Ferrol, Bembibre oder Eibar: Wo man Wohnungen zum Schnäppchenpreis kauft
Eine Wohnung für 20.000 Euro kaufen und von den Mieteinnahmen leben. Das ist der Plan derer, die dem inoffiziellen Titel des blasischsten Dorfes Spaniens hinterherjagen, und die Favoriten stehen bereits fest: Ferrol, Bembibre und Eibar, neben weiteren Namen wie Langreo, Torrelavega oder Ponferrada. Die Prämisse ist einfach: Mit wenig Kapital in den Immobilienmarkt des entvölkerten, postindustriellen Spaniens einsteigen und die Rendite maximieren. Das Problem beginnt, wenn die auserwählte Gemeinde einer toten Stadt zu sehr ähnelt – oder wenn die Industrie zurückkehrt und das Geschäft verteuert.
Die Preise, die in dieser Suche gehandelt werden, erklären das Interesse. In Bembibre gibt es laut einem Forennutzer Wohnraum für 20.000 Euro, allerdings macht die Beschreibung dazu wenig Lust: Sie ähnele der Sowjetunion. In Eibar steigt der Preis auf 100.000 Euro für eine anständige Wohnung, ein Betrag, den der Vorschlagende in Gipuzkoa als Schnäppchen betrachtet, und ein späterer Kommentar beziffert Wohnungen mit Aufzug und Garage auf 170.000 Euro. Die Karte wird durch Langreo, Torrelavega oder Ponferrada vervollständigt.
Warum ist Ferrol zum Favoriten geworden?
Weil es vereint, was kein anderer Kandidat bietet: günstigen Wohnraum, Arbeit und Landschaft. Laut einem Forennutzer hat Ferrol gerade die Ansiedlung eines MG-Autowerks gewonnen, eine Ankündigung, die die Gleichung der Stadt verändert. Dazu kommen ein Wohnungsbestand mit niedrigen Kosten, Felder, Wälder, Strände, Seen und Klippen und – so wird es im Thread immer wieder betont – das kühlste Sommerklima Spaniens.
Die Paradoxie: Dieser Erfolg disqualifiziert die Stadt gerade. Wenn Ferrol wieder Industrie bekommt, ist es kein verwüstetes postindustrielles Spanien mehr; und wo es Arbeitsplätze gibt, sind die Preise kein Schnäppchen mehr. Manche behaupten, die Stadt lebe seit Jahrzehnten von Werftrenten von über 2.500 Euro und von den Beamten der Marinebasis. Mit laufender Fabrik kann sich dieses Bild schnell ändern.
Die Aussortierten: Seseña, Alcorcón und Móstoles zählen nicht
Ein großer Teil der Übung besteht darin, das Terrain abzugrenzen. Seseña taucht aus Blasen-Tradition auf, gehört aber zum Ballungsraum Madrid, ebenso wie Alcorcón oder Móstoles, und wird im Thread ausgeschlossen, weil es nicht zum entvölkerten Spanien gehört. La Sagra dagegen erscheint durchaus auf den Listen, wobei Chozas de Canales als unverzeihliches Versäumnis gilt. Und manche streichen Medina del Campo aus einem anderen Grund: nachbarschaftliche Spannungen, die der Zuwanderung zugeschrieben werden – ein Argument, das ohne Daten in den Raum geworfen wird.
Gegenüber den Aussortierten wächst die Liste der kleineren Kandidaten: Almansa, Puerto Urraco, Frescomán, Peine, Peleas de Abajo und sein Zwilling Peleas de Arriba. Das sind Gemeinden, in denen der Quadratmeterpreis einbricht, aber auch solche, denen es an Dienstleistungen, Verkehrsanbindung und vor allem an solventen Mietern fehlt. Billig kaufen ist einfach; die Miete kassieren, nicht so sehr.
Lebensqualität, die Variable, die fast niemand beachtet
Klima und Umgebung wiegen schwerer, als man denkt. Ferrol rühmt sich kühler Sommer; von Elda in Alicante heißt es im Thread, sie habe Lovecraft zu der Erzählung Die Farbe aus dem All inspiriert, mit ihrem verfluchten Ödland. In Eibar fragt der Vorschlagende, ob es Parkplatzprobleme noch immer gibt, selbst mit Garage. Auch die extreme Industriesthetik zählt: Manche erinnern dort an die Autobahn, die über den Gebäuden verläuft, wie in Mieres oder an der Brücke von Sama. Für die einen ein Reiz; für die anderen die Erinnerung daran, dass die industrielle Umstrukturierung nie richtig abgeschlossen wurde.
Lohnt es sich, im entvölkerten Spanien von Mieteinnahmen zu leben?
Es hängt davon ab, was man unter Leben versteht. Das Modell, in diesen Kreisen das System hacken genannt, erfordert externe Einnahmen – Krypto, Investitionen oder qualifizierte Fernarbeit – und keine Abhängigkeit vom lokalen Arbeitsmarkt. Mit diesem Polster lautet die Wette des Threads: Eine Wohnung für 20.000 Euro und eine bescheidene Miete bringen eine Rendite, die schwer zu übertreffen ist. Ohne dieses Polster bleibt dem Käufer ein illiquides Vermögenswert in einer Gemeinde, die Bevölkerung verliert.
Eine Frage bleibt offen. Wenn sich das Fenster der Niedrigpreise schließt, sobald eine Fabrik kommt, und ohne Fabrik niemand da ist, an den man vermieten kann – wo genau liegt der Punkt, an dem ein Dorf billig genug zum Kaufen und lebendig genug zum Kassieren ist?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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