Zwei spanische Forscherinnen bei Zugunglück von Urda gestorben

Marta Shahbazi und Tamara González, spanische Forscherinnen in Cambridge und Wien, starben beim Zugunglück von Urda. Der Preis der Braindrain in Spanien.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zwei spanische Wissenschaftlerinnen unter den Opfern des Zugunglücks von Urda

Wie viel Talent kann sich ein Land leisten zu verlieren, bevor die Bilanz ins Rote kippt? Die Zugkatastrophe bei Toledo hat zwei spanische Forscherinnen das Leben gekostet, die ihre Karriere im Ausland aufbauten: Marta Shahbazi Alonso, eine Biologin aus León, die eine Arbeitsgruppe am Biology Laboratory der University of Cambridge leitete, und Tamara González Costa, eine Biotechnologin, die am Institute of Molecular Biotechnology in Wien forschte. Beide reisten im Wagen 8 des Hochgeschwindigkeitszugs, der mit einem Iryo-Zug kollidierte. Nach Tagen der Ungewissheit bestätigten ihre Heimatgemeinden den Tod der beiden.

Das Ereignis hat eine Wunde wieder aufgerissen, die in Spanien nie ganz heilt: die Abwanderung von Fachkräften. Eine Ausbildung, die mit Steuergeldern finanziert wurde, eine Karriere, die im Ausland aufgebaut wurde, und eine Heimkehr, die in diesem Fall auf dem schlimmsten denkbaren Weg endete.

Eine Ausbildung, die hier finanziert und anderswo verwertet wird

Der erste Punkt, der bei der Analyse des Falls aufkommt, ist eine Frage der Buchhaltung. Spanien investiert in die Ausbildung seiner Forscher, und sobald diese die professionelle Reife erreicht haben, packen viele ihre Koffer. Nach einer Berechnung, die in der Debatte kursiert, trägt das Land die Ausbildungskosten, während dann Großbritannien und Österreich die Früchte ernten. Shahbazi leitete ein Labor in Cambridge; González forschte in Wien. Zwei Destinationen der Spitzenklasse, die das Muster bestätigen.

Manche halten eine Rückkehr nicht immer für wünschenswert, weil das spanische Wissenschaftssystem keine Bedingungen bietet, um Profile dieses Niveaus zu halten. Dagegen steht das Argument, dass internationale Mobilität Teil der wissenschaftlichen Methode ist und dass viele Forscher zurückkehren, wenn Familie oder Alter es verlangen. Das Problem ist, dass die Rückkehr in diesem Fall aus Gründen endgültig war, die niemand gewählt hat.

Was ist bei dem Unglück von Urda passiert?

Der Hochgeschwindigkeitszug, mit dem die beiden Forscherinnen unterwegs waren, kollidierte mit einem Zug des Betreibers Iryo. Betroffen war der Wagen 8. Tage lang suchten die Familien der beiden Wissenschaftlerinnen unter den Vermissten, bis die Gemeinden ihrer Heimatorte die Tode bestätigten. Die Nachricht schlug zuerst in lokalen Medien auf, dann in den nationalen, mit dem Fokus auf das berufliche Profil der Opfer.

Die anschließende Debatte verlagerte sich rasch ins Politische. Ein Teil der Analyse macht das öffentliche Infrastrukturmanagement für den Zustand des Netzes verantwortlich; andere erinnern daran, dass die Eisenbahnsicherheit in Spanien historisch niedrige Unfallquoten aufweist und dass ein einzelnes Unglück kein System definiert. Fakt ist jedoch, dass zwei wissenschaftliche Karrieren der Spitzenklasse im selben Wagen abgebrochen wurden.

Die Profile der Opfer: zwei Karrieren außerhalb Spaniens

Marta Shahbazi Alonso ist ein bekannter Name in der Entwicklungsbiologie. Sie leitete eine eigene Gruppe in Cambridge – etwas, das in Spanien Jahre der Prekarität und wettbewerbsorientierte Projekte erfordert. Tamara González Costa forschte am Institute of Molecular Biotechnology in Wien, einem Referenzzentrum in Mitteleuropa. Beide hatten León verlassen, um sich auszubilden und später zu arbeiten.

Das Detail ist nicht trivial: Keine der beiden hatte ihre Position durch einen Spaziergang erreicht, wie ein Beitrag in der Debatte ironisch formulierte. Wir sprechen von Laufbahnen von einem Jahrzehnt oder mehr, mit Publikationen, wettbewerbsorientierter Förderung und Leitung von Teams. Die Opportunitätskosten ihres Verlusts lassen sich nicht nur in Euro messen.

Die Infrastrukturpolitik im Visier

Das Unglück hat die Debatte über den Zustand des Schienennetzes und das Management von Adif (der spanischen Eisenbahninfrastrukturverwaltung) wieder eröffnet. Manche behaupten, die Investitionen in die Instandhaltung seien hinter dem Wachstum des Hochgeschwindigkeitsverkehrs zurückgeblieben. Andere Analysen weisen darauf hin, dass die Sicherheit des spanischen Systems weiterhin über dem europäischen Durchschnitt liegt und dass ein Unglück Jahrzehnte von Statistiken nicht ungültig macht.

Nicht diskutierbar ist der menschliche Preis. Zwei Forscherinnen, die ihre Karriere im Ausland aufgebaut hatten, kehrten nach Spanien zurück – für den Urlaub, wegen der Familie oder aus welchen Gründen auch immer – und trafen auf die schlechteste Version des Landes, in das sie zurückkehrten. Die Ironie ist so bitter, dass sie keiner Adjektive bedarf.

Am Ende lautet die Bilanz so: öffentliche Ausbildung, exportierte Karriere und Rückkehr in einem Sarg. Das Land, das sie beruflich vertrieben hatte, bekam sie in der Kriminalchronik zurück. Und währenddessen wartet die spanische Wissenschaft weiterhin darauf, dass jemand die Rechnung darüber aufstellt, was sie jedes Mal verliert, wenn einer der ihren geht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (42 Antworten).

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