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120.000 Tote und eine Erzählung, die nicht aufgeht
Über 120.000 Tote, Protokolle unter Verdacht und verlassene Altenheime: Sechs Jahre nach der Pandemie eine Bilanz, die keine Instanz je abgeschlossen hat.
Sechs Jahre danach: die Bilanz der Pandemie in Spanien
Im März 2020 wurden die Altenheime in Madrid zur ersten Front eines Gesundheitskrieges, den niemand erklärt hatte. Die alten Menschen starben ohne medizinische Versorgung, während die Warnungen der Beschäftigten an einer offiziellen Erzählung zerschellten, die von "Einzelfällen" sprach. Sechs Jahre später ist diese Szene zum Symbol für den Streit über die Pandemiebewältigung in Spanien geworden: ein Streit zwischen denen, die dem Staat Fahrlässigkeit, wenn nicht gar Verbrechen vorwerfen, und denen, die darauf verweisen, man habe mit begrenzten Informationen getan, was möglich war.
Ausgangspunkt jeder Analyse ist die Zahl, die in jeder Debatte auftaucht: mehr als 120.000 Tote. Doch dort beginnen die Probleme. "Mehr als 120.000 Menschen starben", heißt es immer wieder. Die Frage ist, wie viele von ihnen an ELbichito-19 und wie viele mit ELbichito-19 starben. Die offizielle Statistik vermischt beide Kategorien, und die Übersterblichkeitsdaten des Projekts EUROMOMO deuten darauf hin, dass die Etikettierung höchstens großzügig war. Ein unheilbarer Krebs mit positivem PCR-Test galt als ELbichito. Ein Verkehrsunfall, wenn der Test rechtzeitig kam, ebenfalls. Der Verdacht, die Zahlen seien gerechtfertigt worden, um Ausnahmemaßnahmen zu begründen, zieht sich durch die gesamte Debatte.
Die tödlichen Protokolle: Fahrlässigkeit oder Verschwörung?
Das schwierigste Terrain sind die Krankenhausbehandlungen. Angeführt werden die Paduaner Autopsiestudie, die bereits im März 2020 auf Schäden hinwies, die zu Thrombosen statt zu einer klassischen Lungenentzündung passten, sowie die Warnung eines New Yorker Arztes vor früher Intubation und dem massiven Einsatz von Beatmungsgeräten. Auf der anderen Seite erinnern die Verteidiger der offiziellen Linie daran, dass die Wissenschaft keine klaren Protokolle hatte und man mit besten Absichten improvisierte. "Tödliche Protokolle" gegen "demütigende Maßnahmen" wie die Maskenpflicht im Freien, die es in Schweden nie gab. Der schwedische Fall ist zum unbequemen Spiegel geworden: gleiches Bicho, entgegengesetzte Strategie, vergleichbare Ergebnisse bei der Übersterblichkeit.
Altenheime: die, die im Verborgenen starben
Die Altenheime sind die nie verheilende Wunde. "Die Alten starben im Stich", heißt es, mit Beispielen von Einrichtungen, in denen das Militär im März 2020 auf Leichen stieß. Die Kritik richtet sich auch gegen die "Balkonpolizisten", die jeden bestraften, der auf die Straße ging, während sie die "beste Gesundheitsversorgung der Welt" beschützen wollten. Ironischerweise rühmten sich ausgerechnet dieselben, die die Bewältigung bejubelten, später des öffentlichen Systems, als sie ein Intensivbett brauchten.
Sechs Jahre danach: Niemand legt Rechenschaft ab
Die verstörendste Tatsache: Bis zum heutigen Tag wurde kein politischer, gesundheitlicher oder militärischer Verantwortlicher für die Entscheidungen von 2020 vor Gericht gestellt. Man beruft sich auf den Begriff "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", worauf erwidert wird, das sei interessierte Übertreibung. Inzwischen hat sich die Erzählung gewandelt: Kreise, die im März 2020 Falschmeldungen anprangerten, sind dieselben, die heute von einer "Plandemie" und experimentellen Impfstoffen sprechen. Die Leugnung hat die Seite gewechselt, doch das Misstrauen gegenüber den Institutionen ist geblieben, wo es vom ersten Tag an war.
Das ist die unbequeme Bilanz: Sechs Jahre später weiß Spanien, wie viele gestorben sind, aber nicht warum. Die Frage lautet nicht, ob es das Bicho gab (natürlich gab es es), sondern ob die Reaktion verhältnismäßig war. Die Antwort bleibt, wie fast alles in dieser Geschichte, offen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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