das ursprüngliche Ziel war es, 10.000 Anmeldungen zu sammeln, um mit den Stromanbietern einen Sammelpreis zu verhandeln. Die Zahl sprengte das Ziel: 15.353 Anmeldungen und ein aggregierter Verbrauch von 47.599,01 MWh/Jahr. Das Gewinnangebot, Mitte Februar eingereicht, stammte von Gana Energía. Der variable Preis lag bei 0,185898 €/kWh in der Hauptlast, 0,139 in der Mittellast und 0,119113 in den Nachtstunden. Die Anmeldung verpflichtete nicht zum Abschluss: Erst wurde der Tarif bekannt gegeben, dann entschieden.

Was ein Strom-Sammelkauf ist und wie er funktionierte

Der Ablauf ist einfach. Interessierte registrieren sich mit ihren Versorgungsdaten und ihrem Jahresverbrauch; ein Verwaltungsunternehmen bündelt die Mengen und startet eine Auktion unter den Anbietern. Je größer der Block, desto mehr Druck auf den Preis. In diesem Fall stieg die Menge von 1.567,91 MWh/Jahr mit 486 Anmeldungen in den ersten Tagen auf schließlich 47.599 MWh. Das Verfahren endete am 15. Februar 2023 um 23:59 Uhr.

Das Ergebnis wurde mithilfe einer vom Organisator selbst veröffentlichten Tabelle mit den auf Januar dieses Jahres aktualisierten Tarifen des freien Marktes verglichen. Das häufigste Fazit: Wer einen ordentlichen Festpreisvertrag hatte, für den lohnte der Wechsel nicht; wessen Vertrag bald auslief, für den war das Angebot kaum zu schlagen.

Der PVPC-Preis und die Falle der Gaspreisbremse

Während der Sammelkauf voranschritt, erlebte der regulierte Markt seine eigene Phase. Der PVPC (Spaniens regulierter Stromtarif) startete 2023 mit angesichts der Erwartungen ungewöhnlich niedrigen Preisen. Wer einen Festpreisvertrag zu 0,16 €/kWh ohne Gaspreisbremse hatte, sah sich einer jährlichen Verlängerung mit Aufschlag gegenüber: Nach Angaben einiger Teilnehmer wird der Gasanpassungsmechanismus, eine staatliche Abgabe, bei der Verlängerung in die Rechnung eingebaut. Mehrere Dreijahresverträge versteckten diese Klausel im Kleingedruckten, so diese Kommentare.

Die Gaspreisbremse lief im September 2023 aus und, so ein Teilnehmer, Europa hatte bereits signalisiert, dass sie nicht verlängert würde. Damit blieb ein Zeitfenster: Wer bis August beim PVPC blieb, konnte danach zu einem 24- oder 36-Monats-Festpreis ohne Aufschlag wechseln. Die Wette war nicht trivial. Der PVPC im Januar war ein Wasserspeicher, aber niemand konnte garantieren, dass es so blieb.

Der Stolperstein der persönlichen Daten: DNI, IBAN und CUPS

Der umstrittenste Punkt war nicht der Preis, sondern das Formular. Zur Anmeldung musste man DNI (spanischer Personalausweis), Bankverbindung und CUPS (Zählpunktcode) angeben. Ein Teil der Teilnehmer hielt das für übertrieben für etwas, das, so die Argumentation, per E-Mail und Alias zu regeln sein sollte. Die Angst, dass diese Daten bei Dritten landen oder ohne Garantien gespeichert würden, war das größte Hindernis.

Die Organisatoren antworteten, das Verwaltungsunternehmen verwahre die Daten sicher und die Anmeldung bedeute keinen automatischen Vertragsabschluss. Trotzdem kursierten Anleitungen, den DNI verpixelt einzureichen: Graustufen, Gesicht und Unterschrift verdeckt, Wasserzeichen mit dem Zweck. Ein Teilnehmer warnte, dass man mit IBAN, DNI und CUPS einen Vertrag zum Lastschriftverfahren einrichten kann, ohne dass der Inhaber etwas auf Papier unterschreibt.

Das Kleingedruckte der jährlichen Verlängerungen

Der Fall eines 24-Monats-Vertrags zu 0,14 €/kWh ohne Gaspreisbremse, gerade einmal zehn Monate alt, veranschaulicht das Problem, so ein Teilnehmer. Die jährliche Verlängerung kann Steuerklauseln reaktivieren und dem Gasanpassungsmechanismus den Eintritt ermöglichen. Wer drei ruhige Jahre glaubte zu haben, konnte beim ersten Review auf den Aufschlag stoßen.

Das erklärt, warum in diesen Wochen so viele zum PVPC wechselten. Die Rechnung war einfach: Blieb der regulierte Tarif niedrig, war die Ersparnis sofort da; stieg er, blieb immer die Option, zum freien Markt zurückzukehren. Der Anbieterwechsel ist schnell und kostenlos. Die Frage war, wie lange das Zeitfenster bestehen würde.



Das Angebot von Gana Energía wurde als bester Markttarif zu diesem Zeitpunkt präsentiert. Mit der auslaufenden Gaspreisbremse im September und den jährlichen Verlängerungen als Drohung hing die Entscheidung jedes Haushalts von einem Detail ab, das keine Tabelle lösen konnte: wie lange der billige Preis halten würde.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (36 Antworten).

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