Zapatero hatte Ticket für Air-Europa-Flug nach Caracas – am Tag seiner Anklage in Spanien

Der frühere spanische Ministerpräsident Zapatero hatte am selben Tag, an dem er in der Operation Tíbet angeklagt wurde, ein Air-Europa-Ticket nach Caracas. Zufall oder vereitelter Fluchtversuch?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zapatero hatte ein Ticket nach Caracas, Stunden bevor er angeklagt wurde

Der frühere spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hatte einen Flug nach Caracas am Dienstag um 16:10 Uhr mit Air Europa gebucht. Nur wenige Stunden zuvor hatte die Audiencia Nacional (Spaniens Oberster Gerichtshof für Strafsachen) gemeinsam mit der UDEF (Sondereinheit der Polizei für Wirtschaftskriminalität) die Operation Tíbet gestartet und ihn angeklagt. Für Analysten, die den Fall verfolgen, ist die zeitliche Übereinstimmung kein Zufall.

Eine „private“ Reise mit richterlicher Begleitung

Laut offizieller Darstellung diente die Reise privaten Zwecken. Die Unmittelbarkeit von Anklage und Polizeieinsatz hat jedoch Misstrauen geweckt. Das Ticket war für genau den Tag datiert, an dem die Operation durchgeführt wurde, was darauf hindeutet, dass der Ex-Regierungschef das Land verlassen wollte, bevor die Justiz handelte. Sein Pass wurde ihm jedoch nicht entzogen, und formal darf er reisen. Warum hat die UDEF den Prozess dann ausgerechnet an diesem Tag beschleunigt?

UDEF gegen UCO: ein Szenenwechsel?

Ein Detail, das aufmerksam gemacht hat: Die Ermittlungen fielen der UDEF zu und nicht der UCO, der üblichen Einheit bei politischen Korruptionsfällen. Die UDEF ist durch ihre Verbindungen zum Chavismus in früheren Ermittlungen umstritten. Manche Analysten sehen darin einen Versuch, ihr Image aufzupolieren, andere im Gegenteil ein Zeichen dafür, dass der Fall internationale Verflechtungen hat.

Der Schatten Venezuelas

Das Reiseziel Caracas ist kein Zufall. Zapatero hat in der Vergangenheit mit dem Maduro-Regime vermittelt, und sein Umfeld betont, er wolle über die Freilassung politischer Gefangener verhandeln. Skeptiker erinnern jedoch daran, dass Venezuela ein intransparentes Steueroase ist und der Ex-Regierungschef dort Geschäftsbeziehungen unterhält. Die Operation Tíbet untersucht mutmaßliche Wirtschaftsdelikte und Amtsmissbrauch, doch die Details sind noch unklar.



Was die offizielle Erzählung nicht erklärt: Warum musste ein Ex-Regierungschef so dringend in ein Land reisen, mit dem die diplomatischen Beziehungen angespannt sind? Die Operation Tíbet hat noch nicht alle Details offengelegt.

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