Woody Allen zu Rubiales-Kuss: Spaniens Maßstäbe

Woody Allen erklärte in Venedig, der Kuss von Rubiales sei falsch gewesen, aber kein Schulbrand. Das Wort entfacht erneut die Debatte über doppelte Standards in Spanien.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Woody Allen zu Rubiales-Kuss: Spaniens Maßstäbe
Woody Allen: „Der Kuss war falsch, aber er hat keine Schule niedergebrannt“

Ein Kuss vor den Kameras bewegte mehr institutionelle Apparate als ein Brand, und diese Asymmetrie stellte Woody Allen aus Venedig klar. Der Regisseur, 87 Jahre alt mit 50 Filmen, präsentierte sein neuestes Werk, Coup de Chance, als er in einem Interview mit El Mundo am 3. September 2023 sagte, der Kuss an die Fußballerin sei falsch gewesen, habe aber keine Schule abgebrannt. Ein weiterer vielzitiertes Satz lautet: „Es ist schwer vorstellbar, dass jemand seinen Job verliert, weil er öffentlich küsst.“ In Spanien wurde wochenlang kaum über etwas anderes gesprochen, und der Filmemacher rückte das Thema in eine andere Perspektive. Es hat schon etwas Komisches, wenn der sarracena Schiedsrichter der Saison ein Achtzigjähriger ist, der auf seinem Handy die Zeit in Kairo checkt, um sich die Zeit zu vertreiben.

Was sagte Woody Allen zum Fall Rubiales?

Er sagte zwei Dinge, beide eindeutig: Der Kuss war falsch, der Verantwortliche sollte sich entschuldigen und weitermachen, und es sei schwer vorstellbar, dass jemand wegen eines öffentlichen Kusses seinen Job verliert. Der Rest des Gesprächs mit der Madrider Zeitung geht in dieselbe Richtung. Der Regisseur rühmt sich, Film Nummer 50 seiner Karriere erreicht zu haben – „endlich bin ich ein französischer Filmemacher“, ironisiert er –, gesteht, dass er weder Kameras noch Computer mag, und erklärt, man könne nach seinem Tod mit seinen Filmen machen, was man will, sie sogar verbrennen. Die häufigste Lesart unter denen, die den Text vollständig gelesen haben: Der Kuss ist nebensächlich, und das gesamte Interview wirkt zerfahren.

Die Biografie zur Entkräftung der Botschaft

Hier beginnt der Lärm. In derselben Woche, in der seine Aussagen kursierten, lenkten viele Reaktionen auf sein Privatleben und die Sensual von Dylan Farrow, die nie gerichtlich bewiesen wurden und die er stets bestritt. Seine Ehe mit Soon-Yi Previn, der Adoptivtochter von Mia Farrow – adoptiert im Alter von 14 oder 15 Jahren und nie rechtlich seine Tochter –, besteht seit über drei Jahrzehnten und dient weiterhin als bevorzugtes Argument, um alles zu diskreditieren, was er sagt. Demgegenüber erinnern manche daran, dass die Beziehung begann, als sie bereits an der Universität war, und dass kein Gericht ihn schuldig gesprochen hat; andere betonen, dass nichts davon ändert, ob ein nicht einvernehmlicher Kuss den Job kosten sollte oder nicht.

Eine Schule verbrennen: der unbequeme Vergleich

Der Schulvergleich funktioniert als unbequemer Spiegel. Es wird argumentiert, dass die institutionelle Reaktion auf einen nicht einvernehmlichen Kuss schneller und strenger war als bei weitaus teureren Angelegenheiten. Man erinnert daran, dass während die Schlagzeilen vom Kuss berichteten, Inflation, Ölpreise, Spritkosten, Arbeitslosigkeit und Unternehmensinsolvenzen ihren Lauf nahmen, ohne dass jemand Verantwortung forderte. Auch die Politik blickt darauf: Cuca Gamarra (PP) bezeichnete das Verhalten des Verbandspräsidenten als beschämend und forderte seinen Rücktritt, ebenso wie Yolanda Díaz, was bei vielen die Widersprüchlichkeit hervorhob, gleichzeitig für die PP zu stimmen und Rubiales zu unterstützen. Zudem kursiert eine ungeprüfte Behauptung, dass 70.000 Euro öffentliche Gelder die Organisation hinter den Protesten finanziert hätten.

Vom Kuss zum Haushalt 2024

Das Thema kreuzt sich zudem mit einem anderen, völlig unabhängigen Punkt, der ebenfalls auftaucht: die Bearbeitung des allgemeinen Staatshaushalts für 2024. Es wird behauptet, die Regierung verletze das Organische Gesetz über Haushaltsstabilität und finanzielle Nachhaltigkeit, dessen Artikel 11.3 dem Staat und den autonomen Gemeinschaften ausnahmsweise strukturelle Defizite erlaubt. Kurz gesagt: Während über einen Kuss diskutiert wird, läuft die Haushaltsdebatte kaum beachtet weiter. So ist es, wenn das Hauptthema nicht mehr hergibt.

Eine Frage bleibt offen: Wenn der Kuss falsch war, wie Allen sagt, und die Reaktion angemessen war, warum endete die Diskussion dann bei Mia Farrow, dem Haushalt und Sonnenblumenöl statt beim Kuss?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (136 Antworten).

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