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Zwei spanische Polizisten nach Erschießung eines verschanzten Amokschützen angeklagt
Ein Richter in Reus hat zwei Mossos d'Esquadra angeklagt, weil sie einen Amokschützen erschossen, der drei Menschen verletzt hatte. Strittig ist, ob die tödliche Gewalt verhältnismäßig war.
Zwei Polizisten angeklagt, weil sie einen verschanzten Amokschützen erschossen: Ein Urteil, das empört[SIZE]
Wie viele Schüsse braucht man, um einen Amokschützen zu stoppen, der bereits drei Menschen verletzt hat und auf die Polizei schießt? Laut einem Richter in Reus sind es nicht siebzehn. Er hält die Schüsse für unverhältnismäßig.
Am 14. Dezember 2021 erschien Marin Eugen Sabau in den Büros von Securitas Direct in Tarragona, seiner früheren Arbeitsstelle. Er zog eine Pistole und schoss auf mehrere Mitarbeiter, drei wurden verletzt. Er floh mit seinem Fahrzeug, doch eine Streife stoppte ihn an der Straße T-11. Statt sich zu ergeben, eröffnete er das Feuer auf die Beamten. Er verschanzte sich in einem Landhaus mit drei Pistolen, einem Gewehr und reichlich Munition. Nach fünf Stunden Verhandlung erschossen ihn zwei Beamte der Mossos d'Esquadra.
Nun hält ein Ermittlungsrichter ihr Vorgehen für unverhältnismäßig und hat sie angeklagt. Entscheidend ist die Rechnung: Der Amokschütze feuerte fünfmal, zweimal auf die Beamten. Die Mossos antworteten mit siebzehn Schüssen. Für den Richter rechtfertigt dieser Unterschied die Anklage.
Das Urteil, das empört: Unverhältnismäßigkeit oder Rechnerei?
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die meisten Analysen deuten darauf hin, dass der Richter die Realität aus den Augen verloren hat: Ein bewaffneter Mann mit kugelsicherer Weste, der bereits drei Menschen verletzt und auf die Polizei geschossen hatte, ist kein Gegner, der auf eine Warnung hin aufgibt. Manche halten es für Unsinn, Kugeln wie bei einem Paintball-Match zu zählen, und argumentieren, Verhältnismäßigkeit bemisst sich nicht an der Zahl der Treffer, sondern an der tatsächlichen Bedrohung.
Dagegen wird eingewendet, dass die Anklage ein notwendiger Schritt ist, um den Einsatz tödlicher Gewalt zu überprüfen, und dass die Justiz jeden Fall prüfen muss, selbst wenn das Ergebnis offensichtlich erscheint. Doch der allgemeine Eindruck ist, dass die Beamten kriminalisiert werden, weil sie ihren Job gemacht haben.
Der rechtliche Rahmen: der Fall McCann und die Verhältnismäßigkeit
Der Beschluss kann vor der Provinzialgerichtsbarkeit von Tarragona angefochten werden, und der Anwalt der Beamten hat dies bereits angekündigt. Bislang gibt es keine Verurteilung: Es ist eine Anklage, kein Urteil. Der Maßstab in solchen Fällen ist keine nachträgliche Rechnerei. Er wurde vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte im Fall McCann gegen das Vereinigte Königreich im Jahr 1995 festgelegt: Der Einsatz tödlicher Gewalt kann gerechtfertigt sein, wenn er auf einer ehrlichen Überzeugung beruht, die zum damaligen Zeitpunkt aus vernünftigen Gründen als zutreffend gelten durfte, auch wenn sie sich später als falsch erweist. Beurteilt wird aus der Sicht des Beamten, nicht aus dem Richterbüro heraus.
Unterdessen bleibt die Frage in der Luft: Was wäre passiert, wenn die Mossos weniger geschossen hätten? Vielleicht müsste der Richter dann ihre Leichen anklagen. Die Ironie ist, dass es in diesem Land manchmal schwerer wiegt, das Leben zu verteidigen, als es anzugreifen.[/SIZE]
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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