Wie lange hält Russland durch? Rubel nahe 82 pro Dollar

Russland führt den Krieg mit einem Rubelkurs von knapp 82 pro Dollar und täglich 900 bis 1.000 Verlusten. Die Berechnungen zur Widerstandsfähigkeit sind widersprüchlich.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wie lange hält Russland durch? Rubel nahe 82 pro Dollar
Der Rubel als Fieberthermometer für Russlands Widerstand

Sechzehn Monate Krieg und die gleiche unbeantwortete Frage: Wie lange kann Russland seinen Kriegsanstrengungen aufrechterhalten? Der Schlüssel liegt weniger in Munition als in zwei unangenehmen Variablen. Der erste ist der Preis des Geldes. Im Juni 2022 stand der Rubel bei 52 Einheiten pro Dollar, jetzt kostet er fast 82. Die zweite Variable sind die ersatzfähigen Menschen. Und hier wird es eng: Je nach Schätzung fallen an der Front täglich zwischen 900 und 1.000 Soldaten.

Die vollständige Aufschlüsselung, einschließlich der täglichen Verlustprognose für eine russische Kapitulation, nennt ein überraschendes Datum. Wir sehen es weiter unten.

Von 52 auf 82 Rubel pro Dollar: Was die Abwertung bedeutet

Ein häufiger Fehler beim Lesen von Wechselkursen: zu glauben, dass steigende Kurse eine Verbesserung bedeuten. Das tun sie nicht. Wenn ein Dollar immer mehr Rubel kostet, verliert die russische Währung an Wert. Eine verbreitete Berechnung fasst es so zusammen: Im Juni 2022 genügten 52 Rubel für einen Dollar; am Ende des betrachteten Zeitraums waren es fast 82. Der US-Dollar hat sich in Rubel mehr als verdoppelt, was zu geringerer Kaufkraft für jene führt, die in lokaler Währung bezahlt werden.

Stürzt das die Wirtschaft? Hier beginnt der Streit. Gegen die Erzählung vom Kollaps führen andere Strömungen eigene Indikatoren an: Die russische Wirtschaft wachse, behaupten sie, um 2 %, und die Terrassen in Moskau und St. Petersburg seien weiterhin voll. Das Leben in den Großstädten sei nicht zusammengebrochen. Beides kann gleichzeitig wahr sein, und genau darin liegt das Problem: Eine Kriegswirtschaft kann wachsen, während die einfache Bevölkerung verarmt.

Welche täglichen Verluste kann die russische Wirtschaft verkraften?

Hier liegt die meistzitierte Berechnung. Nach einer der vorliegenden Schätzungen verliert Russland im Bemühen, Awdijiwka einzunehmen, täglich zwischen 900 und 1.000 Soldaten. Die daraus abgeleitete Rechnung ist simpel und brutal: Bei einem Rhythmus von 800 täglichen Verlusten dauert es 375 Tage, um weitere 300.000 Verluste anzuhäufen. Die Schlussfolgerung des Autors dieser Berechnung ist ein Datum: Januar oder Februar 2025, der Zeitpunkt, ab dem Russland nicht mehr durchhalten würde.

Es ist eine Prognose, keine Tatsache. Und sie beruht auf einer fragwürdigen Prämisse: Dass eine Großmacht ihre Widerstandsfähigkeit mit einer Dreisatzrechnung messen kann. Die jüngere Geschichte bietet wenige Beispiele für Armeen, die aufgrund reiner Arithmetik kapitulieren.

Warum die These der Unbesiegbarkeit Russlands so viele Anhänger findet

Die Strömung, die auf einen langen Atem setzt, bestreitet die Verlustzahlen nicht. Sie wechselt den Rahmen. Sie erinnert daran, dass Russland den Ersten Weltkrieg durch eine interne Revolution beendete, nicht durch eine Niederlage auf dem Schlachtfeld; dass der folgende Bürgerkrieg brutal war; und dass aus diesem Desaster die Sowjetunion hervorging, die später Gebiete zurückgewann und den Zweiten Weltkrieg gewann. Alles innerhalb von dreißig Jahren.

Dazu kommt das afghanische Präzedenzfall-Argument: Die UdSSR hielt dort ein Jahrzehnt durch und zog sich erst dann zurück. Die wiederkehrende Schlussfolgerung lautet wie immer: Die Russen sind zäh und widerstehen allem Nötigen. Die Frage ist, ob dies noch Analyse ist oder bereits Propaganda.

Natürliche Ressourcen entsprechen nicht technologischer Kompetenz

Eine andere Front greift die Idee an, Russland werde das Rennen allein wegen seiner Gas- und Ölvorkommen gewinnen. Saudi-Arabien, Katar oder Venezuela schwimmen ebenfalls in Ressourcen, sind aber keine hochentwickelten Industrienationen. Europa hat zudem viermal so viel Bevölkerung. Das russische Gegenargument ist prosaischer: Ohne russischen Diesel stehen viele Motoren still, und das amerikanische Shale Oil produziert hauptsächlich Benzin und Gas.

Gewinnt, wer am wenigsten vom anderen abhängt. Und diese Rechnung ist heute noch nicht abgeschlossen.

Die Heimatfront: Wagner, Rebellion und die noch ausbleibenden Kosten

Auch die Heimatfront gehört zur Debatte. Die Rebellion der Wagner-Gruppe, deren bewaffnete Kolonne auf Moskau marschierte, hinterließ ein unvergessliches Bild. Wer argumentiert, dass die politische und militärische Elite danach geschlossen habe, fügt den entscheidenden Nuance hinzu: Der durchschnittliche Russe hat die Auswirkungen noch nicht im eigenen Portemonnaie gespürt.

Abnutzungskrieg und externe Unterstützung

Innerhalb des westlichen Blocks gibt es ebenfalls Streit. Einige betonen, dass die NATO formal nicht im Krieg mit Russland stehe, und beweisen dies damit, dass die russische Führung noch lebt. Andere diskutieren die Kosten: Waffen würden angeblich auf Kosten des europäischen Steuerzahlers geliefert, während der Aufwand durch eine Medien-Narrative gestützt werde, die viele ungeprüft akzeptierten. In dieser Lesart ist die Abnutzung nicht nur russisch.

Die Kosten brauchen immer Zeit, um im Einkaufswagen anzukommen. Wenn sie eintreten, kommen sie oft schlagartig, über die Inflation oder die Arbeitslosigkeit. Das ist die eigentliche Uhr, und niemand hat bisher die genaue Stunde genannt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (172 Antworten).

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