Yamal kontert Rajoy: Fußball als Werkzeug der Integration

Lamine Yamal äußert sich in Dallas zur Kontroverse, die Rajoy über die französischen Nationalspieler losgetreten hat: Integriert der Fußball oder ist er nur Geschäft?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Yamal: „Der Fußball dient dazu, die Gesellschaft zu integrieren“

Wozu dient der Fußball? Lamine Yamal trat in Dallas im Vorfeld des WM-Halbfinales zwischen Frankreich und Spanien auf, gerade 19 Jahre alt geworden, und antwortete auf die Kontroverse, die Mariano Rajoy über die französischen Nationalspieler losgetreten hatte. „Wenn der Fußball für etwas dient, dann dafür, die Gesellschaft zu integrieren“, sagte er. Als Sohn von Migranten —der Vater Marokkaner, die Mutter Guineerin, wie im Gespräch angemerkt wird— und geboren in Esplugues de Llobregat, stellte der Spieler Frankreich und Spanien als Beispiel für diese Funktion dar. Der Auftritt lieferte weitere Schlagzeilen: Er spüre keinen Druck, sehe sich als Champion wie 2010, und die Kette, die er trug, sei ein Geschenk seines Vaters gewesen, wobei er einschränkte, dass er sie selbst bezahlt habe.

Ist der Fußball ein Instrument der Integration oder ein Geschäft?

Hier beginnt die Meinungsverschiedenheit. Eine Strömung hält den Sport für in erster Linie eine Industrie: Talent, verwandelt in Ware und Mehrwert, umhüllt von einer Superstruktur, die alles umschließt. Aus dieser Sicht wäre der Satz des Spielers Teil des Narrativs, das das Produkt schützt, keine Beschreibung der Realität. Die Gegenposition erwidert, dass der Fußball gerade weil er die Massen bewegt, als Raum funktioniert, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenleben.

Die Zahlen, die kursieren, deuten in beide Richtungen. Dem Spieler werden ein Nettogehalt von rund 20 Millionen Euro jährlich und eine Ausstiegsklausel von 1.000 Millionen zugeschrieben, Beträge, die im Gespräch auftauchen, ohne dass eine offizielle Quelle sie bestätigt. Bei diesen Margen bleibt wenig Raum für Romantik.

Die Staatsbürgerschaft, das Minenfeld

Die zweite Front ist juristisch und wurde nicht vom Spieler eröffnet. Es wird argumentiert, dass in den meisten Ländern die Staatsbürgerschaft über das Blut weitergegeben wird: In Spanien geboren zu werden verleiht sie nicht automatisch, wenn zu diesem Zeitpunkt kein Elternteil Spanier ist. Genau dieser Fall wird bei Yamal diskutiert, geboren in Esplugues de Llobregat, und in der Folge auch bei Nico Williams, dessen Eltern ebenfalls keine Spanier sind. Wer dieses System verteidigt, betont, dass es ein geregeltes Verfahren gibt und dass die Debatte über die Norm geht, nicht über die Person.

Das Gespräch bleibt jedoch selten beim Zivilgesetzbuch stehen.

Derselbe Junge, zwei Erzählungen

Für die einen ist Yamal ein 19-jähriger Junge mit klarem Kopf, seit seinem 16. Lebensjahr vor dem Mikrofon und ohne sich in Schwierigkeiten zu begeben. Für die anderen ist er ein Vermögenswert, der im Wert gehalten werden muss: La Masía bildet ihn aus, die Büros schützen ihn und die Marke entscheidet, was gesagt werden darf. Die beiden Lesarten existieren nebeneinander, ohne sich zu berühren.

Das Detail, das alles durcheinanderbringt, ist dieselbe Kette: ein Geschenk des Vaters, so der Spieler, von ihm selbst bezahlt, so ebendieser Spieler. Zwischen dem Jungen und dem Produkt verläuft eine sehr feine Linie, und niemand scheint den Radiergummi zu haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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