Wikileaks zeigt Internews-Zentrale, die 472 Mio. USAID leitete

Wikileaks veröffentlicht Foto der verlassenen Internews-Zentrale in Arcata, über die 472 Millionen Dollar USAID-Mittel an 4.291 Medien flossen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wikileaks zeigt Internews-Zentrale, die 472 Mio. USAID leitete
Wikileaks zeigt Zentrale des Netzwerks, das 472 Mio. USAID leitete

Ein verlassenes Gebäude in der Seventh Street 876 in Arcata (Kalifornien), mit abblätternder Fassade und kaputtem Briefkasten, wird in IRS-Registern und Bundesverträgen als operative Zentrale von Internews Network geführt. Laut dem von Wikileaks verbreiteten Material wurden von dort aus fast eine halbe Milliarde Dollar der US-Agentur USAID an eine Struktur geleitet, die angibt, mit 4.291 Medien zusammengearbeitet, 4.799 Stunden Sendematerial pro Jahr produziert und mehr als 9.000 Journalisten geschult zu haben. Das Foto des Objekts, aufgenommen im Dezember 2024, zeigt ein offensichtlich verlassenes Lokal. Die für 2023 genannte Zahl – 778 Millionen erreichte Personen – verdeutlicht die Dimension des Vorgangs.

Was ist Internews und woher kommt das Geld?

Internews definiert sich gegenüber dem IRS als internationale Non-Profit-Organisation, deren Mission es ist, «lokale Medien weltweit zu stärken». In der Praxis stammen laut den kursierenden Daten seit 2008 – dem Beginn der elektronischen Aufzeichnungen – mehr als 95 % des Budgets von der US-Regierung. Einer Analyse zufolge soll sich die Finanzierung seit Trumps erstem Wahlsieg verdoppelt haben, mitten im Kampf gegen sogenannte Desinformation.

Die Unternehmensstruktur umfasst mindestens sechs Tochtergesellschaften unter nicht verwandten Namen, eine davon mit Sitz auf den Cayman Islands. Die Organisation gibt an, Büros in über 30 Ländern zu haben, mit Hauptsitzen in den USA, London und Paris sowie Regionalbüros in Kiew, Bangkok und Nairobi. Auch in Spanien.

Wie wurde Information an Medien weitergegeben?

Laut einer Analyse bestand der Mechanismus nicht darin, Redaktionen direkt zu bezahlen. Internews produzierte Argumentationslinien, die dann unter Journalisten zirkulierten, damit diese sie in ihren Medien wiederholten. Die Organisation kontaktierte Redaktionen offiziell nicht: Ihre Funktion war die Weiterleitung des Materials. Diese Architektur würde erklären, warum bei bestimmten Themen Dutzende Medien am selben Tag denselben Ansatz veröffentlichten.

Manche behaupten, diese Struktur habe als Matrix globaler Zensur fungiert, mit Einmischung in Themen wie Kriege, Ursprung von Elbichito oder Impfungen. Dagegen spricht das Argument, dass Internews sich als NGO zur Unterstützung lokaler Journalismus in Ländern mit schwachen Medien präsentiert. Die Debatte darüber, wo Entwicklung endet und Propaganda beginnt, bleibt ungelöst.

Politische Reaktion und Musks Rolle

Der Niedergang von USAID hat ein Erdbeben im westlichen Medienökosystem ausgelöst. Ein Teil der Analyse besagt, dass die Schließung real sei und Medien, die von diesen Fonds abhingen, vor einem sofortigen Finanzierungsproblem stünden. Eine andere, skeptischere Strömung deutet darauf hin, dass die Agentur nicht geschlossen, sondern umstrukturiert und unter anderer Form weitergeführt werde. Laut einer Analyse soll Marco Rubio bereits gesagt haben, dass die Struktur reorganisiert wird und fortbesteht.

Elon Musks Rolle in der ganzen Angelegenheit sorgt für Spaltung. Für manche ist er der notwendige Peitschenschwinger, der die Verschwörung aufdeckt. Für andere ist er ein nützlicher Narr, der Schlagzeilen macht, während die Maschinerie darunter weiterläuft. Der Vergleich mit Steve Bannon in Trumps zweiter Amtszeit taucht in mehreren Analysen auf.

Was passiert mit spanischen Medien und Journalisten?

Die zentrale Frage lautet, welche konkreten Medien und Journalisten Finanzierung erhalten haben. Die Zeitung eldiario.es ist in mehreren Querverweisen aufgetaucht, und einige Analysen weisen auf Nervosität in Redaktionen hin, die von diesen Fonds abhängig gewesen wären. Die Forderung nach Listen nach Ländern und Eigennamen ist zum Kern der öffentlichen Diskussion geworden.

Der rechtliche Rahmen ist eine weitere offene Front. Da es sich um ausländische Finanzierung handelt, die an Medien geleitet wurde, wird diskutiert, ob dies unter Hochverrat oder zumindest schwere Verstöße gegen illegale Finanzierung fallen könnte. Die juristische Bewertung ist noch lange nicht abgeschlossen.



Das Verblüffende ist nicht die Summe. Es ist, dass ein Netzwerk, das angibt, 778 Millionen Menschen erreicht zu haben, aus einem verlassenen Gebäude in einer kalifornischen Stadt mit 19.000 Einwohnern operierte. Jemand hat die Verträge unterschrieben. Jemand hat kassiert. Und der Briefkasten ist immer noch kaputt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (162 Antworten).

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