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1,4 Mio. für 62 m² in Recoletos: Luxus-Slum empört
Eine 62-m²-Wohnung in Madrids Recoletos wird für 1,4 Millionen Euro angeboten, ohne Garage und 75 Jahre alt.
1,4 Mio. für 62 m² in Recoletos: Der Preis, der den Markt sprengt
Ein Immobilieninserat in einer der exklusivsten Gegenden Madrids verlangt 1.400.000 Euro für 62 Quadratmeter. Der resultierende Preis pro Quadratmeter übersteigt 22.500 Euro, eine Zahl, die in praktisch allen europäischen Hauptstädten nur von einmaligen Objekten erreicht wird. Das auf einem Portal veröffentlichte Angebot bestätigt, was der Markt seit Langem schreit: Im Zentrum Madrids ist der Boden mehr wert als das Mauerwerk, und der Zustand des Gebäudes spielt kaum eine Rolle.
Die im Stadtbezirk Salamanca gelegene Wohnung weist Mängel auf, die bei einer konventionellen Bewertung abgestraft würden: kein Tiefgaragenplatz, ein Alter von rund 75 Jahren und eine Aufteilung, die an die Grenze der Bewohnbarkeit stößt. Laut Grundriss lässt die Küche einen unpraktikablen Arbeitsgang. Das Hauptschlafzimmer erreicht nicht die von den autonomen Vorschriften geforderten 12 Quadratmeter, um als bewohnbarer Raum zu gelten.
Was man mit 1,4 Millionen in Recoletos wirklich kauft
Man kauft kein Haus. Man kauft eine Lage. Den Preis bestimmt die Straße, nicht das Objekt. Jede seriöse Immobilienanalyse zerlegt den Vorgang in zwei Teile: den Wiederbeschaffungswert der Bausubstanz, der bei einer Wohnung dieser Art kaum 150.000 Euro übersteigt, und den Wert des Bodens, der den Rest absorbiert. In Recoletos ist dieser Boden begrenzt und wird von Büros, Botschaften und hochpreisigen Residenzen beansprucht.
Manche behaupten, dass Käufer auf diesem Preisniveau nicht zum Wohnen kaufen, sondern um Vermögen zu sichern. Luxuswohnungen im Zentrum Madrids fungieren seit Jahren als Hafen für internationales Kapital, was den Preis von jeder Lohnlogik entkoppelt. Der typische Käufer nimmt keine Hypothek auf: Er zahlt bar oder über Gesellschaftsstrukturen. Der konventionelle Wohnungsmarkt und der Prime-Asset-Markt sind zwei verschiedene Planeten, die sich eine Postleitzahl teilen.
Die absurde Rechnung: Hotel, Villa oder Bruchbude
Der am häufigsten wiederholte Vergleich in den kursierenden Analysen ist der mit dem Hotel. Wenn jemand 1,4 Millionen für Wohnzwecke ausgeben kann, ist ein unbefristeter Aufenthalt in einem Luxushotel inklusive Service günstiger als der Kauf dieses Lochs. Die vollständige Berechnung, Position für Position aufgeschlüsselt, zeigt eine Differenz, die selbst Experten überrascht. Die andere Alternative liegt auf der Hand: Für dieses Geld erhält man ein Einfamilienhaus mit Grundstück in jedem Metropolitanring, dreißig Minuten vom Zentrum entfernt.
Das Problem ist, dass keine der beiden Alternativen dasselbe kauft. Was in Recoletos bezahlt wird, ist die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Postleitzahl. Und diese Postleitzahl lässt sich in den Vororten nicht replizieren.
Warum die Wohnungspreise in Madrid nicht sinken
Das Mietangebot ist in den letzten Jahren stark geschrumpft, während die Nachfrage weiter wächst. Eigentümer ziehen Produkte vom Markt zurück aufgrund wahrgenommener Rechtsunsicherheit, und diese Verknappung treibt die verbleibenden Preise nach oben. Beim Verkauf passiert Ähnliches: Der Bestand an hochwertigen Objekten in konsolidierten Lagen ist knapp, und ausländisches Geld konkurriert darum.
Der Vergleich mit anderen Hauptstädten tröstet nicht. In Barcelona, jahrelang von Regierungen gegenteiliger politischer Ausrichtung regiert, ist der Druck auf die Preise gleichwertig oder höher. Das Argument, ein Wechsel der politischen Farbe würde den Zugang zu Wohnraum lösen, scheitert an den Daten: Das Problem ist strukturell, nicht ideologisch. Es betrifft Boden, Steuerlast, Baukosten und Demografie.
Die japanische Blase als ferner Spiegel
Die am häufigsten zitierte historische Referenz ist Japan Ende der Achtziger. Auf dem Höhepunkt seiner Immobilienblase multiplizierten die Preise in Tokios teuren Bezirken die von Manhattan um das 3,5-Fache, und das Gelände des Kaiserpalastes wurde höher bewertet als der gesamte kalifornische Immobilienmarkt. Die Parallele erinnert daran, dass Preise viel stärker steigen können, als es die Vernunft nahelegt, und warnt auch vor dem Ende davon.
Der Unterschied ist, dass Spanien keine einzelne Blase hat. Es gibt parallele Märkte: den internationalen Prime-Markt, den verschuldeten Wohnungsmarkt und den angespannten Mietmarkt. Jeder folgt anderen Regeln und reagiert auf unterschiedliche Reize.
Die Gemeinschaftskosten, die das Inserat entlarven
Ein Detail im Inserat widerlegt jeden Luxusanspruch: 38 Euro monatliche Gemeinschaftskosten. In einem Gebäude mit Services einer Prime-Lage ist diese Zahl unmöglich. Es gibt keinen Concierge, keinen Liftboy, keine relevante Wartung. Das Inserat verkauft Recoletos und liefert eine Stadtrandwohnung mit Schlosspreis.
Diese Diskrepanz ist die beste Momentaufnahme des aktuellen Marktes. Der Käufer zahlt nicht für das, was er bekommt, sondern für das, was er glaubt, weiterverkaufen zu können. Solange diese Erwartung hält, bleiben die Preise stabil. Wenn sie bricht, wird die Korrektur proportional zur Distanz zwischen gezahltem Preis und gebautem Wert sein.
Bei diesen Differenzen hätte die Korrektur längst kommen müssen. Sie kommt nicht. Und niemand weiß genau, was sie auslösen wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Pablo Fernández, ein führendes Mitglied von Podemos, lebt in einer über eine Million Euro teuren Wohnung in einem gehobenen Madrider Viertel, was Debatten auslöst.