Wie heißt die hässliche Architektur Spaniens wirklich?

Erfahren Sie, was Paquismo ist – der hässliche Baustil, der Spanien spaltet – und warum manche ihn als funktional verteidigen und andere ihn verabscheuen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Paquismo, Feísmo, Moneoismo: die unästhetische Architektur, die Spanien spaltet

Das spanische Stadtbild ist übersät mit Backsteinblöcken, schmucklosen Fassaden und geradlinigen Formen, die viele als "Paquismo" bezeichnen. Ein Stil, der an den Massenwohnungsbau unter Franco erinnert und heute für heftige Debatten sorgt – zwischen denen, die ihn für funktional halten, und denen, die ihn als ästhetischen Angriff empfinden. In sozialen Medien und Fachforen wird seit Jahren gefragt, wie diese unästhetische Architektur heißt und vor allem, warum Spanien voll davon ist.

Was genau ist Paquismo?
Der Begriff "Paquismo" – volkstümlich abgeleitet von "Paco" als Gattungsname für den Bauunternehmer jener Zeit – bezeichnet eine Architektur billiger Wohnungen ohne dekorative Zugeständnisse, die zwischen den 1950er und 1970er Jahren boomte. Charakteristisch sind sichtbares Ziegelmauerwerk, das Fehlen von Gesimsen oder Vorsprüngen sowie eine Ästhetik, die manche als "Schuhkartons für Sklaven" bezeichnen. Auch Begriffe wie "Feísmo" oder "Moneoismo" – letzterer eine Anspielung auf den Architekten Rafael Moneo – werden verwendet, wenn auch mit unterschiedlichen Nuancen.

Paquismo vs. Brutalismus: zwei Seiten derselben Münze
Die Debatte ist nicht nur ästhetisch, sondern auch ideologisch. Während der sowjetische Brutalismus Fortschritt und die Eroberung des Raums ausdrückt, gilt der spanische Paquismo als Produkt der Not und mangelnder Ambition. Manche halten jedoch dagegen, dass der Paquismo seine Aufgabe erfüllte: Millionen Spaniern, die vom Land in die Stadt kamen, menschenwürdiges Wohnen zu ermöglichen. "Meine Eltern machten ihre Hochzeitsreise in ein Nachbardorf", erinnert sich ein Zeitzeuge – ein Beispiel für die Sparsamkeit jener Zeit.

Der Preis der Ästhetik
Recht hitzig wird die Diskussion, wenn es um Sanierung und Instandhaltung geht. Während manche die Verschönerung bestehender Viertel fordern, erinnern andere daran, dass sich hinter hübschen Fassaden einfache, aber funktionale Wohnungen in schlechtem Zustand verbergen können. Der Mangel an Kindern auf den Spielplätzen, die Vernachlässigung durch die Verwaltungen und der allgemeine "schlechte Geschmack" werden als Gründe für das Fortbestehen dieser Ästhetik genannt. Ein empfohlenes Buch, "España antiestética" (Hässliches Spanien), geht dieser Frage vertieft nach.



Die offene Frage lautet, ob Spanien dieses architektonische Erbe abschütteln kann oder ob der Paquismo eine offene Wunde ist, die die nationale Landschaft für immer prägt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (99 Antworten).

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