Debatte über den Niedergang der USA nach dem Konflikt mit dem Iran
Zwei Black-Hawk-Hubschrauber und ein Militärflugzeug vom Typ C-130 wurden über dem Iran abgeschossen, wie aus einer Botschaft des iranischen Parlamentspräsidenten Mohamad Baqer Qalibaf hervorgeht, der es mit spitzem Hohn zusammenfasste: „Wenn es den USA drei weitere Siege wie diesen gelingen, sind sie vollständig ruiniert." Die Botschaft kursierte überall und wurde zum inoffiziellen Fazit einer Operation, die auf dem Papier ein militärischer Spaziergang sein sollte und sich für die führende Weltmacht zu einem offenen Problem entwickelt hat. Die Episode, die in Wirtschaftsforen aufmerksam verfolgt wurde, hat die unbequeme Frage neu aufgeworfen: Hält die Erzählung von der amerikanischen Hegemonie einer direkten Konfrontation mit einem Rivalen stand, der sich seit Jahrzehnten darauf vorbereitet?
Was geschah mit der Straße von Hormus und dem Petrodollar
Auslöser der Debatte ist weniger der Abschuss der Fluggeräte als die iranische Reaktion in der Straße von Hormus. Die Schließung der Seeroute, über die ein Großteil des weltweiten Erdöls transportiert wird, wurde in den schärfsten Analysen als Schlag gegen das Petrodollar-System gelesen: Wenn Öl nicht mehr in Dollar bezahlt wird, leidet die strukturelle Nachfrage nach der Währung. Trump hat die Wiedereinrichtung einer Seeblockade gegen den Iran angekündigt und verkündet, die Straße werde „für die Welt offen bleiben, mit oder ohne Iran", und inszeniert sich als Hüter der Passage. Der Widerspruch ist offensichtlich: Blockade und Öffnung in einem Atemzug.
Manche halten die Operation gegen den Iran für den strategischen Fehler, den niemand von einer Regierung erwartet hätte, die den schnellen Schlag in Venezuela dagegen effizient ausgeführt hatte. Der Vergleich wird immer wieder gezogen: Dort war das Ergebnis schnell und entschlossen; hier hat sich die Lage zu einem Ausmaß zugespitzt, das nicht einmal die schärfsten Kritiker vorhergesehen hatten.
Die Flugzeugträger, die auf Abstand bleiben
Eines der Argumente, das am meisten Anklang gefunden hat, ist die Distanz. Die amerikanischen Flugzeugträger, das Symbol der Seemacht, operieren mehr als tausend Meilen von der iranischen Küste entfernt, wie im Thread behauptet wird. Für eine Flotte, die mit globaler Präsenz prahlt, ist die Distanz eine unbequeme Zahl. Auch der Kontrast zu den Militärausgaben wurde thematisiert: Der Iran erreicht nicht einmal 2 % des amerikanischen Militärbudgets, hat dennoch Schäden verursacht, die die offizielle Erzählung nicht vorhergesehen hatte.
Die Analogie, die kursiert, ist die eines Spiels zwischen einem Team von Veteranen und Manchester United, in dem die Veteranen kein einziges Gegentor hinnehmen. Das Bild ist übertrieben, erklärt aber, warum die Episode eher als Rechenfehler denn als taktische Niederlage gelesen wurde.
Der Faktor, den niemand kontrolliert: der israelische Verbündete
Der andere Strang der Analyse zielt auf den Einfluss der israelischen Regierung auf die amerikanische Entscheidung. Die immer wiederkehrende These lautet, dass die Trump-Regierung durch den Druck eines Verbündeten mit eigener Agenda in einen Konflikt hineingezogen wurde, den sie nicht gewinnen kann. „Ich hätte nie erwartet, dass die Nnnn in den USA ein so großes Krebsgeschwür sind, dass sie ihren Präsidenten zu einem Krieg zwingen, den er kaum gewinnen kann", heißt es in einem der meistzitierten Beiträge. Die Formulierung ist hart und polemisch, spiegelt aber eine Stimmungslage wider, die in der amerikanischen Außenpolitik eine Geisel fremder Interessen sieht.
Dazu kommt der in der Analyse wiederholte Vorwurf, das Abkommen mit dem Iran sei durch den israelischen Angriff auf den Libanon in weniger als 24 Stunden gebrochen worden. Ein gegebenes Wort, so das Argument, habe ein Verfallsdatum, wenn es passt.
Der Niedergang, der sich alle 250 Jahre zeigt
Die tiefere Lesart ist die des Niedergangs. „Ihr seht live den Niedergang eines Imperiums. Genießt es, denn so etwas sieht man nur alle 250-300 Jahre", fasst einer der ersten Beiträge zusammen. Die These ist nicht neu, aber die Iran-Episode hat ihr Substanz verliehen. Die angeführten Indikatoren: eine wirtschaftliche Rivalmacht, die es früher nicht gab, Verbündete, die nicht kommen, wenn Washington ruft, und die schrittweise Abkehr vom Dollar als internationalem Zahlungsmittel.
Die skeptische Nuance liefert, wer daran erinnert, dass der Verlust der Hegemonie ein langsamer Prozess ist. „Das weiß sogar mein Schwager", ironisiert ein anderer, „aber es ist ein so langsamer Prozess, dass wir sterben werden, ohne seine vollständige Kapitulation zu erleben." Die gemeinsame Schlussfolgerung: Die Blamage ist real, aber die Kapitulation, falls sie kommt, wird nicht morgen sein.
Ein verblüffendes Detail bleibt. Trump sagte in einem der angespanntesten Momente der Krise: „Ich wäre der größte Kommunist der Welt, neben Lenin." Der Satz, gefallen im Kontext einer Eskalation, die er selbst als endgültig angekündigt hatte, fasst besser als jede Analyse die Ratlosigkeit einer Macht zusammen, die das Drehbuch ihres eigenen Krieges nicht mehr kontrolliert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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