100.000 km auf einem Reifensatz trotz Druckverlust

100.000 km mit Ganzjahresreifen und Rotation alle 25.000 km. Trotz verhärtetem Gummi besteht die HU.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

100.000 km auf einem Reifensatz trotz Druckverlust
100.000 km auf demselben Reifensatz: Die Rechnung, die nicht aufgeht

Ein Auto, das 3.000 Kilometer pro Monat fährt, vier vor weniger als drei Jahren montierte Ganzjahresreifen und ein Tachostand über 100.000 km. Der vorherige Satz, ab Werk, hielt 93.000 km. Zwischen den beiden änderten sich weder Marke noch Preis; neu war lediglich die Rotation der Reifen alle 25.000 Kilometer, um den Verschleiß gleichmäßig zu verteilen. Der Besitzer könnte sie noch etwas länger nutzen, aber zwei verlieren Druck und müssen alle 14 Tage aufgepumpt werden, daher steht der Austausch aller vier an. Das Problem: Das exakte Modell wird nicht mehr hergestellt.

Sind 100.000 km mit einem Reifensatz möglich?

Ja, sofern das Fahrzeug geeignet ist, wie ein Beispiel zeigt: 960 kg Leergewicht, 64 PS und 112 Nm Drehmoment. Mit diesen Werten erreichten Continental-Reifen 100.000 Kilometer ohne Probleme. Die Logik ist einfach: Der Verschleiß entsteht hauptsächlich beim Beschleunigen und Bremsen. Ein leichtes Fahrzeug, wenig Stadtverkehr und überwiegende Autobahnnutzung belasten den Gummi deutlich weniger als eine schwere Limousine in der Stadt.

Die andere Seite zeigt folgende Rechnung: Dieselben Reifen, montiert auf einen Tesla mit 1.800 kg und 660 Nm, wären nach 20.000 Kilometern verschlissen. Gewicht und Drehmoment sind die Variablen; der Fahrstil ist der Multiplikator. Manche behaupten, ein Wechsel alle 25.000 km sei für Tiere oder Betrüger. Andere bestätigen die 100.000 km.

Verfügbares Drehmoment ist nicht gleich angewendetem Drehmoment

Hier liegt oft das Missverständnis. Eine Motoroptimierung erhöht das Drehmoment, klar, aber bei 120 km/h ist das angewendete Drehmoment vorher und nachher gleich: Der Überschuss tritt nur bei Vollgas auf. Das maximale Drehmoment wird genutzt, wenn das Pedal voll durchgetreten ist, was weder im Stau noch normal der Fall ist. Daher verschleißt ein 500-Nm-Motor nicht unbedingt doppelt so stark wie ein 250-Nm-Motor.

Der ergänzende Punkt ist sinnvoll: Auch wenn meist nur die Hälfte des Drehmoments genutzt wird, verbraucht ein Auto mit hohem verfügbarem Drehmoment tendenziell mehr als eines ohne diese Reserve, allein weil die Möglichkeit besteht, es abzurufen. Ob dies ausreicht, um von 100.000 km auf 25.000 km zu fallen, ist fraglich. Die vorliegenden Zahlen zeigen, dass dies weder der einzige noch der Hauptfaktor ist.

Reifenrotation: Alle Räder legen dieselbe Strecke zurück

Wenn das Auto 100.000 km lang dieselben vier Reifen hat, haben alle vier 100.000 km zurückgelegt, egal wo sie sitzen. Was die Rotation ausgleicht, ist nicht die Laufleistung, sondern die Arbeitsbedingungen: Ein Frontantrieb lastet vorne schwerer und verschleißt die Vorderreifen schneller. Der Achswechsel verteilt den Verschleiß und ermöglicht den kompletten Satzwechsel auf einmal. Das Vertauschen von Vorder- und Hinterreifen steht in Wartungshandbüchern als Empfehlung; es als Aberglauben abzutun, hält der Arithmetik nicht stand.

Gummi altert auch: Sonne und fünf Jahre

Abseits des Profils zählt das Alterdatum, und hier wird es ernst. Gummi verliert mit den Jahren seine Eigenschaften, härtet aus und wird spröde; der Reifen greift schlechter, rollt lauter und erfordert häufigeres Auswuchten. Es gibt dokumentierte Fälle mit Fotos: Vier NEXEN mit DOT 3918, Ende 2018 hergestellt und Mitte 2019 montiert, waren nach fünf Jahren in der kanarischen Sonne und ohne Bordsteinkontakte gleichermaßen rissig. Sie bestanden die technische Inspektion (HU).

Die Lücke in der Kontrolle ist genau diese: Bei ausreichendem Profil prüft die HU nicht, ob die Gummimischung ausgehärtet ist. Dem gegenüber stehen Michelin Energy mit 10 Jahren, die neben jenen wie neu aussehen. Und wer extreme Haltbarkeit verteidigt, erinnert an Autos mit über 400.000 km Laufleistung und nur drei verbrauchten Sätzen auf der Hinterachse, ohne jemals Last transportiert zu haben.

Exotische Marken auf der Straße und der Preis als Filter

Es gibt eine Liste von Marken, die man auf Bürgersteigen sieht: Giti, Debica, Riken, Sailun, Gislaved, Trazano, Windforce, Genesys, Royalmile. Wenn all diese Autos fahren, wackelt das Argument, dass eigene Reifen schlecht seien. Am anderen Ende steht die echte Zweitmarke – Continental kaufte Barum in den sechziger Jahren, und ein Teil der Produktion stammt aus der tschechischen Fabrik – im Gegensatz zur falschen Zweitmarke, die chinesischen Marken zugeschrieben wird.

Beim Preis reicht die Spanne von 70 Euro für einen Nankang bis zu 200 Euro für einen Michelin, und unter 80 Euro gibt es sehr gute Optionen. Der Unterschied in der Bremsleistung beider wird auf der Rennstrecke gemessen, mit professionellem Fahrer und schnellen Reflexen. Außerhalb davon schrumpft die Kluft.



Bleibt die verwirrende Tatsache: Ein kleiner 7-Tonnen-LKW wechselte die fabrikneuen Hinterreifen erst nach 200.000 Kilometern, und sie hatten noch Profil. Nicht der Verschleiß beendete ihr Leben, sondern herausragende Bewehrungsstäbe im Boden. Auf einer Achse, die kaum Last trägt, setzt der Asphalt keine Grenzen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (325 Antworten).

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